Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Video

Die Zweifel sind weg: Corinne Suter gewinnt zum WM-Start Bronze

Gleich im ersten Rennen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Are gibt es die erste Medaille für die Schweiz. Die Schwyzerin Corinne Suter gewinnt bei den Weltmeisterschaften Bronze im Super-G. Auf dem Weg zur Medaille gab es einige Turbulenzen für die Schwyzerin. Doch sie hat gelernt, damit umzugehen.
Claudio Zanini, Åre

Corinne Suter kann vieles aushalten. Das ist nicht zuletzt ihrer Familienkonstellation geschuldet. Sie hat drei Brüder, zwei sind älter, einer jünger. In ihrer Kindheit war das Programm an Mittwochnachmittagen und an Wochenenden gesetzt. Die Geschwister gingen Skifahren in die Ibergeregg, das Skigebiet liegt unweit von ihrem Wohnort Schwyz. Die Jungs waren stärker, schneller und fuhren ihr davon. Aber das kümmerte sie nicht, sie nahm den Wettkampf an. «Für mich zählte nur, möglichst schnell hinterherzufahren», sagte sie kürzlich. «Ich glaube, meine Brüder haben viel damit zu tun, dass ich eine Skikarriere machen kann.»

Strahlende Bronze-Gewinnerin: Corinne Suter. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)Strahlende Bronze-Gewinnerin: Corinne Suter. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)
Die Medaille wird gefeiert. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)Die Medaille wird gefeiert. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)
Corinne Suter bei der Siegerehrung. (Bild: Pool/expa/freshfocus)Corinne Suter bei der Siegerehrung. (Bild: Pool/expa/freshfocus)
Corinne Suter bei der Siegerehrung. (Bild: Pool/expa/freshfocus)Corinne Suter bei der Siegerehrung. (Bild: Pool/expa/freshfocus)
Strahlende Bronze-Gewinnerin: Corinne Suter. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)Strahlende Bronze-Gewinnerin: Corinne Suter. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)
Die Schwyzerin Corinne Suter holt im ersten Rennen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften Bronze. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Die Schwyzerin Corinne Suter holt im ersten Rennen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften Bronze. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Mikaela Shiffrin, links, wird Weltmeisterin im Super-G. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Mikaela Shiffrin, links, wird Weltmeisterin im Super-G. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Corinne Suter holte die erste Medaille für die Schweiz an der WM. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Corinne Suter holte die erste Medaille für die Schweiz an der WM. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Sie kann es selbst kaum fassen. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Sie kann es selbst kaum fassen. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Corinne Suter nach der Fahrt in Are. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott) Corinne Suter nach der Fahrt in Are. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Sofia Goggia, links, wird Zweite. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Sofia Goggia, links, wird Zweite. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Lindsey Vonn stürzte bei ihrer Abfahrt. Sie konnte die Fahrt jedoch selbst beenden. (Bild: EPA/PONTUS LUNDAHL)Lindsey Vonn stürzte bei ihrer Abfahrt. Sie konnte die Fahrt jedoch selbst beenden. (Bild: EPA/PONTUS LUNDAHL)
Wendy Holdener wurde 14. (Bild: EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)Wendy Holdener wurde 14. (Bild: EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Lara Gut-Behrami fuhr auf Rang 9. (Bild: EPA/VALDRIN XHEMAJ)Lara Gut-Behrami fuhr auf Rang 9. (Bild: EPA/VALDRIN XHEMAJ)
Mikaela Shiffrin lässt die Emotionen raus. (Bild: KEYSTONE/ Jean-Christophe Bott)Mikaela Shiffrin lässt die Emotionen raus. (Bild: KEYSTONE/ Jean-Christophe Bott)
15 Bilder

Schwyzerin Corinne Suter holt WM-Bronze im Super-G

Suter war nicht nur auf dem Schnee talentiert. Leichtathletik und Reiten begeisterten sie ebenso. In der Oberstufe entschied sie dann, sich aufs Skifahren zu fokussieren. Sie startete mit dem Ziel in die Karriere, eines Tages Olympia- oder WM-Medaillen zu gewinnen, so wie sich dies viele Athleten wünschen. Am 5. Februar 2019 ist der Traum von Corinne Suter zur Realität geworden. Sie wird Dritte im Super-G an der WM in Åre, mit 24 Jahren.

Auf direktem Weg hat sie ihr Ziel nicht erreicht. Ihre Laufbahn ist geprägt von Zweifeln. Schlechtere Rennen beschäftigten sie länger, als nötig. Im Dezember 2016 belegte sie in der Abfahrt von Lake Louise den vierten Platz, danach folgte eine Schaffenskrise. In verschiedenen Versionen war von Suter mehrmals zu hören, sie ginge zu hart mit sich ins Gericht. Da der Kopf nicht frei war, kam der Griff zur Brechstange, vieles wollte sie erzwingen. Suter kam in einen Teufelskreis, sie hatte noch weniger Erfolgserlebnisse, suchte noch intensiver nach Ursachen.

