Grünes Licht für Neustart der Bundesliga im Mai

Die beiden höchsten Fussball-Ligen in Deutschland dürfen in der zweiten Mai-Hälfte den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Die Politik gibt grünes Licht für die Fortsetzung der Saison ohne Zuschauer.

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Demnächst rollt der Ball wieder in der Bundesliga

Demnächst rollt der Ball wieder in der Bundesliga

KEYSTONE/EPA/FRIEDEMANN VOGEL
(sda)

Die Deutsche Fussball Liga (DFL) will die wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März pausierenden Meisterschaften der 1. und 2. Liga schon am 15. Mai wieder aufnehmen, wurde am Mittwochabend bekannt. Am Donnerstag ist eine Videokonferenz mit den 36 Profiklubs angesetzt, um den Termin definitiv und auch die Modalitäten des Neustarts festzulegen. In der Bundesliga sind noch neun Runden ausstehend, im Cup bleiben noch Halbfinals und Final zu spielen.

Normalerweise müsste der Bundesliga-Neustart mit der 26. Runde erfolgen, unter anderem mit Dortmund gegen Schalke und Union Berlin gegen Bayern München. Inklusive dem Nachholspiel zwischen Bremen und Eintracht Frankfurt stehen in der höchsten Liga noch 82 Partien im Programm, die bis Ende Juni absolviert werden sollen.

Für die Bundesliga ist eine Fortsetzung der Saison von enormer Bedeutung, weil viele Vereine durch fehlende Einnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Durch die Fortsetzung mit Geisterspielen sind zumindest die TV-Millionen gesichert. «Spiele ohne Stadion-Zuschauer sind für niemanden eine ideale Lösung», gestand DFL-Chef Christian Seifert. «Es ist in einer für einige Klubs existenzbedrohenden Krise allerdings die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Ligen in ihrer jetzigen Form zu bewahren.»

Ihren Entscheid für eine Fortsetzung der Saison begründeten Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten damit, dass die Sonderstellung von Berufssportlerinnen und Berufssportlern eine gesonderte Beurteilung erfordere. Der Deutsche Fussball-Bund wurde gleichzeitig gebeten, für die anderen Ligen tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln.

Zehn positive Tests

Um die Wiederaufnahme der Meisterschaft möglichst rasch zu ermöglichen, hatte die DFL ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt. Unter anderem sind Quarantäne-Massnahme im Vorfeld des Neustarts vorgesehen. Wie lange die Mannschaften dabei isoliert werden müssen, ist aber nicht festgehalten. Auch Tests sollen regelmässig durchgeführt werden. In einer ersten Phase waren in den letzten Tagen zehn der 1724 durchgeführten Tests in der 1. und 2. Liga positiv.

Zu reden gab aber vor allem ein Video von Hertha Berlins Salomon Kalou, aus dem ersichtlich wurde, dass die Hygiene-Regeln nicht eingehalten wurden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte dazu: «Es haben sich nicht nur normale Menschen an Hygienemassnahmen zu halten, sondern auch diejenigen, die sehr, sehr viel verdienen und ein Privileg haben.» Fehlbare Spieler hätten mit Konsequenzen zu rechnen.

Während die Klubs der 1. und 2. Liga den erwarteten Entscheid der Politik mit Freude zur Kenntnis nahmen, gibt es aus dem Gesundheitswesen auch kritische Stimmen. Der Sportmediziner Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln sagte in einem Interview mit der ARD-Sportschau: «Ein Sportler sollte sich schon Gedanken darüber machen, dass eine Infektion das Karrierenende sein kann.»