Nach Özil-Affäre: DFB-Präsident Grindel weist Rassismus-Vorwürfe zurück

DFB-Präsident Reinhard Grindel weist die vom zurückgetretenen deutschen Internationalen Mesut Özil erhobenen Rassismus-Vorwürfe gegen den Verband erstmals persönlich zurück.

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Wegen der Özil-Affäre unter Druck: DFB-Präsident Reinhard Grindel (Bild: KEYSTONE/EPA/ALEXANDER BECHER)

Wegen der Özil-Affäre unter Druck: DFB-Präsident Reinhard Grindel (Bild: KEYSTONE/EPA/ALEXANDER BECHER)

(sda/dpa)

Es tue ihm für seine Kollegen, die vielen Ehrenamtlichen an der Basis und die Mitarbeiter im DFB leid, im Zusammenhang mit Rassismus genannt zu werden, erklärte Grindel schriftlich auf der Website des Deutschen Fussball-Bundes. «Für den Verband und auch für mich persönlich weise ich dies entschieden zurück.»

«Die Werte des DFB sind auch meine Werte. Vielfalt, Solidarität, Antidiskriminierung und Integration, das alles sind Werte und Überzeugungen, die mir sehr am Herzen liegen», erklärte Grindel. Die persönliche Kritik habe ihn getroffen. Özil hatte am Sonntag erklärt: «Leute mit rassistisch diskriminierendem Hintergrund sollten nicht länger im grössten Fussballverband der Welt arbeiten dürfen, der viele Spieler aus Familien verschiedener Herkunft hat.»

Grindel räumte in Bezug auf die Affäre um die Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auch Versäumnisse ein: «Rückblickend hätte ich als Präsident unmissverständlich sagen sollen, was für mich als Person und für uns alle als Verband selbstverständlich ist: Jegliche Form rassistischer Anfeindungen ist unerträglich, nicht hinnehmbar und nicht tolerierbar.»

Kommentar

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Dominik Weingartner