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Bayern München greift die deutschen Medien an

Die Entscheidungsträger von Bayern München - Uli Hoeness, Karl-Heinz Rummenigge, Hasan Salihamidzic - treten vor die Mikrofone. Aber was sie von sich geben, ist nur ein Tadel an die deutschen Medien.
Karl-Heinz Rummenigge verbreitete seine heiligen Zorn (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Karl-Heinz Rummenigge verbreitete seine heiligen Zorn (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

(sda)

Der Inhalt der gross angekündigten Medienkonferenz der Führungsriege am Freitagmittag war - wohl für alle - eine Enttäuschung. Die Elefantenrunde mit Präsident Uli Hoeness, dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic tadelte minutenlang die Anwesenden, nämlich die Medienvertreter, für deren jüngste Berichterstattung über Bayern München und über die Bayern-Spieler in der deutschen Nationalmannschaft.

Am Schluss der Veranstaltung warfen die Bayern-Granden den Journalisten das Verbreiten von falschen Informationen vor. Sie hielten sie an, ihre Informanten zu überprüfen. Und sie drohen für den Fall weiterer Falschmeldungen rechtliche Schritte an. Allerdings nannten sie aus der Vergangenheit keine Beispiele für eine falsche Berichterstattung.

Vorher war insbesondere Rummenigge mit den Medienleuten hart ins Gericht gegangen. Er bezog sich auf die jüngste Berichterstattung aus der Nationalmannschaft, als Torhüter Manuel Neuer und die Verteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng in verschiedenen Medien kritisiert worden waren. Rummenigge sagte: «Wenn ich bei Hummels und Boateng von Altherrenfussball lesen muss, kann ich nur noch eins sagen: Geht's eigentlich noch? Die Polemik scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Das gilt für Medien, für Experten und für Experten, die früher einmal bei diesem Klub gespielt haben.» Beim Dritten bezog sich Rummenigge, ohne den Namen zu nennen, auf Lothar Matthäus.

Rummenigge, von Hoeness «hundertprozentig» unterstützt, sagte auch, dass sich der Verein eine solche Berichterstattung nicht weiter gefallen lassen werde. Was der Verein gegen Berichterstattungen jedweder Art unternehmen könnte, liess Rummenigge allerdings offen.

Im Nachhinein fragen sich die deutschen Medien, wieso sie von den mächtigen drei zu einer Medienkonferenz nach München gerufen worden sind. Der Klub hätte die Möglichkeit gehabt, seine eigenartige Medienschelte schriftlich oder mit einer Videobotschaft zu verbreiten.

Deshalb darf man vermuten, dass die Medienkonferenz eigentlich wegen des bislang wenig erfolgreichen Trainers Niko Kovac einberufen wurde. Es ist denkbar, dass der für Kovac vorderhand günstige Entscheid erst kurz vor dem Pressetermin gefallen ist. Auf diese Weise hätten Hoeness und Co. die Möglichkeit gehabt, an der Medienkonferenz Kovacs Entlassung bekanntzugeben oder - wie jetzt geschehen - den Termin mit einem Ersatzthema zu füllen, mit dem Frontalangriff auf die deutschen Medien.

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