Ende Fussball-Lockdown: Auf den Färöern wird wieder gespielt

In Weissrussland hat der Fussballbetrieb trotz Corona-Krise gar nie pausiert. Die Färöer sind nun das erste Land in Europa, das den Fussball-Lockdown auflöst. Am Samstag beginnt die neue Saison.

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Freude bei den Fans: Auf den Färöern wird ab Samstag wieder gespielt

Freude bei den Fans: Auf den Färöern wird ab Samstag wieder gespielt

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
(sda)

Fussball ist weltweit ein rares Gut geworden. Im März ging es innerhalb von wenigen Tagen von 100 auf 0. Ausser in Weissrussland, wo munter weitergespielt wurde. Ab Samstag wird nun auch auf den Färöern wieder gespielt. Die Behörden gaben grünes Licht, dass der im März verschobene Saisonstart in der «Betrideildin», der höchsten Liga des Landes, nun erfolgen kann.

Die halb-professionelle Liga auf dem Archipel im Nordatlantik zwischen Schottland und Island fristet normalerweise ein marginales Dasein. Ausser den Färingern selbst interessiert sich kaum jemand für ihre Meisterschaft. Im Europacup hat noch nie ein Team von den Färöern den Sprung in die Gruppenphase von Champions League oder Europa League geschafft - und damit auch nicht in die europäische TV-Primetime. Das ändert sich nun: Wer in diesen Wochen einen sportlichen Wettbewerb anbietet, steht im Schaufenster. Die Spiele aus Torshavn oder Toftir sind deshalb in nächster Zeit zumindest in Norwegen und Dänemark live im TV zu sehen.

Allerdings darf nicht vor Zuschauern gespielt werden. Doch damit können die Spieler wohl leben. Im Normalfall kommen ohnehin nicht mehr als 500 Fans zu den Partien. Dabei wäre im Moment das Risiko einer Ansteckung im Stadion äusserst gering. Die Färöer verzeichneten bisher 187 Corona-Fälle, 184 sind wieder gesundet. Es gab keinen einzigen Todesfall.

Dass die Färöer glimpflich davonkamen, verdankten sie neben der geografischen Abgelegenheit der Lachszucht. Weil ein hochansteckendes Virus den wichtigsten Exportzweig des Landes vor 20 Jahren bedrohte, gibt es auf den Färöern eine sehr gute Labor-Infrastruktur. Als Debes Christiansen, Chef eines Labors für Fischkrankheiten, vom Coronavirus hörte, rüstete er sein Labor um, um menschliche Tests analysieren zu können. «Das brauchte nicht viel Hokuspokus. Ich musste nur ein paar Komponenten ändern.»