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Durch die «Hölle» in den WM-Himmel

Seit 1996 in Lugano waren in einem WM-Strassenrennen nicht mehr so viele Höhenmeter zu bewältigen wie in Innsbruck. Auf dem Papier hat der dreifache Weltmeister Peter Sagan keine Chance.
Ein Heiliger ist er nicht, aber ein vierter WM-Titel in Serie wäre für Peter Sagan auf der schwierigen Strecke nach Innsbruck doch ein kleines Wunder (Bild: KEYSTONE/EPA/CHRISTIAN BRUNA)

Ein Heiliger ist er nicht, aber ein vierter WM-Titel in Serie wäre für Peter Sagan auf der schwierigen Strecke nach Innsbruck doch ein kleines Wunder (Bild: KEYSTONE/EPA/CHRISTIAN BRUNA)

(sda)

Peter Sagan ist der Superstar der Radszene. Im Alter von 28 Jahren hat er schon über 100 Siege als Profi auf dem Konto, darunter die Eintagesklassiker Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix sowie elf Etappen bei der Tour de France und deren 16 bei der Tour de Suisse. Schon sechsmal brachte er zudem bei der Grande Boucle das grüne Trikot nach Paris.

Ebenfalls speziell eindrücklich sind die drei gewonnenen WM-Titel in Serie des zum Allrounder gereiften Slowaken. 2015 in den USA fuhr er ähnlich einem Klassiker-Spezialisten solo zu Gold. Ein Jahr später auf dem komplett flachen Parcours in Katar besiegte der fast auf sich alleine gestellte Sagan alle Top-Sprinter. 2017 in Norwegen schliesslich zeigte er auch seine Puncher-Fähigkeiten und schaffte er mit dem Triple etwas an Weltmeisterschaften noch nie Dagewesenes.

Fast 260 km und 5000 Höhenmeter

Deshalb hüten sich nun die Experten davor, Sagan für das sehr anspruchsvolle Rennen am Sonntag abzuschreiben. Dabei sind auf den knapp 260 Kilometern von Kufstein ins Stadtzentrum von Innsbruck gleich neun knackige Anstiege mit total fast 5000 Höhenmetern zu absolvieren. Die letzte Steigung vor dem Ziel ist knapp drei Kilometer lang und durchschnittlich 11,5 Prozent steil. Die maximale Steigung auf dem von den Innsbrucker Organisatoren «Hölle» getauften Abschnitt beträgt gar mehr als 25 Prozent. Nach der 6 Kilometer langen Abfahrt vom Gramartboden folgen noch die letzten zwei flachen Kilometer bis zur Ziellinie.

Zumindest Bora-Teamchef Ralph Denk traut seinem Fahrer, der sich in der Vuelta in Form gebracht hat und etwas abgenommen haben soll, die Titelverteidigung zu: «Bei ihm ist alles möglich, obwohl er auf diesem bergigen Kurs mit seinem Körpergewicht von fast 80 Kilogramm im Nachteil zu vielen Konkurrenten ist.» Sagan selbst spricht in Österreich erst am Freitagabend anlässlich der Pressekonferenz seines deutschen Teams. Bei Bora soll er Medienberichten zufolge seinen hoch dotierten Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis Ende 2021 verlängert haben.

Wenn nicht Sagan, wer dann?

Die Innsbrucker Strecke ist perfekt auf einen Fahrer zugeschnitten, der in kurzen Aufstiegen mit den Bergfahrern mithalten kann, der ein verwegener Abfahrer ist und der sich in einem allfälligen Sprint einer wohl kleinen Spitzengruppe durchsetzen kann. Diesem Fahrer-Profil am nächsten kommt wohl Julian Alaphilippe. Im Frühling gewann er die Flèche Wallonne, im Sommer bei der Tour de France das Trikot des Bergkönigs und zwei Bergetappen. Danach triumphierte der 26-jährige Franzose auch beim Eintagesrennen in San Sebastian sowie in der Grossbritannien- und Slowenien-Rundfahrt. Unterstützt wird Alaphilippe am Sonntag von seinen französischen Teamkollegen Romain Bardet und Thibaut Pinot.

Zum Favoritenkreis gehören auch der britische Vuelta-Sieger Simon Yates (oder sein Zwillingsbruder Adam) und der Slowene Primoz Roglic, der Tour-Gesamtvierte. Diese Fahrer scheinen jedoch Alaphilippe in einem Sprint unterlegen. In einem solchen wäre Alejandro Valverde wohl als gleichwertig einzuschätzen. Der 38-jährige Spanier, der all seinen Erfolgen zum Trotz an Weltmeisterschaften noch nie reüssieren konnte, zeigte eine ganz starke Vuelta, ehe er in den letzten zwei Pyrenäen-Etappen schwächelte. Die Form-Frage stellt sich auch bei Vincenzo Nibali, der in der Spanien-Rundfahrt keine Rolle spielte, was nach seinem schweren Sturz mit Verletzungsfolge in der Tour de France allerdings nicht erstaunen konnte.

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