WM-Limite im letzten Moment erfüllt

Nach dem WM-Super-G wird sie an der Pressekonferenz nach ihren Emotionen gefragt. Kurz vorher weinte sie an der Zeremonie im Zielraum und beim Fernsehinterview. Suter sitzt auf einem Podium, die Tränen kommen wieder. Später sagt sie: «Ich hatte viermal soviel Tränen der Enttäuschung, als Tränen der Freude in meiner Laufbahn.»

Aber eben, Suter kann vieles aushalten. Auch körperlich. Im letzten Sommer hatte sie einen Bluterguss am Zehen. Eine ungeschickte Selbstbehandlung der Blessur führte zur Infektion. Die Schmerzen wanderten hoch zum Unterschenkel. Nachdem sie einem Trainer ein Bild des Fusses schickte, reagierte dessen Frau, eine Ärztin, sie schickte Suter umgehend auf den Notfall. Es war eine Blutvergiftung, die schwerste Konsequenz wäre eine Amputation gewesen.

Suter musste auf dem Weg zur WM-Medaille im Super-G viele Turbulenzen überstehen. Zehn Tage vor dem Start der Titelkämpfe hatte sie die Selektionsvorgaben des Skiverbands in dieser Disziplin noch gar nicht erfüllt. Am Weltcup von Garmisch änderte sich das. Sie erreichte den sechsten Platz. Nur hatten zu diesem Zeitpunkt fünf andere Fahrerinnen die Qualifikation bereits geschafft. Alle konnten nicht starten, nur vier Plätze gibt es. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Michelle Gisin und der Nicht-Nomination von Joana Hählen war der Weg frei für Suter.

Das leidige Hundertstelpech

Nachdem sie mit der zweitbesten Zeit über die Ziellinie in Åre fuhr, standen noch einige Medaillenkandidaten oben. Sie traute sich nicht hinzusehen bei den Fahrten der folgenden Konkurrentinnen. Doch am Ende fuhr nur noch Mikaela Shiffrin an die Ranglistenspitze. Die Amerikanerin gewann dreimal in dieser Weltcup-Saison. Zittern musste Suter schliesslich noch bei Viktoria Rebensburg. Die Deutsche verfehlte das Podest um zwei Hundertstel.

Geschlagen wurde Suter in einem wahren Hundertstel-Krimi einzig von der Amerikanerin Mikaela Shiffrin (Mitte) und der Italienerin Sofia Goggia (links). (Bild: Marco Trovati/AP)

Geschlagen wurde Suter in einem wahren Hundertstel-Krimi einzig von der Amerikanerin Mikaela Shiffrin (Mitte) und der Italienerin Sofia Goggia (links). (Bild: Marco Trovati/AP)

Das Hundertstelpech ist Suter nicht fremd. In Cortina fehlte ein einziger Hundertstel für ihren allerersten Podestplatz im Weltcup. Noch in der Vergangenheit hätte sie gehadert, diesmal hakte sie das Resultat zügig ab. Sie hat neue Strategien gefunden, kommunizierte mehr mit den Betreuern und lässt sich nicht mehr nervös machen, wenn es mal nicht nach Wunsch läuft.

Die Formkurve stieg in dieser Saison, je näher die WM kam. Die Medaille zum Auftakt könnte nochmals einen Schub geben für die Abfahrt, die am Sonntag stattfindet. Sie sagt nach dem Super-G: «Ich habe mir eigentlich grössere Chancen für die Abfahrt ausgerechnet.» Es könnte der nächste Exploit werden.

Das Gepäck der Skifahrer ist mit einem LKW in Åre angekommen

Während Corinne Suter bei der Ski-WM in Åre auf das Podest fuhr, warteten Carlo Janka, Mauro Caviezel und weitere Athleten noch auf ihr Gepäck. Rund 300 Gepäckstücke mussten nach dem Anreisechaos an den Flughäfen mit einem Truck nach Åre gefahren werden. Da diversen Fahrern auch das Material fehlte, wurde das Abfahrtstraining der Männer am Dienstag abgesagt. Gegen 13 Uhr traf der LKW dann in Åre ein. Die Schweizer, Österreicher, Deutschen, Italiener und Franzosen können sich jetzt auf ihr Gepäck freuen. (sda)

Ganz Schwyz freut sich für Corinne

Zuhause in Schwyz haben die Fans von Corinne Suter das Rennen mit Spannung verfolgt. So auch Suters Nachbar Robert Laimbacher:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.