Hoffnungen, Szenarien und viele Fragezeichen

Bis am 30. April ruht der Schweizer Fussball. Danach könnte in der Super- und Challenge League wieder gespielt werden. Das ist zumindest das Ziel der Liga.

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Der Meisterpokal, derzeit gelbschwarz geschmückt. Kann er in diesem Frühling noch ausgehändigt werden?
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Dem FCZ-Präsidenten Ancillo Canepa ist die reguläre Durchführung der Meisterschaft ein grosses Anliegen
Werden wir bald doch noch wieder Zweikämpfe sehen wie hier zwischen dem YBler Félix Mambimbi (links) und St. Gallens Lukas Görtler?
Angelo Renzetti, Präsident des FC Lugano, spricht von einem gut gemeinten, aber kaum realisierbaren Szenario

Der Meisterpokal, derzeit gelbschwarz geschmückt. Kann er in diesem Frühling noch ausgehändigt werden?

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

Die Vertreter der 20 Klubs der Swiss Football League werden in naher Zukunft darüber entscheiden müssen, wie es in der Super- und Challenge League weitergehen soll, nachdem der Fussball-Stopp aufgehoben ist. Neben der Entwicklung der Corona-Epidemie wird auch die Konferenz der UEFA am Dienstag mit ihren Mitgliedsverbänden von entscheidender Bedeutung sein. Hält der europäische Verband an der Durchführung der EM-Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli fest, hätte dies wohl den Abbruch der Schweizer Meisterschaft zur Folge. Die restlichen 13 Runden könnten kaum zwischen dem 1. und 31. Mai gespielt werden.

Doch dass die UEFA ihre EM zum geplanten Termin durchführt, erwartet niemand mehr. Deshalb dürfte die Option für die Swiss Football League, die Saison zu Ende zu spielen, bestehen - zumindest falls sich die Lage rund um die Ausbreitung des Coronavirus in Europa in der zweiten Hälfte des Aprils entspannt. Für FCZ-Präsident Ancillo Canepa ist klar: «Auf keinen Fall dürfen wir die Meisterschaft abbrechen. Das wäre die dümmste aller Möglichkeiten», wie er gegenüber der NZZ sagte.

«Das kann man vergessen»

Die Eishockeyaner haben am letzten Donnerstag allerdings genau diesen Weg gewählt: Abbruch, kein Meister, kein Absteiger, kein Aufsteiger. Ein solches Szenario will die Swiss Football League verhindern. «Es ist weiterhin klares Ziel, die Saison im Sommer zu Ende zu spielen», schrieb sie am Freitag in einer Mitteilung. Auf den ersten Blick ist das möglich. 13 Termine (plus Cup) liessen sich von Anfang/Mitte Mai bis Ende Juni wohl finden.

Doch auf den zweiten Blick ist die Sache komplizierter. Je nach kantonalen Beschlüssen dürfen Sportklubs bis Ende April nicht nur keine Wettbewerbe austragen, sondern ist es ihnen auch untersagt, Mannschaftstrainings abzuhalten. Also könnten die Teams frühestens am 1. Mai wieder mit dem Aufbautraining beginnen. Seriös gerechnet, wäre die Wiederaufnahme der Meisterschaft somit erst gegen Ende Mai möglich. Für Sions Präsident Christian Constantin kein gangbarer Weg: «Das kann man vergessen», sagte er gegenüber dem «Blick».

Und wenn man sich genügend Zeit geben würde, um die Corona-Pandemie durchzustehen und die Saison erst im Spätsommer zu beenden, wie es Angelo Renzetti, der Präsident des FC Lugano, angedacht hat? Das hätte ein vertragliches Chaos zur Folge. Viele Verträge von Spielern laufen Ende Juni aus. Leihspieler gehören ab dem 1. Juli wieder ihrem ursprünglichen Verein.