Fehlerhaftes Taktik-Duell zwischen Vaduz und St. Gallen

Es hätte das Duell der Spielsysteme werden sollen. Letztlich dürften die Erkenntnisse aus dem 1:0-Sieg von St. Gallen in Vaduz marginal sein, weil die Teams weit weg von ihrem Leistungsvermögen waren.

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Welche Erkenntnisse entnahm St. Gallens Coach Peter Zeidler dem Spiel gegen Vaduz?

Welche Erkenntnisse entnahm St. Gallens Coach Peter Zeidler dem Spiel gegen Vaduz?

KEYSTONE/ENNIO LEANZA
(sda)

«Der FC St. Gallen gewinnt in Vaduz. Das war nicht immer so», sagte St. Gallens Coach Peter Zeidler irgendwann, als sich die Spielanalyse der Partie gegen Vaduz ihrem Ende näherte. Es war die eine Erkenntnis, welche die Beteiligten und Zuschauer von diesem St. Galler 1:0 mitnahmen, vielleicht die offensichtlichste.

Ansonsten bot diese als Duell-der Spielsysteme angekündigte Partie im Rheinpark-Stadion in Vaduz wenig echte Indizien, ob nun das schnörkellose Umschaltspiel von Vaduz-Coach Mario Frick den bedingungslosen Offensivfussball von Zeidler würde knacken können. Zu nervös und fehlerhaft setzten die Spieler die taktischen Vorgaben ihrer Trainer um.

«Es ist eine blöde Niederlage, weil St. Gallen heute kein Deut besser war», ärgerte sich Frick über die ausgelassene Chance gegen die Ostschweizer, welche die Super-League-Tabelle nun als einziges Team ohne Verlustpunkte anführen. Fricks Plan, hinter die hochstehende St. Galler Abwehrkette zu kommen, ging nicht auf. Beim 2:2 zum Saisonauftakt in Basel hatte Vaduz mit diesem Konzept grossen Erfolg gehabt, immer wieder war der Aufsteiger überfallartig im gegnerischen Strafraum aufgetaucht. Gegen St. Gallen kam der Offensivdrang des Heimteams nach der Pause komplett zum Erliegen. «Weil wir nach Ballgewinn zu wenig sauber agiert haben», analysierte Frick.

Während dem Heimteam die Präzision abging, fehlte im Spiel der Gäste das Tempo. So plätscherte das Spiel nach einem Lattenschuss von Manuel Sutter nach 12 Minuten lange vor sich hin, bis eine Unaufmerksamkeit der Liechtensteiner sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit dem FCSG doch noch eine Öffnung bot. Yannick Schmid hatte eine Hereingabe von Lukas Görtler nicht abschliessend klären können, seine Teamkollegen vermuteten Torschütze Andre Ribeiro aus dem Abseits kommend. «In der Super League werden Fehler hart bestraft», sagte Frick.

Für St. Gallens Zeidler stimmte in Vaduz immerhin das Resultat und der Sieger. Doch auch er sagte: «Es werden wieder bessere Spiele folgen.» Womit Zeidler auch die zweite Erkenntnis des Nachmittags verbalisierte. Womöglich die wichtigste.