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Der erste Spengler Cup nach der Ära Del Curto

Keine Nationalmannschaft und auch kein zweites Schweizer Team: Am Spengler Cup steht in der Altjahrswoche primär der HC Davos im Fokus.
Führt Harijs Witolinsch den HC Davos auch am Spengler Cup zum Erfolg? (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Führt Harijs Witolinsch den HC Davos auch am Spengler Cup zum Erfolg? (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

(sda)

Am Freitag leitete der Lette Harijs Witolinsch als Headcoach erstmals eine Davoser Trainingseinheit. Übers Wochenende folgen die Meisterschaftsspiele in Freiburg (Samstag) und daheim gegen Ambri (Sonntag) mit zwei Siegen. Nun bietet sich Witolinsch am Spengler Cup die Chance, sein neues Team besser kennenzulernen, der Mannschaft ein neues System zu verpassen und dieses im Wettkampf auch gleich zu testen.

Illusionen macht sich in Davos niemand mehr. Zwar schreibt niemand öffentlich die Playoffs schon ab, aber allen ist klar, dass der HCD nur mit Hilfe eines Wunders die 17 Punkte Rückstand auf den Playoff-Strich noch wettmachen kann. «Harijs Witolinsch muss primär den Klassenerhalt sicherstellen», lautet denn auch die Vorgabe von Präsident Gaudenz Domenig an den neuen Cheftrainer.

Witolinsch (50) kennt den Spengler Cup, was für die Altjahrswoche von Vorteil sein kann. 2003, damals stand er beim HC Thurgau in der NLB unter Vertrag, stürmte Witolinsch in Davos für Krefeld. Vor zwei Jahren besuchte er das Turnier unmittelbar nach seiner Entlassung bei Dynamo Moskau. Nur bei Pikes Oberthurgau in der 2. Liga und während anderthalb Jahren bei Dynamo Moskau wirkte Witolinsch bislang als Headcoach. Bei allen anderen Engagements war er «nur» der Assistent.

Karlovy Vary machte es vor

In Davos hoffen sie, dass es mit dem HCD mit Witolinsch rassig wieder aufwärts geht. Die Restrukturierung nach dem Abgang von Arno Del Curto nach 22 Jahren wird im Januar abgeschlossen. In der Woche vor dem Spengler Cup wurden die wichtigsten Verträge mit Leistungsträgern wie Andres Ambühl und Enzo Corvi verlängert. Drei Zuzüge aus dem Unterland sind für nächste Saison geplant. Alles scheint aufgegleist, damit der HC Davos künftig wieder kompetitiver als in der aktuellen Saison sein kann.

In der Vergangenheit erwies sich die Spengler-Cup-Teilnahme für den HCD im weiteren Meisterschaftsverlauf immer wieder als Handicap. Von einem Spengler-Cup-Loch war in den Monaten Januar/Februar zuweilen die Rede. Eine solche Baisse wäre diesmal für den HCD ein Albtraum, ein Desaster. «Diesmal brauchen wir das Gegenteil», meint Marc Gianola, der CEO des HC Davos und Turnierdirektor des Spengler Cups. «In der Vergangenheit haben immer wieder ausländische Gäste am Spengler Cup Schwung aufnehmen und diesen in die Landesmeisterschaft mitnehmen können.»

Dafür gibt es Beispiele: 1993 kam Färjestads BK als schwedisches Tabellen-Schlusslicht an den Spengler Cup. Färjestad gewann den Spengler Cup, legte danach auch in der Meisterschaft eine starke Serie hin und schaffte problemlos den Klassenerhalt. Ein wahres Märchen schrieb vor zehn Jahren der HC Energie Karlovy Vary. Die Tschechen rangierten vor dem Turnier im hinteren Mittelfeld der tschechischen Liga. In Davos gelang Karlovy Vary zwar bloss ein Sieg, was zu Platz 4 unter 5 Teams reichte. Aber das Team fand sich in Davos, qualifizierte sich für die Playoffs und wurde im Frühling 2009 zum einzigen Mal Meister in Tschechien.

Trinec und Magnitogorsk in Form

Am Spengler Cup trifft der HC Davos in der Vorrunde in der «Gruppe Cattini» auf das Team Canada (am 26. Dezember) und den DEL-Vertreter Ice Tigers Nürnberg. In der «Gruppe Torriani» spielen Ocelari Trinec aus Tschechien, Metallurg Magnitogorsk aus Russland und KalPa Kuopio aus Finnland um die direkte Halbfinalqualifikation. Derweil Nürnberg (11. in der DEL) und KalPa Kuopio (11. in der Liiga) wie Davos in der Meisterschaft schwächeln, reisen Trinec (Leader in der Extraliga) und Magnitogorsk (5. von 25 KHL-Teams) als Spitzenteams ins Bündnerland. Trinec erreichte vor einem Jahr in der Champions Hockey League die Halbfinals, wurde im Frühling tschechischer Meister und führt derzeit die Tabelle bereits wieder an.

Seit der Einführung des neuen Modus nahmen stets zwei Schweizer Teams am Spengler Cup teil: Neben Davos waren es Genève-Servette (2010/13/14), Kloten (2011), Fribourg-Gottéron (2012), Lugano (2015/16) und zuletzt sogar die Nationalmannschaft (2017). Die Absicht ist, künftig wieder zwei Schweizer Teams im Feld zu haben.

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