Eishockey-Spektakel im Stade de Suisse

Zum zweiten Mal nach 2007 duellieren sich die SCL Tigers und der SC Bern im «Tatzen-Derby» unter freiem Himmel. Die Beteiligten freuen sich auf das Spektakel im Stade de Suisse in Bern.

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100'000 Liter Wasser und 15'000 Liter Frostschutzmittel wurden für das Eisfeld auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse verteilt (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
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Das Stade de Suisse verwandelte sich in den letzten Wochen in eine Eishockey-Arena. Im Bild die Spieler der SCL Tigers während dem einzigen Training vor dem Derby gegen Bern (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
Torhüter Damiano Ciaccio und seine Teamkollegen von den SCL Tigers treffen heute Mittwoch im Stade de Suisse auf den SC Bern (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
Eine Szene aus dem ersten Tatzen-Derby zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern (2:5) am 14. Januar 2007 (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
2014 organisierte Genève-Servette im Stade de Genève ein Freiluft-Spektakel gegen Lausanne (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)
Das letzte Tatzen-Derby am 14. Januar 2007 gewann der SCB (im Bild Torhüter Marco Bührer) 5:2 (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

100'000 Liter Wasser und 15'000 Liter Frostschutzmittel wurden für das Eisfeld auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse verteilt (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Sportlich blieben die bisherigen Freiluftspiele in der Schweiz, das erste Berner Derby vor zwölf Jahren (SCL Tigers - Bern 2:5) und die «Winter Classic» 2014 in Genf (Genève-Servette - Lausanne 0:1 n.V.), nicht in der Erinnerung haften. Ein spezielles Ereignis waren die Begegnungen für Spieler und Zuschauer aber allemal.

Das dürfte auch dieses Mal nicht anders sein. «Es ist einmal etwas anderes als in einer Halle. 2007 war eine coole Atmosphäre», freut sich Pascal Berger auf die Partie. Der Stürmer spielte 2007 für den SCB und wird dieses Mal die Langnauer als Captain auf das Eis führen. «Es waren zwar 30'000 Leute im Stadion, aber die Zuschauer waren so weit entfernt, es war richtig still auf dem Eis. Man hörte und verstand sich auf dem Feld. Das war imposant», erinnert sich Berger zurück.

Ausverkauft wie das erste «Tatzen-Derby» wird die Partie am Mittwoch kaum sein. «Nur» rund 18'000 Tickets wurden für das Volksfest bis zum Jahresende verkauft. Damit droht den organisierenden Partnern finanziell ein Misserfolg; die SCL Tigers und die Fussballer des BSC Young Boys teilen sich den Gewinn, aber auch das Risiko.

Grosser Aufwand

Der Aufwand zur Durchführung eines Freiluft-Spiels ist enorm. Die SCL Tigers rechnen mit Kosten in der Höhe von mehreren 100'000 Franken. Rund 100 Arbeiter verwandelten das Stade de Suisse, in dem die YB-Fussballer 2018 von Erfolg zu Erfolg eilten, in den letzten Tagen in eine Eishockey-Arena. Kilometer-lange Schläuche wurden verlegt, 100'000 Liter Wasser und 15'000 Liter Frostschutzmittel verteilt.

Den Zuschauerrekord von damals - die 30'076 Fans bedeuteten 2007 Rekord für ein Klubspiel in Europa - hätten die SCL Tigers dieses Mal ohnehin nicht gebrochen. Um allen Zuschauern eine gute Sicht zu ermöglichen, reduzierten sie die Kapazität auf 26'000 Plätze. Um Gewinn zu erzielen, sind die Emmentaler auf rund 21'000 Fans angewiesen.

Während in Nordamerika die «Winter Classics» unter freiem Himmel zur Tradition gehören und auch schon über 100'000 Zuschauer anlockten, werden Freiluft-Events auf höchster Ebene in der Schweiz nur selten durchgeführt.

Die bisherigen Freiluft-Spiele in der Schweiz

Übersicht über die Freiluft-Spiele in der Schweiz seit Einführung des Hallen-Obligatoriums 1975:

- 14. Januar 2007 (Stade de Suisse, Bern): SCL Tigers - Bern 2:5. - 30 076 Zuschauer (ausverkauft). - Das erste «Tatzen-Derby» wurde ein voller Erfolg - wenn auch nicht aus sportlicher Sicht für die SCL Tigers. Die beiden Teams stellten damals im 100. Berner Derby einen Zuschauerrekord für ein Klubspiel in Europa auf. Dieser wurde seither zwar mehrfach gebrochen, in der Schweiz hat die Zuschauer-Bestmarke aber weiterhin Bestand.

- 7. Februar 2009 (Offene Eisbahn, Gstaad): Schweiz - Slowakei 4:3 n.P. - 3000 Zuschauer (ausverkauft). - Zum 100-Jahr-Jubiläum des Verbands und zu Werbezwecken für die im darauffolgenden Mai stattfindende Heim-WM in Bern und Kloten organisierte Swiss Ice Hockey das Openair-Länderspiel. Im dichten Schneetreiben, das für ein Spiel am Rand der Regularität sorgte, setzten sich die Schweizer nach einem 1:3-Rückstand durch.

- 11. Januar 2014 (Stade de Genève, Genf): Genève-Servette - Lausanne 0:1 n.V. - 29'400 Zuschauer (ausverkauft). - Ein gelungener Abend endete in der zweiten Schweizer «Winter Classic» ernüchternd für den Gastgeber, er zeigte aber, dass Genf von der Fussball- zur Eishockey-Stadt geworden ist. Die ständigen Unterbrüche wegen der schlechten Eisqualität störten das Eishockey-Fest überhaupt nicht.

- 1. Dezember 2018 (KEB Dolder, Zürich): GCK Lions - Winterthur 4:2. - 646 Zuschauer. - Die KEB Dolder ist eine der grössten Freiluft-Eisbahnen in Europa. Die Grasshoppers spielten einst auf dieser Anlage in der NLA und gewannen 1966, ein Jahr vor dem letzten Abstieg in die Zweitklassigkeit, das Double Meisterschaft/Cup. Zum «GC Day» gab es eine gelungene Rückkehr an die frühere Erfolgsstätte.