Die Barrage ist ein Gespenst - wer wird es los?

St. Gallen, Sion und Luzern werden dem FC Zürich halbwegs dankbar sein für dessen Sieg in Neuenburg. So bleibt Xamax auf 36 Punkten sitzen, was sich die Genannten am Sonntag zunutze machen könnten.

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Wird sich St. Gallens Trainer Peter Zeidler bald nicht mehr ärgern müssen? (Bild: KEYSTONE/EDDY RISCH)
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Marcel Koller hat die Basler so weit gebracht, dass sie in der Rückrunde ungefähr mit YB mithalten. Gelingt ihm ein Prestige-Sieg im Stade de Suisse? (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Uli Forte wird für GC nicht der Heilsbringer gewesen sein. Am Sonntag, 12. Mai, kurz vor 18 Uhr, könnte der Abstieg der Hoppers besiegelt sein (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Sions Präsident Christian Constantin betraut Christian Zermatten (rechts) interimistisch mit dem Traineramt. Das Sagen wird Constantin selber haben (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)
YB-Cheftrainer Gerardo Seoane ist zusammen mit YB-Sportchef Christoph Spycher die Respektsperson dieser Saison. Wie stellt Seoane sein Meisterteam auf den Showkampf gegen den FC Basel ein? (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)
Die Luzerner Frohnatur Thomas Häberli könnte sich mit einem Sieg gegen Schlusslicht GC (fast) aller Sorgen entledigen (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Wird sich St. Gallens Trainer Peter Zeidler bald nicht mehr ärgern müssen? (Bild: KEYSTONE/EDDY RISCH)

(sda)

Als die Swiss Football League die Wiedereinführung der Barrage nach sieben Jahren beschloss, war nicht anzunehmen, dass es schon in der ersten Saison ein derartiges Gerangel geben würde. Über den 9. Platz, dessen Inhaber sich nach den regulären 36 Runden mit dem Zweiten der Challenge League - nach dem aktuellen Stand wäre es Aarau - um einen Platz in der Super League wird auseinandersetzen müssen, wurde in den letzten Wochen mehr geschrieben als etwa über das Rennen um die Plätze in der Europa-League-Qualifikation. Würde man sich die Ausmarchung in der Barrage wegdenken, wäre die Saison schon fast tot.

Thun verabschiedete sich am Samstag mit einem 1:0-Heimsieg gegen Lugano aus allen Spekulationen. Die Berner Oberländer werden mit nunmehr sieben Punkten Vorsprung auf Neuchâtel Xamax nichts mehr mit der Abstiegsentscheidung zu tun haben. So gesehen, bietet sich dem FC Luzern und Trainer Thomas Häberli am Sonntag eine einmalige Chancen. Mit einem Heimsieg gegen den designierten Absteiger GC können sich die Innerschweizer auf die Höhe des FC Thun verbessern.

Eine delikate Angelegenheit ist der Match zwischen St. Gallen und Sion. Die Ostschweizer würden sich mit einem Sieg um fünf Punkte von Sion und um sechs Punkte von Xamax absetzen. Wie Thomas Häberli könnten also auch Peter Zeidler aufatmen. Die Sittener dagegen werden nach jedem Spielausgang unter einem gewissen Druck bleiben - am meisten nach einer Niederlage. Im Wallis macht Interimstrainer Christian Zermatten mit seinen Leuten die Lauf- und Schusstrainings. Wer schliesslich spielen wird, dürfte er auf einem Zettel sehen, den ihm Christian Constantin aushändigt.

Im Duell des Besten zwischen den Young Boys und dem FC Basel in Bern haben die Basler erstmals seit langem die etwas besseren Karten. Ihrem Trainer Marcel Koller steht das gesamte Kader zur Verfügung. Keiner ist gesperrt, keiner verletzt, keiner krank. Kollers Gegenspieler Gerardo Seoane dagegen kann schon längere Zeit nicht aus dem Vollen schöpfen.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick

Luzern - Grasshoppers (3:1, 3:2, 2:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Dudic. - Absenzen: Knezevic und Juric (beide verletzt); Asllani (gesperrt), Nathan, Arigoni, Kastrati und Gjorgjev (alle verletzt). - Fraglich: Schwegler, Schmid und Cirkovic; Rhyner. - Statistik: Uli Forte verzichtet darauf, die letzte aller allerletzten Chancen zu beschwören. In den Köpfen der Hoppers könnte sich Resignation breitmachen. GC steigt ab. Für die Mannschaft von Trainer Thomas Häberli bieten die Voraussetzungen eine fabelhafte Gelegenheit, das Thema Barrage ad acta zu legen. Die Luzerner haben alle drei Meisterschaftsspiele gegen GC in dieser Saison gewonnen, wenn auch immer nur mit einem Tor Unterschied. Den vierten Sieg darf man von den Innerschweizern erwarten. Letztmals siegten die Grasshoppers in Luzern im Februar 2014. Seither gab es vier Luzerner Siege und fünf Unentschieden.

St. Gallen - Sion (2:4, 1:0, 2:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Itten und Wiss (beide rekonvaleszent); Abdellaoui, Carlitos, Mitrjuschkin, Raphael, Song und Blasucci (alle verletzt). - Fraglich: - ; Lenjani. - Statistik: Ein weiteres Duell zweier Mannschaften, die noch nicht gerettet sind. Während sich St. Gallen mit dem Sieg bei GC etwas Luft verschafft hat, ist Sion nach drei Niederlagen in Serie in eine ungemütliche Lage geraten - worauf Trainer Murat Yakin beurlaubt wurde. Immerhin glückte den Wallisern zu Beginn der Saison, noch unter Maurizio Jacobacci, in der Ostschweiz ein 4:2-Sieg. Aber gerade mit dem Toreschiessen hapert es. Das Torverhältnis aus den jüngsten drei Niederlagen lautet 0:8. Die Offensiven in der Mannschaft von Trainer Peter Zeidler übernahmen sich mit drei Toren in den letzten sechs Spielen allerdings auch nicht.

Young Boys - Basel (7:1, 3:1, 2:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schnyder. - Absenzen: Lauper, Garcia (beide gesperrt) und Sulejmani (verletzt); Basel komplett. - Fraglich: Camara; - . - Statistik: Zwischen dem Meister und dem Zweiten wird es im vollen Stade de Suisse um nichts als um das Prestige gehen, um ein wirksames Ballyhoo für die nächste Saison, wenn sich die beiden Dominatoren des Schweizer Fussballs endlich ein Duell liefern sollen, das nicht schon in der Winterpause so gut wie entschieden ist. Basel muss mit einem starken Auftritt das deprimierende 1:7 vom letzten September vergessen machen, und YB will weiter daran arbeiten, den einen oder anderen von den Baslern gehaltenen Super-League-Rekord an sich zu bringen. Dass sowohl Gerardo Seoane als auch Marcel Koller ihre besten Kräfte nominieren werden, daran ist nicht zu zweifeln.

Rangliste: 1. Young Boys 32/82 (85:30). 2. Basel 32/62 (61:39). 3. Thun 33/43 (55:53). 4. Lugano 33/41 (45:45). 5. Luzern 32/40 (47:54). 6. Zürich 33/40 (39:48). 7. St. Gallen 32/39 (42:54). 8. Sion 32/37 (45:52). 9. Neuchâtel Xamax FCS 33/36 (42:59). 10. Grasshoppers 32/24 (28:55).