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Die Schweizer Party in Davos fällt aus

Dario Cologna und Nathalie von Siebenthal enttäuschen beim Langlauf-Weltcup in Davos. Jubeln kann nur ein Jungspund aus dem Toggenburg.
Rainer Sommerhalder, Davos
Dario Cologna läuft in Davos auf Rang 15. Bild: Gian Ehrzeller / Keystone

Dario Cologna läuft in Davos auf Rang 15. Bild: Gian Ehrzeller / Keystone

Die Party war angerichtet. Dario Cologna bestritt erstmals ein Rennen in der Schweiz seit seinem insgesamt vierten Olympiasieg in Pyeongchang. Dies zu Hause in Davos – in der gleichen Stilart und über dieselbe Distanz wie vor zehn Monaten in Südkorea. Was sollte da noch schiefgehen? Jedoch am Ende des Wettkampftages gab es viele lange Gesichter – bei den Organisatoren, beim Publikum, bei den Trainern und bei Cologna selber. Das Schweizer Distanzteam fing eine regelrechte Schlappe ein. Der Olympiasieger ratlos auf Platz 15, die stärkste Athletin Nathalie von Siebenthal den Tränen nah auf Rang 14. Freude machten auch die restlichen Schweizer Weltcupläufer nicht.

Mit einer Ausnahme: Der 22-jährige Toggenburger Beda Klee feierte bei seinem erst vierten Einsatz im Distanzweltcup als 27. und zweitbester Schweizer –nur 22 Sekunden hinter Cologna – erstmals den Vorstoss in die Punkteränge. «Bisher schaffte ich es noch nie in die erste Ranglistenhälfte», sagte der stolze Klee. Der Wattwiler profitierte von seinen Erfahrungen des letzten Jahres, als er mutig startete, aber in der letzten Runde von Krämpfen geplagt einbrach. Und er profitierte von der Zusammenarbeit mit Chris Jespersen. Der fünftplatzierte Norweger holte Klee bei Rennhälfte ein und lief danach mehrere Kilometer gemeinsam mit dem Schweizer B-Kaderathlet.

Selbstkritischer Cologna

Zurück zu Cologna. Dieser wirkte zwar leicht ratlos, aber nicht wirklich beunruhigt. «Schönreden kann man mein Resultat nicht. Meine Form ist nicht so gut, wie sie sein sollte. Ich muss mir Gedanken machen, woran das liegt», sagte der 32-Jährige. Auf allzu kritisches Nachhaken, das sei wohl sein schlechtestes Resultat in Davos, reagierte der Bündner schlagfertig. «Ich war hier schon schlechter – und wurde danach Weltmeister.» Zwar hat sich Cologna um ein Jahr vertan. Sein enttäuschender 23. Platz in Davos war im Dezember 2011, die bisherige WM-Goldmedaille gewann er erst 15 Monate später in Falun. Aber auf den Rückschlag in Davos folgten damals die Siege in der Tour de Ski und im Gesamtweltcup. Und selbst vor einem Jahr beim fünften Rang im Heimrennen verlor er nur zwölf Sekunden weniger auf die Spitze als gestern. Colognas Fähigkeit, sich auf die Tour de Ski hin jeweils massiv zu steigern und seine Erfahrungen im Formaufbau in Richtung Grossanlass lassen die Langlauf-Verantwortlichen bei Swiss Ski weiterhin ruhig schlafen. Einige Fragen aber bleiben: Wieso baute Dario Cologna auf den letzten Kilometern wie bereits bei den ersten Rennen in Norwegen deutlich ab? Nach der Hälfte der Distanz lag er noch auf Platz 3. Und wie erklären sich seine Leistungsschwankungen in der noch jungen Saison? Immerhin lief er in seinem ersten Weltcuprennen des Winters vor zwei Wochen in Lillehammer über die gleiche Distanz auf Platz 4 – gegen die geschlossen angetretene norwegische Armada. Gestern in Davos fehlten die Dominatoren aus dem Norden gleich im Multipack: Sjur Röthe, Emil Iversen, Didrik Tönseth und Johannes Klaebo verzichteten auf einen Start. Cologna will die nächsten Tage nicht nur zur Vorbereitung auf die Tour de Ski nutzen, sondern sich auch Gedanken darüber machen, an was die nicht stabile Form und seine fehlende Kraft im letzten Rennabschnitt liegen könnten. Eine gescheite Antwort darauf fehlte ihm direkt nach dem Rennen.

