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Froome beim Giro-Auftakt in Israel unter Beobachtung

Am Freitag beginnt mit dem Giro d'Italia die erste grosse Radrundfahrt des Jahres. Mit einem Startort der besonderen Art, einem Favoriten unter strenger Beobachtung und mit drei Schweizern als Helfer.
Chris Froome hat sich erstmals seit 2010 wieder für den Giro d'Italia eingeschrieben (Bild: KEYSTONE/EPA ANSA/DARIO BELINGHERI)

Chris Froome hat sich erstmals seit 2010 wieder für den Giro d'Italia eingeschrieben (Bild: KEYSTONE/EPA ANSA/DARIO BELINGHERI)

(sda)

Am Freitag beginnt mit dem Giro d'Italia die erste grosse Radrundfahrt des Jahres. Mit einem Startort der besonderen Art, einem Favoriten unter strenger Beobachtung und mit drei Schweizern als Helfer.

Die 101. Austragung der Italien-Rundfahrt beginnt mit einem Novum. Als erste Grand Tour verlässt der Giro den europäischen Kontinent und hält die "Grande Partenza" in Israel ab. Der Auftakt des dreitägigen Gastspiels bildet ein 9,7 km langes Einzelzeitfahren durch den historischen Stadtkern von Jerusalem. Danach folgen zwei Flachetappen, bevor am Montag per Flugzeug die viereinhalbstündige Weiterreise nach Sizilien ansteht.

Die Verlegung des Giro-Starts nach Israel ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne. Neben dem enormen logistischen Aufwand ist der Abstecher ins Heilige Land auch politisch umstritten. Bereits im letzten November haben Menschenrechtsaktivisten die Giro-Veranstalter aufgefordert, von einem Start in Jerusalem abzusehen.

Die wegen des Gaza-Konflikts ohnehin angespannte Sicherheitslage stellt die Veranstalter denn auch vor grosse Herausforderungen. Die Sicherheitskosten für die grösste Sportveranstaltung, die in Israel je stattgefunden hat, sollen sich auf 27 Millionen Euro belaufen. Im Gegenzug erhofft sich der Staat von dem renommierten Sportereignis einen Auftrieb für den Tourismus. Vor den TV-Bildschirmen werden Hunderte Millionen zuschauen, wie die Radprofis durch alte Städte und schöne Landschaften fahren.

Die Höhepunkte:

Fast 3600 Kilometer und rund 44'000 Höhenmeter sind die beeindruckenden Eckdaten des diesjährigen Giros. Mit acht grossen Bergankünften gibt es doppelt so viele wie vor einem Jahr. Die Favoriten auf den Gesamtsieg werden erstmals in der 6. Etappe gefordert sein, wenn es wie im Vorjahr den Ätna, Europas höchsten Vulkan, zu erklimmen gilt. Erstmals seit 2014 steht auch der Monte Zoncolan (14. Etappe) wieder im Programm. Der Anstieg gilt als einer der steilsten und schwierigsten Italiens. Auch die Schlusswoche ist mit einem langen Einzelzeitfahren und drei weiteren schweren Bergetappen mit Höchstschwierigkeiten gespickt.

Die Favoriten:

Als Titelverteidiger zählt Tom Dumoulin vom deutschen Team Sunweb automatisch zu den Anwärtern auf den Gesamtsieg. Herausgefordert wird der Niederländer vom vierfachen Tour-de-France-Sieger Chris Froome, dem italienischen Hoffnungsträger Fabio Aru (Zweiter 2015), dessen Landsmann Domenico Pozzovivo, dem Briten Simon Yates, dem Franzosen Thibaut Pinot und dem kolumbianischen Kletterspezialisten Miguel Angel Lopez, dem Sieger der Tour de Suisse 2016. Mit Nairo Quintana und Vincenzo Nibali fehlen der Zweite und Dritte des Vorjahres. Beide konzentrieren sich heuer auf die Tour de France.

Der Verdächtige:

Ein besonderes Augenmerk wird auf Chris Froome bei seiner ersten Giro-Teilnahme seit 2010 gerichtet sein. Dem hoch ambitionierten Briten droht nach dem Nachweis eines erhöhten Salbutamol-Wertes bei der Vuelta 2017 eine nachträgliche Sperre. Bis zum Abschluss des seit September laufenden Verfahrens gibt es aber vorerst keine Sanktionen. Aktuell sind Froomes Anwälte daran, den 32-Jährigen vom Verdacht freizusprechen. Der Star des Teams Sky beteuert seine Unschuld und glaubt an das für ihn bestmögliche Szenario: eine völlige Entlastung.

Sportlich lockt Froome die Herausforderung, den Giro und die Tour de France im gleichen Jahr zu gewinnen. Das war zuletzt dem Italiener Marco Pantani 1998 gelungen. Froome könnte bei einem Giro-Erfolg zum siebenten Fahrer mit Siegen in allen drei grossen Rundfahrten werden und wäre erst der dritte, der die Vuelta, den Giro und die Tour hintereinander gewinnt. Froome ist zwar 2018 noch sieglos, trotz der Nebengeräusche glaubt er sich aber auf den ersten Saisonhöhepunkt bestens vorbereitet.

Die Schweizer:

Mit Kilian Frankiny (BMC), Steve Morabito und Sébastien Reichenbach (beide FDJ) stehen drei Schweizer am Start. Morabito und Reichenbach waren bereits vor einem Jahr dabei, als dank Silvan Dillier erstmals seit 2010 wieder ein Schweizer Etappensieg am Giro resultierte. Der Aargauer, vor einem Monat sensationeller Zweiter bei Paris - Roubaix, wird mit seinem neuen Team AG2R heuer die Tour de France bestreiten und verzichtet deshalb auf einen Start am Giro.

Frankiny, Morabito und Reichenbach sind allesamt Walliser. Ihre Stärken liegen in den Bergen, nicht zuletzt deshalb sind sie während den nächsten drei Wochen gerngesehene Helfer in ihren Teams. Der erst 24-jährige Frankiny soll bei seiner ersten Giro-Teilnahme im Team BMC für den Australier Rohan Dennis und den Iren Nicolas Roche Unterstützungsarbeit leisten, das wesentlich erfahrenere Duo Morabito/Reichenbach steht bei FDJ Teamleader Thibaut Pinot zur Seite. Der Franzose gehört als Gesamtvierter des Vorjahrs heuer zu den Favoriten.

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