Ein Start nach Mass für Roger Federer

Roger Federer gelingt der Start in sein erstes French Open seit 2015 perfekt. Der Basler siegt in der 1. Runde gegen den Italiener Lorenzo Sonego in 101 Minuten mit 6:2, 6:4, 6:4.

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Roger Federer gelang ein guter Einstieg ins diesjährige French Open (Bild: KEYSTONE/AP/MICHEL EULER)

Roger Federer gelang ein guter Einstieg ins diesjährige French Open (Bild: KEYSTONE/AP/MICHEL EULER)

(sda)

Etwas nervös sei er zu Beginn schon gewesen, bekannte Federer nach dem souveränen Erfolg. Ganz spurlos ging die ganze Aufregung der vergangenen Tage um seine Rückkehr nach Roland Garros nicht am 37-Jährigen vorbei. Am Samstag hatte er wie Rafael Nadal und Novak Djokovic im zweitgrössten Stadion vor vollen Rängen trainiert. 24 Stunden später war die Begeisterung selbstredend noch grösser. Noch bevor der erste Punkt gespielt war, brandeten die Ovationen durch den Court Philippe-Chatrier mit seinen 15'000 Plätzen. «Der Empfang war wirklich verrückt», sagte Federer später.

Der 20-fache Major-Sieger sieht sich sich in Roland Garros in diesem Jahr für einmal in der Rolle des Aussenseiters, der ohne Druck auftreten kann. Was in Duellen mit den stärksten Konkurrenten wahr sein wird, galt am Sonntagnachmittag nur beschränkt. Die Erwartungshaltung der Beobachter war gross. Federer kam damit problemlos zurecht. Er sei den ganzen Tag ziemlich entspannt gewesen, erzählte er. Erst als er die Anlage betrat und nochmals kurz vor dem Match stieg die Anspannung.

Die Nervosität war Federer nicht anzumerken. Der Turniersieger von 2019 legte einen Blitzstart hin und führte schon nach wenigen Minuten 4:0. Er dominierte das Geschehen gegen Sonego lange Zeit dermassen klar, dass Mitte des zweiten Satzes ein Fan Federer aufforderte: «Nicht so schnell Roger.» Tatsächlich glich sich das Geschehen nach dem 4:0 im zweiten Satz etwas aus. Federer hatte mehr Mühe, die Ballwechsel zu diktieren - auch weil Sonego, die Nummer 73 der Welt, sich angesichts des klaren Rückstands entspannte und mit mehr Risiko spielte. Dass er über Qualitäten verfügt, hat der Turiner in den letzten Wochen bewiesen. Beim Masters-1000-Turnier von Monte-Carlo stiess er bis in den Viertelfinal vor.

Gegen Federer war Sonego aber dann in Schwierigkeiten, wenn der Schweizer die überraschenden Schläge hervorholte und den Rhythmus wechselte. Dies gelang dem Favoriten oft. Der Service funktionierte gut und beim Return variierte er stark, etwa einige Male mit Stoppbällen nach dem zweiten Aufschlag. Die Ballwechsel kurz zu halten, wird auch in den nächsten Tagen entscheidend sein für Federer. Die längeren Duelle gingen oft an den Italiener, der im dritten Satz erst zum 4:5 den Aufschlag abgeben musste.

Ein Lucky Loser in der 2. Runde

Er sei sehr zufrieden mit seinem Match, analysierte Federer. «Es war eine wirklich gute Leistung, nachdem ich so lange hier nicht gespielt hatte.» Nun hat er bis zu seinem nächsten Match zwei Tage Pause. Am Montag wird er einen Ruhetag einlegen und am Dienstag mit Kei Nishikori trainieren. Gleichzeitig wird er sich mit seinem nächsten Gegner beschäftigen müssen, der für ihn ein Unbekannter ist.

Der Deutsche Oscar Otte (ATP 145) hatte sich als Lucky Loser für die 1. Runde qualifiziert und schlug dort den Tunesier Malek Jaziri (ATP 94) in vier Sätzen. Der 25-Jährige aus Köln spielt normalerweise auf der zweitklassigen Challenger-Tour. Auf ATP-Stufe hat er nur zwei Siege auf dem Konto. Und sein Grand-Slam-Debüt feierte er erst vor einem Jahr, auch damals als Lucky Loser.