Verlieren NFL-Teams absichtlich für bessere Draft-Möglichkeit?

Es ist so unamerikanisch wie es nur geht: absichtlich verlieren. Genau dies passiert in der Football-Liga NFL immer wieder um die Weihnachtszeit.

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«Wer hier gewinnt, ist in Wirklichkeit der Verlierer», hiess es in der Vorschau. Die New York Giants (li. Punter Riley Dixon) siegten am Sonntag gegen die Washington Redskins (re. Linebacker Nate Orchard)
Die Cincinnati Bengals mit Quarterback Ryan Finley sind das schlechteste Team dieser NFL-Saison und dürfen deshalb beim Draft als Erste wählen
Die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Der legendäre Peyton Manning war 1998 der Nummer-1-Pick der Indianapolis Colts und gewann mit den Colts 2007 und den Denver Broncos 2016 zweimal die Super Bowl
Wie sich wohl die Fans fühlen, wenn die Teamverantwortlichen versuchen, möglichst viele Spiele zu verlieren? Das Gesicht dieses Cincinnati-Bengals-Anhängers sagt alles
Nicht so schlecht wie gedacht: Ersatz-Quarterback Ryan Fitzpatrick führte seine Miami Dolphins immerhin zu vier Siegen, nachdem die vier vermeintlich besten Spieler wegtransferiert wurden
Deshalb dürften nun die Washington Redskins mit dem jungen Quarterback Dwayne Haskins im Draft als zweites Team aus den viel versprechenden Nachwuchsspielern aussuchen dürfen
Nick Foles gewann mit den Philadelphia Eagles die Super Bowl 2018, war Final-MVP und war im Draft nur die Nummer 88
Weitere Beispiele für Leistungsträger, die nicht als Nummer 1 gezogen wurden: Die Quarterbacks der Super-Bowl-Champions seit 2000. Tom Brady gewann mit den New England Patriots 2002, 2004, 2005, 2015, 2017 und 2019 und wurde erst als Nummer 199 gezogen
Gilt als bester Spieler, der nicht einmal zu den 222 gedrafteten Spielern gehörte: 2000 gewann Kurt Warner mit den St. Louis Rams die Super Bowl und wurde zum MVP gewählt
Bestes Beispiel, dass der Nummer-1-Pick oft nicht die beste Wahl ist: Quarterback Patrick Mahomes wurde im Draft 2017 erst als Nummer 10 von den Kansas City Chiefs gewählt - und wurde letztes Jahr in seiner erst zweiten Saison als MVP ausgezeichnet
Nur 1.83 m gross und erst als Nummer 32 ausgewählt: 2010 war Drew Brees Super-Bowl-MVP mit den New Orleans Saints und ist seit der laufenden Saison der Spieler mit den meisten Touchdown-Pässen in der NFL-Geschichte
Russell Wilson wurde wegen seiner geringen Körpergrösse von nur 1.80 m erst als Nummer 75 gewählt und gewann mit den Seattle Seahawks die Super Bowl 2014
Der MVP der Super Bowl 2001 war für einmal kein Quarterback, sondern ein Linebacker (Abwehrspieler): Im Draft gezogen wurde Ray Lewis, der mit den Baltimore Ravens zwölf Jahre später noch ein zweites Mal triumphierte, aber erst als Nummer 26
Super-Bowl-Champion 2005 und 2009 mit den Pittsburgh Steelers: Ben Roethlisberger, der Hüne mit Vorfahren aus dem Emmental, war bei seinem Draft nur die elfte Wahl
Gilt als einer besten Quarterbacks aller Zeiten und gewann mit den Green Bay Packers als MVP die Super Bowl 2011: Im Draft war Aaron Rodgers aber nur die Nummer 24
Joe Flacco war MVP der Super Bowl 2013, die er mit den Baltimore Ravens gewann. Im Draft war er die Nummer 18
Verpasste Chance: Eli Manning war von den San Diego Chargers als Nummer 1 gezogen worden. Der jüngere Bruder von Peyton Manning wurde aber sogleich zu den New York Giants wegtransferiert - mit denen er die Super Bowls 2008 und 2012 gewann