Die 15-jährige Amerikanerin steht in den Achtelfinals von Wimbledon

Der Hype um die erst 15-jährige Cori Gauff ist das grosse Thema der ersten Wimbledon-Woche. An ihrem Grand-Slam-Debüt qualifiziert sich die Amerikanerin gleich für die Achtelfinals.

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Die erst 15-jährige Cori Gauff wehrte gegen Polona Hercog zwei Matchbälle ab und steht bei ihrem Grand-Slam-Debüt gleich in den Achtelfinals (Bild: KEYSTONE/EPA/ANDY RAIN)

Die erst 15-jährige Cori Gauff wehrte gegen Polona Hercog zwei Matchbälle ab und steht bei ihrem Grand-Slam-Debüt gleich in den Achtelfinals (Bild: KEYSTONE/EPA/ANDY RAIN)

(sda)

Am Montag hatte Cori Gauff mit der knapp 24 Jahre älteren Venus Williams ihr grosses Vorbild geschlagen. Zwei Tage später bestätigte die Afroamerikanerin ihren Coup und schlug die ehemalige Halbfinalistin Magdalena Rybarikova in zwei Sätzen. Und auch in ihrer dritten Partie, die 2:47 Stunden dauerte, brachte der Teenager aus Florida nebst ihrer spielerischen Klasse erstaunliche mentale Qualitäten zutage.

Bei ihrem ersten Auftritt auf dem Centre Court im All England Club bewies Gauff Kampfgeist und Nervenstärke. Im zweiten Satz war sie zweimal nur einen Punkt vom Ausscheiden entfernt, befreite sich aber, gewann das Tiebreak und behielt auch im dritten Satz die Nerven, als sie einen 4:1-Vorsprung aus der Hand gab. «Ich bin froh, dass es vorbei ist», sagte Gauff, die nun auf Simona Halep trifft.

Für die im März 2004 in Atlanta geborene Amerikanerin war es bereits der sechste Sieg in London, nachdem sie mit 15 Jahren und 122 Tagen als jüngste Spielerin überhaupt die Qualifikation in Wimbledon überstanden hatte. «Ich will sie nicht unter Druck setzen», sagte BBC-Experte John McEnroe, der als 18-Jähriger bei seiner Wimbledon-Premiere die Halbfinals erreichte. «Aber wenn sie mit 20 nicht die Nummer 1 der Welt ist, bin ich schockiert.»

Belinda Bencic kann den Hype um Gauff verstehen: «Sie schlägt als 15-Jährige mit 190 km/h auf und gewinnt gegen Venus Williams.» Die Ostschweizerin war zwar bereits 16 Jahre alt, als sie die Junioren-Turniere in Paris und Wimbledon gewann, weiss aber aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man bereits in jungen Jahren im Fokus der Öffentlichkeit steht.

«Wichtig ist, dass sie das Umfeld gut beschützt», so Bencic. Im Frauen-Tennis gibt es viele Beispiele, wie einstige Wunderkinder mit den Folgen des schnellen Ruhms zu kämpfen hatten. Bencic nimmt auch die Medien in die Pflicht. «Sie sollen sie in Ruhe lassen, wenn sie nicht gleich übermorgen ein Grand-Slam-Turnier gewinnt.»

Aus ihren Ambitionen machte Gauff nie einen Hehl. Sie wolle die Beste der Geschichte werden, liess sie die Sportwelt über die sozialen Medien wissen. Und nach ihrem Sieg gegen Williams antwortete sie auf die Frage, wie weit sie im Turnier kommen könne: «Ich will es gewinnen.» Dass die Tochter eines ehemaligen College-Basketballers und einer Leichtathletin einmal für Schlagzeilen sorgen wird, kündigte sich schon länger an. 2013 hatte sie sich als jüngste Spielerin für den Juniorinnen-Final am US Open qualifiziert.

Trainiert wird Gauff, die sich Coco nennt, von ihrem Vater, gemanagt von Team8, der Agentur von Roger Federer und Tony Godsick. Wenn er helfen könne, mache er das gerne, sagte Federer. «Das Wichtigste ist einfach, dass sie sich selbst bleibt.»