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Brunner: «Ich wollte nochmals alles auf Null stellen»

Nach drei Saisons mit grossem Verletzungspech befindet sich Damien Brunner auf dem Weg zurück zur alten Stärke. Am Donnerstag und Freitag spielt er für die Schweiz am Heimturnier in Luzern.
Damien Brunner zeigt bislang eine starke Saison (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Damien Brunner zeigt bislang eine starke Saison (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Auf die Frage, wieviel noch zu 100 Prozent fehle, antwortete Brunner: «Prozentzahlen interessieren mich nicht gross. Das Gefühl ist gut, und das zählt.» Tatsächlich präsentierte sich der 32-jährige Zürcher zuletzt in starker Form. In den letzten fünf Spielen gelangen ihm je fünf Tore und Assists. Keiner hat in der laufenden Meisterschaft mehr Treffer erzielt als Brunner, der 14 Tore und 13 Assists verzeichnet und in der Skorerliste hinter Dominik Kubalik (Ambri-Piotta/11/20) und Mark Arcobello (Bern/12/16) den 3. Platz belegt. «Es war ja nicht so, dass ich gleich von Beginn weg Vollgas geben konnte», erklärte Brunner. „Es war ein Prozess mit einer guten Steigerung.»

Als entscheidenden Faktor für die guten Leistungen erachtet er den Spielrhythmus. Davor war er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden, zuletzt erlitt er im März einen Beinbruch. Überhaupt stand die Zeit in Lugano, wohin er im Dezember 2014 nach dem Ende seines knapp zweijährigen Abenteuers in der NHL gewechselt war, unter keinem guten Stern. In den vergangenen drei Saisons verpasste er 85 von 194 Partien.

«Ich musste mich herantasten»

Mit dem Abgang zu Biel entschloss sich Brunner für einen Neustart: «Das Ziel war, nochmals alles auf Null zu stellen, alles auszublenden, was war, ob gut oder negativ, und mich nochmals zu beweisen. Biel gab mir genügend Zeit. Ich hatte die nötige Ruhe, um Schritt für Schritt besser zu werden.»

Im Sommer trainierte er individuell, was er schon seit 2009 macht. «Das ist für mich wichtig, obwohl es ein Mannschaftssport ist», sagte Brunner. Schliesslich gelte es, auf den eigenen Körper einzugehen, «es gibt nicht 20 Spieler, die genau gleich sind.» Zudem musste er ohnehin spezifisch arbeiten, da er wegen den Verletzungen Dysbalancen hatte. Es stand viel Physiotherapie auf dem Programm. «Ich konnte im Sommer nicht voll trainieren, sondern musste mich herantasten», sagte Brunner.

Gross gehadert hat er wegen den vielen Rückschlagen nicht. «Eine Verletzung hätte gereicht. Ich konnte aber gut damit umgehen. Die Motivation für einen Aufbau war immer da.» Inwiefern profitierte er menschlich, schliesslich wird gerade auch von Topssportlern immer wieder betont, dass schwierige Situationen umso lehrreicher seien? «Man lernt sich selber kennen, lernt den inneren Sauhund zu überwinden und wieder aufzustehen. Eine schwere Verletzung zu bewältigen, ist mit viel harter Arbeit verbunden.»

«Die Wahrheit liegt dazwischen»

Nicht nur Brunner läuft es aktuell hervorragend, auch Biel spielt bislang eine starke Saison. Vom 29. September bis und mit 22. November waren die Seeländer gar ununterbrochen Leader. Nach einem zwischenzeitlichen Tief mit sieben Niederlagen in neun Partien fingen sich die Bieler wieder. Derzeit belegen sie hinter Bern und Zug den 3. Rang.

«Die Wahrheit liegt zwischen dem guten Saisonstart und der kleinen Baisse», so Brunner. Als absolutes Topteam sieht er seine Mannschaft noch nicht. «Wir verstecken uns vor niemandem, aber wir wissen, dass vom Kader her sechs, sieben Equipen vor uns sind. Wir sind jedoch gut zusammengestellt, haben ein gutes Teamgefüge. Das ist auch ein Faktor, der eine Rolle spielt. Wir können jeden Gegner schlagen, wenn wir gut spielen.» Brunner betonte aber auch, dass die Saison erst im Februar richtig losgehe. «Zu Beginn sind die Topteams vielfach in der Probephase.»

Ohnehin gilt sein Fokus derzeit dem Nationalteam, mit dem er am Donnerstag auf Österreich trifft. Brunner hatte zuletzt vor knapp einem Jahr am Spengler Cup in Davos für die Schweiz gespielt. Zur WM-Silbermedaille sagte er: «Es ist immer schön, wenn das Eishockey in eine positive Richtung geht. Oben sieht es gut aus. Bei den Juniorenprogrammen dagegen sind uns viele Nationen einiges voraus. Da müssen wir in Zukunft den Hebel ansetzen.»

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