Der SCB verliert erneut nach einer 3:0-Führung

Beim SC Bern wird aus einer schwierigen Situation langsam eine Krise. Der Meister verliert beim 4:5 nach Penaltyschiessen gegen Zug zum dritten Mal in Folge - trotz einer 3:0-Führung nach elf Minuten.

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Einst in Bern, jetzt in Zug: Zugs Goalie Leonardo Genoni war im Match gegen seine frühere Mannschaft nicht unterbeschäftigt (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Einst in Bern, jetzt in Zug: Zugs Goalie Leonardo Genoni war im Match gegen seine frühere Mannschaft nicht unterbeschäftigt (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Am Ende wurde Leonardo Genoni doch noch zum strahlenden Sieger. Er liess sich im Penaltyschiessen gegen seine letztjährigen Teamkollegen nur von Vincent Praplan bezwingen, während für Zug Carl Klingberg, Lino Martschini und Dario Simion trafen. Der SCB verlor so eine Partie, die sie nie und nimmer hätten aus der Hand geben dürfen.

Der Meister war zu Beginn im Vergleich zum 0:5 in Lausanne am Vorabend nicht wieder zu erkennen. Nur gerade zweieinhalb Minuten brauchten Vincent Praplan und Alain Berger, um den Meister 2:0 in Führung zu bringen und Zug-Coach Dan Tangnes zu einem Timeout zu zwingen. In der 11. Minuten folgte noch das 3:0 durch Tristan Scherwey. Für EVZ-Goalie Leonardo Genoni bahnte sich bei seiner erstmaligen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte ein Debakel an.

Doch der SC Bern ist derzeit nur ein Schatten seiner üblichen Stabilität, an die man sich in der Ära Kari Jalonen gewöhnt hat. Nur 43 Sekunden nach dem 3:0 entwischte Carl Klingberg und verkürzte mit seinem 50. Tor in der höchsten Schweizer Liga. Im Mitteldrittel glichen Sven Leuenberger und erneut Klingberg mit zwei Unterzahltreffern aus.

Auch das 4:3 durch Tristan Scherwey hatte keinen Bestand. 57 Sekunden vor Schluss und ohne Goalie brachte Jan Kovar die Zuger, die zuletzt ebenfalls vier von fünf Spielen verloren hatten, in die Verlängerung. Am Ende verlor der SCB zum zweiten Mal in dieser Saison nach einer Dreitore-Führung, drei weitere Male gewannen sie nach einem Vorsprung mit zwei Toren nicht mit dem Punktemaximum. Seit den ersten zwei Heimspielen Mitte September holten die Berner zuhause nie mehr drei Punkte.

Telegramm

Bern - Zug 4:5 (3:1, 0:2, 1:1, 0:0) n.P.

16'848 Zuschauer. - SR Hebeisen/Kaukokari, Fuchs/Cattaneo. - Tore: 2. Praplan (Andersson, Arcobello) 1:0. 3. Berger (Praplan) 2:0. 11. (10:23) Scherwey (Ebbett) 3:0. 12. (11:06) Klingberg 3:1. 26. Leuenberger (Ausschluss Zgraggen!) 3:2. 37. Klingberg (Kovar/Ausschluss Morant!) 3:3. 47. Scherwey (Krueger, Rüfenacht) 4:3. 60. (59:03) Kovar (Diaz) 4:4 (ohne Torhüter). - Penaltyschiessen: Klingberg 0:1, Praplan 1:1; Martschini 1:2, Scherwey-; Lindberg-, Arcobello-; Simion 1:3, Andersson-. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 plus 5 (Morant) Minuten plus Spieldauer (Morant) gegen Zug. PostFinance-Topskorer: Arcobello; Hofmann.

Bern: Schlegel; Untersander, Burren; Andersson, MacDonald; Krueger, Blum; Colin Gerber; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Praplan, Arcobello, Moser; Sciaroni, Bieber, Kämpf; Berger, Spiller.

Zug: Genoni; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Stadler; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Bachofner; Langenegger, Albrecht, Zehnder.

Bemerkungen: Bern ohne Grassi, Koivisto, Mursak, Pestoni, Beat Gerber, Heim und Jeremi Gerber, Zug ohne Schnyder, Thorell und Senteler (alle verletzt). Timeout Zug (3.). Pfostenschüsse: Moser (35.), Praplan (46.). Zug von 58:18 bis 59:03 ohne Goalie.