Erschöpft im Ziel: Nathalie von Siebenthal. (Bild: Jürgen Staiger, Davos, 16. Dezember 2018))

Erschöpft im Ziel: Nathalie von Siebenthal. (Bild: Jürgen Staiger, Davos, 16. Dezember 2018))

Von Siebenthal den Tränen nahe

Gar wie ein Häufchen Elend präsentierte sich im Ziel Nathalie von Siebenthal. Für die zweifache Diplomgewinnerin der Olympischen Spiele von Pyeongchang bedeutete der 14. Rang eine kleine Katastrophe. Selbst ihre schnelle zweite Runde war ihr kein Trost. «Es ist derzeit der Wurm drin», sagte die 25-jährige Berner Oberländerin den Tränen nah und man wurde das Gefühl nicht los, von Siebenthal würde noch etwas anderes belasten. So jubelten eben andere vom Siegerpodest. Mit der Norwegerin Thereso Johaug jene Athletin, die bei ihrem siebten Distanzrennen in diesem Winter zum siebten Mal gewann. Mit dem Russen Jewgeni Below ein Läufer, der zuvor noch nie im Weltcup erfolgreich war. Eine Gemeinsamkeit verbindet die beiden. Johaug wie Below mussten den Olympischen Spielen im Februar wegen Dopings fernbleiben. Dies interessierte am Sonntag aber herzlich wenig.

Langlauf Davos. Weltcup. Männer. 15 km (Skating/Einzelstart): 1. Below (RUS) 35:52,5. 2. Manificat (FRA) 0,9 Sekunden zurück. 3. Sundby (NOR) 4,5. 4. Spizow (RUS) 7,5. 5. Jespersen (NOR) 10,6. 6. Gaillard (FRA) 17,0. – Ferner die Schweizer: 15. Cologna 38,5. 27. Klee 1:01,0. 30. Rüesch 1:07,7. 34. Livers 1:15,9. 51. Bieler 1:42,1. 52. Steiner 1:43,9. 54. Baumann 1:49,8. 57. Danuser 1:58,5. 59. Furger 2:03,0. 68. Lechner 2:26,1. 74. Capelli 2:49,5. 80. Käser 3:07,2. 84. Bohren 3:16,3. 86. Kindschi 3:16,8. 87. Danuser 3:24,1. – Nicht am Start (u.a.): Bolschunow (RUS), Tönseth, Röthe und Iversen (alle NOR). – Weltcupstand (8/32): 1. Bolschunow 367. 2. Röthe 329. 3. Iversen 328. – Ferner: 21. Cologna 122. Frauen. 10 km (Skating/Einzelstart): 1. Johaug (NOR) 26:06,9. 2. Östberg (NOR) 12,1 Sekunden zurück. 3. Pärmäkoski (FIN) 19,2. 4. Andersson (SWE) 38,2. 5. Diggins (USA) 1:01,1. 6. Brennan (USA) 1:04,9. – Ferner die Schweizerinnen: 14. Von Siebenthal 1:33,0. 36. Van der Graaff 2:11,4. 48. Hiernickel 2:44,9. 51. Fähndrich 2:55,7. 68. Pfäffli 4:12,3. 69. Steiner 4:16,2. 71. Fischer 4:38,9. – Weltcupstand (9/32): 1. Johaug 600. 2. Östberg 451. 3. Andersson 409. – Ferner: 29. Fähndrich 55. 34. Von Siebenthal 50.

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