Bayern setzen sich Scheuklappen auf

Bayern München ist der achte Meistertitel in der Bundesliga in Folge nur rechnerisch noch zu nehmen. Bis allerdings letzte Zweifel ausgeräumt sind, üben sich die Bayern in der Scheuklappen-Taktik.

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Hansi Flick will noch nicht an die Titelfeier mit den Bayern denken

Hansi Flick will noch nicht an die Titelfeier mit den Bayern denken

KEYSTONE/EPA/MATTHIAS HANGST / POOL
(sda)

Hansi Flick steht als Trainer von Bayern München vor dem Gewinn seines ersten Meistertitels. Doch noch interessiert er sich dafür nicht. Er habe sich «null» mit einer Feier beschäftigt und rechne auch «null» damit, dass die Bayern am Samstagabend auch tatsächlich vorzeitig als Meister feststehen würden, sagte Flick im Hinblick auf die Spiele vom Samstag. Die Bayern bräuchte zur vorzeitigen Entscheidung einerseits den Sieg gegen Borussia Mönchengladbach im Abendspiel, andererseits müsste Verfolger Borussia Dortmund am Nachmittag als Gast bei Fortuna Düsseldorf verlieren.

Für Flick ist es eine Frage von Respekt, «dass man die Sache sehr ernst nimmt und da nicht schon von irgendwelchen Feiern spricht». Es seien sich alle im Team bewusst, dass sie für den Meistertitel noch zwei Siege bräuchten, sagte der 55-Jährige, der die Bayern in 27 Pflichtspielen zu 24 Siegen geführt hat. Gegen die Borussia aus Mönchengladbach wird Flick nicht auf sein produktives Angriffstrio zählen können. Thomas Müller und Robert Lewandowski stehen dem Leader im Duell mit dem Viertklassierten sicher nicht zur Verfügung, Serge Gnabry steht zudem auf der Kippe.

Von den Personal-Hindernissen wollen sich die Münchner bei ihrem von Flick attestierten «Riesenlauf» aber nicht stoppen lassen. Die um einen Champions-League-Platz kämpfende Borussia sollte das letzte grössere Hindernis auf dem Weg zur Meisterschale sein. «Thomas Müller und Robert Lewandowski sind natürlich spielbestimmende Mentalitätsspieler, die sicherlich fehlen werden, aber der Kader der Bayern ist so aufgestellt, dass man die Beiden für eine Partie ersetzen kann», sagte Mönchengladbachs Coach Marco Rose.

Eine Entscheidung könnte am Samstag auch am Tabellenende fallen. Verliert Paderborn gegen das ebenfalls abstiegsgefährdete Werder Bremen im Duell der Tabellenletzten, wird der Aufsteiger nach nur einer Saison wieder in die 2. Bundesliga zurückkehren. Beim SCP setzt man - anders als bei den Bayern - nicht mehr auf eine Scheuklappen-Taktik. Trainer Steffen Baumgart sprach gegenüber den Medien bereits über Paderborns Ausrichtung im Falle eines Abstieges. «Sicherlich wird es bei einem Abstieg einen grösseren Umbruch geben», sagte er. Der 48-Jährige, der damit rechnet, auch in der 2. Bundesliga noch Trainer in Paderborn zu sein, will in der Zweitklassigkeit vor allem auf «junge und entwicklungsfähige Spieler» setzen.