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Hondo nach Doping-Geständnis nicht mehr Rad-Nationaltrainer

Danilo Hondo ist nicht mehr Nationaltrainer der Schweizer Strassen-Radprofis. