Ein Rekurs sorgt für ein Nachspiel des Grand Prix der Steiermark

Der Grand Prix der Steiermark hat ein Nachspiel. Die Gesetzeshüter der FIA beschäftigen sich mit einem Protest von Renault gegen die Bauart der Autos von Racing Point in den nächsten Tagen.

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Stein des Anstosses: Die Autos des Formel-1-Teams Racing Point

Stein des Anstosses: Die Autos des Formel-1-Teams Racing Point

KEYSTONE/AP/Joan Monfort
(sda)

Bei Renault sehen sie in den aktuellen pinkfarbenen Autos ein Plagiat des in der vergangenen Saison von Mercedes eingesetzten Modells. Sie werfen Racing Point Verstösse gegen mehrere Artikel des für die Formel 1 massgebenden Sportgesetzes vor. Im Zentrum des Vorstosses stehen die Bremsbelüftungen.

Die Zeit nach dem zweiten Rennen in Spielberg war für die Entscheidungsträger des Weltverbandes FIA zu kurz, um ein abschliessendes Urteil zu fällen. Eine Anhörung der involvierten Parteien ist auf einen «späteren Zeitpunkt» angesetzt. Zu diesen Parteien gehören auch Vertreter von Mercedes. Sie sind gebeten worden, die Bremsschächte des letztjährigen Autos zwecks Vergleich mit den von Racing Point verwendeten Komponenten zur Verfügung zu stellen.

Die aktuellen Wagen des Rennstalls Racing Point sorgten schon bei ihrem ersten offiziellen Auftritt im Zuge der Testfahrten im Februar in Montmeló für Aufsehen und für noch mehr Zweifel. Die Ähnlichkeit zum letztjährigen Mercedes ist frappant. Die Techniker von Racing Point bestreiten auch nicht, eine Nachbildung konstruiert zu haben.

Dass eine Klage von Seiten der Konkurrenz nicht schon im Nachgang zu den Testfahrten eingereicht wurde, hängt wohl mit der Corona-Pandemie zusammen. Die aussergewöhnliche Situation liess die Unstimmigkeiten wegen den Existenzängsten in einzelnen Teams und den Diskussionen über eine neue Budget-Obergrenze und die Verschiebung der Reglements-Reform um ein Jahr in den Hintergrund rücken.

In Spielberg nahmen die Unstimmigkeiten wieder Fahrt auf. Das Leistungsniveau der Autos von Racing Point liess bei der Konkurrenz erneut die Alarmglocken schrillen.

Die letzte Auseinandersetzung der beiden Teams vor der Gesetzes-Kommission der Formel 1 liegt erst neun Monate zurück. Im vergangenen Oktober hatten allerdings die Chefs von Racing Point geklagt. Im Anschluss an den Grand Prix von Japan hatten sie ein (teilweise) automatisches Bremssystem in den Autos von Renault beanstandet - und wenige Tage später recht bekommen. Die Fahrer Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg, die in Suzuka die Plätze 6 und 10 belegt hatten, wurden disqualifiziert.