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Ein Dreikampf um Platz 2 hinter Brasilien

Brasilien ist in der Gruppe E der logische Favorit auf Rang 1. Dahinter ist der Kampf um den 2. Platz zwischen der Schweiz, Serbien und Costa Rica offen.
Die Brasilianer (hier Neymar, links, und Firmino) wollen auch in Russland jubeln (Bild: KEYSTONE/AP/DAVE THOMPSON)

Die Brasilianer (hier Neymar, links, und Firmino) wollen auch in Russland jubeln (Bild: KEYSTONE/AP/DAVE THOMPSON)

(sda)

Brasilien, Schweiz, Serbien und Costa Rica. Das tönt aus internationaler Sicht nicht wahnsinnig spektakulär. Doch diese Gruppe E hat es in sich. Sie ist, nimmt man das aktuelle FIFA-Ranking zum Nennwert, die so genannte Hammer-Gruppe, die es an jeder WM gibt. Die vier Teams kommen zusammen auf 68 Ranglisten-Punkte. Weniger als die Teams in jeder anderen Poule. Sie vereint als nur eine von zwei Gruppen zwei Top-Ten-Teams, und Serbien, gemäss Ranking der Aussenseiter, ist als Nummer 35 deutlich besser klassiert als die anderen Mannschaften aus dem Los-Topf 4.

Trotz dieser Zahlen ist die Gruppe E aber wahrscheinlich nicht ganz so homogen, wie ein Blick auf die Weltrangliste vermuten lässt. Zumindest nicht an der Spitze. Brasilien, die Nummer 2 im FIFA-Ranking, ist der grosse Favorit auf den Gruppensieg. Diesen Anspruch leiten die Südamerikaner auch aus der Vergangenheit ab. 1978 beendeten sie die WM-Vorrunde letztmals nicht auf dem 1. Platz. Und von den letzten 36 WM-Gruppenspielen verloren sie nur eines - 1998 gegen Norwegen, als es für Brasilien um nichts mehr ging.

Marktwert eine Milliarde Euro

Brasilien ist aber auch sonst klar über die Konkurrenz aus der Schweiz, Serbien und Costa Rica zu stellen. Das von PSG-Superstar Neymar angeführte Team kommt auf einen Marktwert von rund 1 Milliarde Euro. Das Schweizer Kader wird im Vergleich dazu auf etwas mehr als 200 Millionen geschätzt. Und Costa Rica? Knapp mehr als 40 Millionen.

Vier Jahre nach dem 1:7-Debakel im Halbfinal im eigenen Land gegen Deutschland hat Brasiliens Trainer Tite für die Mission "Wiedergutmachung" frühzeitig entschieden, welche 23 Spieler er nach Russland mitnimmt. Er hat damit auch signalisiert, dass er fest mit Neymar rechnet an der WM. Der Stürmer musste sich Anfang März nach einem Mittelfussbruch operieren lassen. Doch nun trainiert er seit Tagen mit dem Team und hat auch schon einen Einsatz in einem Testspiel hinter sich. "Neymar wird an der WM physisch und mental zu 100 Prozent bereit sein", so der Teammanager vor wenigen Tagen.

Stärkere Schweizer Gegner

Bange Momente wegen ihres besten Spielers erlebten zuletzt auch die Schweizer. Granit Xhaka verletzte sich 17 Tage vor dem WM-Startspiel gegen Brasilien am Knie. Die WM-Teilnahme ist nicht in Gefahr, doch sollte der Regisseur nicht in Top-Form sein, wird es für die SFV-Auswahl noch schwieriger, die angestrebte erste Viertelfinal-Qualifikation seit 1954 zu realisieren. Dabei wäre schon der Vorstoss in die K.o.-Runde an sich ein beachtlicher Erfolg. Die Gegner im mutmasslichen Kampf um Platz 2 sind diesmal wohl stärker als vor vier Jahren in Brasilien, als die Schweiz Ecuador und Honduras hinter sich liess.

Denn Serbien hat in der Qualifikation die drei EM-Teilnehmer Irland, Wales und Österreich hinter sich gelassen und hat mit einem guten Mix aus erfahrenen Haudegen wie Branislav Ivanovic, Alexander Kolarov oder Nemanja Matic sowie einer Gruppe von U20-Weltmeistern aus dem Jahre 2015 um den kommenden Balkan-Superstar Sergej Milinkovic-Savic ebenfalls Grosses vor. Ein guter Start gegen Costa Rica ist für die Serben wichtig, weil sie traditionell gegen Stimmungsschwankungen nicht gefeit sind.

Costa Rica ist im Vergleich zu Honduras vor vier Jahren nur schon deshalb höher einzustufen, weil es 2014 bis in den Viertelfinal vorgestossen ist. Das mag an dieser WM nichts mehr zählen, ist aber dennoch ein Beleg dafür, dass diese Mannschaft Turnier-Erfahrung mitbringt und im entscheidenden Moment über sich hinauswachsen kann.

Navas und Co.

Der Trainer Oscar Ramirez hat seit seinem Amtsantritt im August 2015 das Gerüst der Mannschaft nicht gross umgebaut. Vor vier Jahren stürmte eine Mannschaft von Namenlosen zu Siegen gegen Uruguay und Italien und bis in die Viertelfinals. Viele von ihnen sind wieder dabei und in Europa nun durchaus bekannt wie Torhüter Keylor Navas von Real Madrid, Captain Bryan Ruiz von Sporting Lissabon oder Stürmer Joel Campbell von Betis Sevilla. Ein Spieler verdient sein Geld in der Schweiz: Mittelfeldspieler Yeltsin Tejeda. Der ist zwar eben mit Lausanne-Sport in die Challenge League abgestiegen, doch im Gegensatz zu jedem Schweizer hat auch er schon einmal in einem WM-Viertelfinal gestanden.

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