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Carlsen demontiert den Herausforderer Caruana im Tiebreak

Magnus Carlsen verteidigt in London seinen Weltmeister-Titel im Schach erfolgreich. Im Tiebreak wird der Norweger seiner Favoritenrolle gerecht und demontiert den Amerikaner Fabiano Caruana.
Der alte und neue Weltmeister Magnus Carlsen (links) hatte die Partien am Schlusstag jederzeit im Griff. (Bild: KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

Der alte und neue Weltmeister Magnus Carlsen (links) hatte die Partien am Schlusstag jederzeit im Griff. (Bild: KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

(sda)

Der 27-jährige Carlsen bezwang seinen Herausforderer, den um ein Jahr jüngeren Caruana, gleich mit 3:0 Siegen im Schnellschach. Das Tiebreak war notwendig geworden, weil die aktuell besten zwei Schachspieler in den zuvor 12 Runden mit klassischer Bedenkzeit jeweils remis gespielt hatten.

Carlsen ist seit 2011 die Weltnummer 1, seit 2013 trägt er die WM-Krone. Den aus seiner Sicht drohenden Umsturz wendete er im Schnellschach mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus 10 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug überraschend deutlich ab. In London verteidigte er seinen Platz auf dem Thron souverän - zum insgesamt dritten Mal nach 2014 und 2016. Vom Preisgeld von insgesamt einer Million Euro sicherte er sich damit deren 550'000.

Ein früher Fehlgriff

Caruana geriet gleich in der ersten Partie der Kurzentscheidung ins Hintertreffen. Carlsen war mit Weiss am Drücker, als sich der amerikanisch-italienische Doppelbürger unter Zeitnot einen Fehlgriff leistete. Er schlug fälschlicherweise einen Bauern von Carlsen und geriet dadurch endgültig in den Würgegriff des Norwegers. Nach 55 Zügen gab Caruana auf.

Der Herausforderer war danach zu offensivem Spiel gezwungen und lief prompt in einen Konter. Bereits nach 28 Zügen musste er Carlsen, der diesmal die schwarzen Figuren führte, zur 2:0 Führung gratulieren. Zum Schluss gewann der Norweger nochmals mit Weiss, auch weil Caruana mit unkonventionellen Zügen ein grosses Risiko einging. Aber der Titelverteidiger verlor wie am ganzen Schlusstag nie die Kontrolle.

«Ich würde sagen, ich hatte heute einen ziemlich guten Tag auf der Arbeit», scherzte der sichtlich erleichterte Carlsen. «Fabiano war der härteste Konkurrent, den ich in einem WM-Kampf je hatte. Ich bin froh, diese Herausforderung gemeistert zu haben.»

Die WM der aktuell besten zwei Schachspieler - darin sind sich die Experten einig - entschied Carlsen letztlich dank seiner Intuition. Bei den zuvor 12 Partien mit klassischer Bedenkzeit konnte ihm Caruana noch die Stange halten. In fast allen Partien neutralisierten sich die Kontrahenten und teilten sich ohne grosse Aufreger den Punkt. Es gab aber auch Momente, in denen die Weltmeisterschaft einen ganz anderen, viel dramatischeren Verlauf hätte nehmen können. Gleich zum Auftakt verpasste Carlsen mit Schwarz mehrere Chancen zum Sieg. Es war ein grosser Kampf und ein Marathon mit sieben Stunden Spielzeit und 115 gespielten Zügen. Danach scheuten beide Spieler das Risiko. Erst in der sechsten Partie hatte Caruana seine erste klare Gelegenheit, in Führung zu gehen, liess sie aber ungenutzt.

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