Die Schweizer Handballer benötigen einen Exploit

Die Schweizer Handballer brauchen am Dienstag im letzten EM-Vorrundenspiel gegen Slowenien wohl einen Exploit, um die Hauptrunde noch zu erreichen.

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Nationalcoach Michael Suter vor dem entscheidenden Spiel der Schweizer Handballer

Nationalcoach Michael Suter vor dem entscheidenden Spiel der Schweizer Handballer

KEYSTONE/EL
(sda)

Nationaltrainer Michael Suter hält jedoch nichts davon, zu spekulieren.

Vor der Europameisterschaft deutete in der Gruppe F vieles auf einen «Final» zwischen der Schweiz und Slowenien um die Teilnahme an der Hauptrunde der besten zwölf Teams hin. Die SHV-Auswahl trug mit dem 31:24 gegen Polen ihren Teil dazu bei, doch spielten die Schweden nicht mit - sie unterlagen den Slowenen 19:21. Das hat die Ausgangslage für die Schweizer deutlich verschlechtert: Wenn die Skandinavier gegen die punktelosen Polen den erwarteten Sieg einfahren, ist gegen Slowenien ein Sieg mit mindestens acht Toren Unterschied fürs Weitergekommen gefordert. Denn bei Punktgleichheit zählen die direkten Begegnungen und da handelten sich die Schweizer mit der 21:34-Niederlage gegen die Schweden eine grosse Hypothek ein.

«Wir stellten uns das natürlich anders vor», sagte Suter. «Wir schliessen uns aber nicht irgendwelchen Spekulationen an, wenn, was, wie, wo. Es gibt keinen Grund, mit einer anderen Einstellung in die Partie zu gehen. Wir sind hier, um unseren Auftrag zu erfüllen. Ich will eine Mannschaft, die mental auf der Höhe ist, welche die inhaltlichen Sachen umsetzt und so spielt, als wäre es die letzte Partie des Lebens.» In die gleiche Richtung äusserte sich der sehr talentierte Kreisläufer Lucas Meister: «Wir müssen das Beste daraus machen, lassen den Kopf deshalb nicht hängen. Das Ziel ist zu gewinnen, wie das in jedem Spiel der Fall ist. Dann schauen wir, zu was es reicht.»

So oder so kann schon von einem positiven Turnier gesprochen werden, schliesslich darf nicht vergessen werden, woher die Mannschaft kommt und dass mit Ausnahme von Andy Schmid sämtliche Spieler erstmals an einer EM-Endrunde teilnehmen. «Es herrscht eine Atmosphäre, die mich stolz macht, Trainer dieses Teams zu sein. Das ist unabhängig von den Resultaten», erklärte Suter. Den Erfolg gegen Polen bezeichnete er «als grosses und wichtiges Kapitel auf unserem Weg. Für solche Siege leben wir alle.» Meister ergänzte: «Für uns und die Wahrnehmung von uns war das sehr, sehr wichtig. Es war nach wie vor nicht alles perfekt. Aber wir pushten uns, gaben Gas und hielten zusammen.» Der 23-Jährige ist überzeugt, dass die Mannschaft nun regelmässig an grossen Turnier dabei sein wird.

Sicher ist, dass sich die Schweizer während keiner Sekunde ausruhen werden. Dafür ist alleine schon der Perfektionismus und Ehrgeiz von Suter Garant.