Fähndrich verliert Hundertstel-Krimi

Nadine Fähndrich verpasst den erstmaligen Finaleinzug beim Langlauf-Weltcup in Davos um vier Hundertstel. Bei den Männer läuft es Dario Cologna und Jovian Hediger nicht nach Wunsch.

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Um vier Hundertstel am Finaleinzug gescheitert: Nadine Fähndrich gab im Weltcup-Sprint in Davos alles

Um vier Hundertstel am Finaleinzug gescheitert: Nadine Fähndrich gab im Weltcup-Sprint in Davos alles

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
(sda)

Nadine Fähndrich versteckte ihre Augen auch einige Minuten nach dem Ende ihres Halbfinals hinter einer dunklen Skibrille. Die 24-jährige Luzernerin war als Fünfte eines sehr schnellen Halbfinals nur vier Hundertstel langsamer als die viertplatzierte Norwegerin Maiken Caspersen Fall, die als Lucky Loser in den Final kam und dort hinter der überraschenden, erst 20-jährigen Schwedin Linn Svahn auf den 2. Platz lief.

Fähndrich war als Dritte ideal und mit viel Tempo aus der Abfahrt vor der Zielkurve gekommen - etwas zu schnell, denn es trug sie ein wenig nach aussen. Vor allem aber konnte sie auf der Zielgeraden keinen Turbo zünden. «Das ist noch meine Baustelle», zeigte sie sich selbstkritisch. «Im direkten Kampf verkrampfe ich mich und komme ins 'Haspeln'.» Im alleine gelaufenen Prolog hatte sie die viertbeste Zeit gelaufen, so dass am Ende ein guter 9. Rang resultierte.

Am Freitag hatte sich Fähndrich noch vorgenommen, Lauf für Lauf zu nehmen und sich nicht auf den Final zu fokussieren. Für sich selber war dieser Final der besten sechs aber doch das anvisierte Ziel. Die Luzernerin stellte deshalb fest, dass sie «sehr enttäuscht» sei. Bereits im letzten Jahr hatte sie in Davos den Final als Siebte nur knapp verpasst. Laurien van der Graaff scheiterte im Viertelfinal und klassierte sich als 13.

Enttäuschung bei Cologna, Wut bei Hediger

Noch deutlich finsterer waren die Mienen bei den Männern von Swiss-Ski. Dario Cologna hatte kaum ernsthaft mit dem Überstehen der Qualifikation gerechnet, doch der 58. Schlussrang war dann doch eine herbe Enttäuschung. Der vierfache Olympiasieger mochte danach keine Erklärungen abgeben und stapfte wortlos an den TV-Kameras, Radio-Mikrofonen und Medienleuten vorbei.

Mit etwas zeitlicher Distanz liess der 33-jährige Münstertaler später ausrichten, sein Rennen sei «sicher nicht gut» gewesen. Der Rückstand sei allerdings nicht sehr gross, mit der Wade habe er keine Probleme gehabt und er hoffe, dass es am Sonntag über 15 km mit Einzelstart besser laufen werde.

So war Jovian Hediger der einzige Schweizer in den Viertelfinals. Zufrieden war er nach dem Ausscheiden als Vierter seines Laufes aber überhaupt nicht. «Ich bin nicht enttäuscht, ich bin wütend», ärgerte sich der bald 29-jährige Waadtländer über seinen 19. Rang. «Irgendwie passt es hier in Davos einfach nie zusammen.» Er habe gute Beine gehabt und die Taktik sei eigentlich auch richtig gewesen. «Aber in der zweitletzten Runde wurde ich eingeklemmt, fiel auf den letzten Platz zurück und hatte dann keine Chance mehr, mich wieder nach vorne zu kämpfen.»

Den Sieg holte sich der norwegische Topfavorit Johannes Hösflot Klaebo, der als erster Langläufer fünf Sprints in Folge gewann. Er wurde vom französischen Prologsieger Lucas Chanavat zwar hart gefordert, behielt aber um fünf Hundertstel die Oberhand.