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Costa Rica sieht sich nicht mehr als Underdog

Costa Rica ist 2014 als Viertelfinalist die grosse Überraschung. Viele Veränderungen erfährt das Team nicht. Die Erwartungen sind vor der WM 2018 gestiegen, aber die Unbeschwertheit ist weg.
(sda)

Der Volksheld wird mit Umarmungen und Glückwünschen empfangen: Keylor Navas, eben zum dritten Mal Champions-League-Sieger mit Real Madrid geworden, ist in seiner Heimat angekommen. Und damit ist auch der Leitwolf der Nationalmannschaft Costa Ricas im Kreise seiner Mitspieler, die sich viel vorgenommen haben für die WM 2018 in Russland.

Vor vier Jahren war Costa Rica noch der grosse Aussenseiter, schaffte es aber in einer Gruppe mit den drei Ex-Weltmeistern England, Italien und Uruguay und später auch gegen Ex-Europameister Griechenland bis in die Viertelfinals. Die WM 2014 war der grösste Erfolg in der Geschichte des kleinen mittelamerikanischen Landes. Und er strahlt bis heute nach. Entsprechend hoch liegt die Messlatte für das Turnier in Russland. Aber: Diesmal wird niemand die Costa Ricaner unterschätzen.

Bürde für Trainer Ramirez

Die Last der Verantwortung liegt vor allem auf den Schultern von Trainer Oscar Ramirez. Der 54-Jährige ist in Costa Rica populär, ausserhalb des Landes allerdings eher unbekannt. Er versucht es mit einer Mischung aus gestandenen Stars der WM 2014, die allerdings allesamt auch vier Jahre älter und ein bisschen satter sind, sowie mit ein paar frischen Gesichtern. Costa Rica profitiert ein wenig von der stärker werdenden Major League Soccer in den USA, in der traditionell viele Profis tätig sind. Trotzdem werfen einige Medien Ramirez vor, den Erneuerungsprozess zu schleppend angegangen zu sein.

Der Weg zur WM-Qualifikation war gespickt mit Problemen und Leistungsschwankungen. Paulo Wanchope hatte als Nachfolger von Jorge Luis Pinto wenig Erfolg. Er ist in Costa Rica als WM-Teilnehmer und -Torschütze von 2002 und 2006 sowie als früherer England-Professional (Derby County, West Ham United, Manchester City) eine Art Volksheld, doch als Nationaltrainer musste er schon früh den Hut nehmen. Es soll menschlich nicht gepasst haben zwischen ihm und dem Team.

Seit Oscar Ramirez an Bord ist, präsentiert sich das Team stabiler, aber eben auch nicht so berauschend wie noch vor vier Jahren. Deutlich wird das vor allem an Captain Bryan Ruiz. Auch er ist in die Jahre gekommen und kam zuletzt bei Sporting Lissabon über die Rolle eines Reservisten nicht mehr hinaus. Seine Zeit in Portugal hat Ruiz inzwischen beendet, die WM in Russland soll für den 32-Jährigen ein Neuanfang sein.

Fehlendes Überraschungsmoment

Taktisch hat sich Costa Rica während der letzten vier Jahre weiterentwickelt, denn das Gerüst der Mannschaft spielt im Ausland und erfährt in den USA oder in Europa Weiterbildung auf höchstem Niveau. Was in Russland aber fehlen wird, ist das Überraschungsmoment als unbekannter Aussenseiter. Christoph Rocholl, langjähriger Berater des Fussball-Verbandes, sagte: "Die Unbefangenheit, welche die Mannschaft 2014 auszeichnete, kann es so kein zweites Mal geben."

Trainer Ramirez sind diese Herausforderungen bekannt. Er gibt sich zurückhaltend, fast ein wenig introvertiert. In Interviews versucht er, Gelassenheit und Ruhe auszustrahlen. Er weiss aber auch, dass seine Landsleute von ihm in den Spielen gegen Serbien und die Schweiz Siege erwarten. Wer gegen Italien und Uruguay gewonnen hat, kann das auch gegen die vermeintlich schwächeren Nationen aus Europa. Die Rolle des Underdogs spielt in den Augen der Costa Ricaner diesmal Serbien.

Von Trainer Ramirez sowie von Captain Ruiz und Goalie Navas war schon die Rede. Viel Verantwortung müsste eigentlich auch Marcos Ureña schultern. Doch der Stürmer des Los Angeles FC erlitt vor wenigen Wochen eine Verletzung, die ihn in der WM-Vorbereitung zurückwarf. Erst Ende Mai stieg Ureña mit einer Gesichtsmaske wieder ins Training ein. Die Medien sind erleichtert, doch es ist ungewiss, in welcher Verfassung Ureña in Russland sein wird. Und diese ungewisse Situation ist ein wenig symbolisch für Costa Rica: Die WM 2018 wird zu einem Tanz auf dem Drahtseil.

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