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Barshim schreibt spezielle Geschichte

Der katarische Hochspringer Mutaz Essa Barshim und der Kenianer Conseslus Kipruto über 3000 m Steeple brillieren am drittletzten Tag der Weltmeisterschaften mit Jahresweltbestmarken.
Mutaz Essa Barshim liefert eine packende Show ab (Bild: KEYSTONE/AP/DENIS PAQUIN)

Mutaz Essa Barshim liefert eine packende Show ab (Bild: KEYSTONE/AP/DENIS PAQUIN)

(sda)

Die Stimmung in Doha konnte bislang nicht mit den starken Leistungen mithalten. Am Freitagabend war sie jedoch zum ersten Mal WM-würdig, was an Barshim lag. Dessen Triumph ist eine Geschichte, die den Sport so schön macht. Eigentlich ist es nichts Spezielles, dass der 28-Jährige Gold gewinnt. Er holte schon vor zwei Jahren in London den WM-Titel.

Allerdings hatte Barshim Ende Juli 2018 einen Bänderriss im Sprungfuss erlitten, nachdem er im ungarischen Szekesfehervar mit 2,46 m einen Angriff auf den Weltrekord von Javier Sotomayor aus dem Jahr 1993 (2,45 m) unternommen hatte. Beim dritten Versuch sprang er falsch ab und rauschte in die Latte. Die Verletzung hatte eine Operation zur Folge, monatelang konnte Barshim nur mit geschientem Fuss und auf Krücken gehen. Ans Laufen war erst im April wieder zu denken. Sprünge kamen noch später. Wie gross die eigenen Zweifel waren, verdeutlicht ein Eintrag von Barshim im Juni auf Facebook: «Ich habe eine wirklich schwere Zeit hinter mir, und ehrlich gesagt war ich nicht sicher, dass ich je wieder springen kann.»

Vor der WM wies Barshim eine Saisonbestleistung von 2,27 m aus. Nun siegte er mit 2,37 m, einer Höhe, die zuvor in diesem Jahr noch keiner gesprungen ist. 2,33 m hatte er erst im dritten Anlauf überquert, ehe er sowohl 2,35 als auch 2,37 m im ersten Versuch meisterte. Damit wurde er seiner Rolle als Botschafter von Katar perfekt gerecht. Zwar hatte zuvor schon Abderrahman Samba für das Gastgeberland über 400 m Hürden mit Bronze eine Medaille geholt, Samba ist jedoch wie viele andere Sportler eingebürgert. Barshim dagegen kommt aus Doha und ist in Katar aufgewachsen.

Nichtsdestotrotz war das Stadion leer, als dem «Prince», wie Barshim sich auf Instagram nennt, Gold hätte umgehängt werden sollen. Das führte dazu, dass die Medaillenzeremonie kurzfristig verschoben wurde. Diese Posse zeigte einmal mehr, wie absurd es war, die WM nach Doha zu vergeben. Die Sportkultur ist in Katar nicht besonders ausgeprägt, das Land hat weltweit eine der höchsten Übergewichtsraten. Umso erstaunlicher ist es, dass es der 1,89 m grosse und nur 65 kg schwere Barshim so weit gebracht hat.

Über 3000 m Steeple verteidigte Conseslus Kipruto den Titel ebenfalls erfolgreich. Allerdings wäre die Serie kenianischer Erfolge in dieser Disziplin an Weltmeisterschaften beinahe zu Ende gegangen. Letztmals kam der Sieger 2005 nicht aus dem afrikanischen Land, als Saif Saaeed Shaheen für Katar triumphierte. Allerdings stammt dieser ebenfalls aus Kenia. Also ist eigentlich der Italiener Francesco Panetta (1987) der letzte nicht-kenianische WM-Sieger über 3000 m Steeple.

Kirpruto setzte sich nach einem packenden Endspurt um eine Hundertstelsekunde vor dem erst 18-jährigen Äthiopier Lamecha Girma durch. Mit 8:01,35 Minuten verbesserte er die bisherige Jahresweltbestleistung seines Landsmanns Benjamin Kigen um 3,77 Sekunden.

Über 400 m siegte Steven Gardiner von den Bahamas (43,48), der wie die Kubanerin Yaimé Pérez im Diskuswerfen (69,17) zum erstmal Mal Weltmeister wurde. Pérez schaffte gar zum ersten Mal den Sprung aufs WM-Podest.

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