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Das delikate Duell Genoni gegen Stephan

Im Fokus der Playoff-Finalserie zwischen Bern und Zug stehen auch die Torhüter.
Goalie Leonardo Genoni spielt in der Playoff-Finalserie noch für den SC Bern - die darauffolgenden fünf Saison dann für den jetzigen Titelkonkurrenten EV Zug (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

Goalie Leonardo Genoni spielt in der Playoff-Finalserie noch für den SC Bern - die darauffolgenden fünf Saison dann für den jetzigen Titelkonkurrenten EV Zug (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

(sda)

Dies, weil Berns Leonardo Genoni ab der nächsten Saison für Zug spielt und dort den langjährigen Goalie Tobias Stephan verdrängt. Beide Keeper versuchen derzeit, die Zukunft auszublenden.

Leonardo Genoni spricht während der Playoffs normalerweise nicht in der Öffentlichkeit. Sich in der entscheidenden Phase zurückzuziehen, damit sei er stets gut gefahren, hatte der Goalie in der Vergangenheit erklärt. Vor der Serie gegen Zug aber machte der 31-Jährige eine Ausnahme - auf «Empfehlung des Medienchefs», wie er sagte. Dennoch ist sich auch Genoni bewusst: Besondere Situationen erfordern besondere Massnahmen.

Delikat ist die Situation der beiden Final-Keeper tatsächlich. Um einen weiteren Schritt in Richtung Spitzenteam zu machen, engagierte Zug bereits im letzten Sommer Genoni ab der Saison 2019/2020 für fünf Jahre. Tobias Stephan sah sich gezwungen, einen neuen Arbeitgeber zu suchen (und fand diesen in Lausanne). Nun könnte Genoni den zweiten Meistertitel seines neuen Klubs verhindern. Oder Stephan bei seinem Abschied beweisen, dass er entgegen der Meinung seiner Vorgesetzten doch das Zeug zum Meistergoalie hat.

Beide blicken noch nicht so weit voraus und versichern, sich auf den Moment zu konzentrieren. «Logisch» sei es speziell, gegen Zug zu spielen, so Genoni. «Aber es ist ein Final, und nur das zählt. Ich will nicht daran denken, was danach kommt», sagte der Keeper vor der Serie. Bei Stephan tönt es ähnlich: «Ich will es nicht irgend jemandem zeigen, sondern für mich und die Mannschaft den Titel gewinnen, sonst für niemanden.»

Im ersten Spiel der Serie, das Zug in Bern am Donnerstag 4:1 gewann, standen nicht primär die Torhüter im Fokus, sondern andere Spieler. Berns Adam Almquist etwa, der sich nach einem brutalen Check gegen den Kopf von Reto Suri selbst ins Aus manövrierte. Oder Zugs Garrett Roe, der zuerst den «sterbenden Schwan» spielte und danach die Partie mit dem 3:1 vorentschied.

Zumindest Stephan darf aber für sich beanspruchen, einen nicht unwesentlichen Anteil am Break seiner Mannschaft geleistet zu haben. Nach 22 Minuten verhinderte er gegen den alleine vor ihm stehenden Mark Arcobello mit einem tollen Reflex den 0:2-Rückstand. Wer weiss, wie die Partie ausgegangen wäre, hätte Stephan den Schuss passieren lassen. «Es ist relativ schwierig zu lesen, wenn der Puck backhand kommt. Aber irgendwie brachte ich den Handschuh hin», kommentierte er die Szene.

Stephans Leistungen in den Playoffs liessen in der Vergangenheit öfters nach. Dieses Jahr aber zeigt er konstant Höchstleistungen. «Ich werde gut unterstützt von der Mannschaft. Das ist immer eine Voraussetzung, dass ein Goalie seine Leistung abrufen kann», so Stephan.

Seine statistischen Werte waren auch im ersten Finalspiel überdurchschnittlich. 94,44 Prozent betrug seine Abwehrquote. Zum Vergleich: Genoni kam auf durchschnittliche 90,32 Prozent. Über die gesamten Playoffs stoppte Stephan 92,59 Prozent aller Schüsse. Damit schneidet er etwas schlechter ab als Genoni (94,27), dessen hoher Wert - der beste aller Keeper - aber auch mit den zahlreichen Verlängerungen im Viertelfinal gegen Genève-Servette zusammenhängt.

Stephan betrachtet seine Leistungen nüchtern: «Um in den Playoffs auf diese Zahlen zu kommen, braucht es einen guten Goalie UND eine gute Mannschaft. Klar habe ich in der Vergangenheit Fehler gemacht in den Playoffs, aber Analysen werden manchmal etwas leichtfertig erstellt. Ich kann damit umgehen, es liegt an mir, das Gegenteil zu beweisen.» Weder mit Kloten noch mit Servette oder nun mit Zug hat Stephan je einen Meistertitel gewonnen. Dieses Jahr ist die Chance so gross wie nie zuvor, das Palmares zu äufnen. Die Lust darauf sei jedenfalls «riesig», so Stephan.

Genoni auf der anderen Seite hat bereits vier Meistertitel (davon drei mit Davos und einer mit Bern) gewonnen. Im Moment sieht es nicht danach aus, als könne er sich mit einem zweiten Titel aus Bern verabschieden. Der SCB kehrte in diesen Playoffs allerdings schon mehrmals zurück. «Wir absolvieren einen Steigerungslauf. Unser Weg ist nicht zu Ende», hatte Genoni vor dem ersten Spiel gesagt. Es liegt nun auch an ihm, den Worten Taten folgen zu lassen - bereits in Spiel 2 am Samstag.

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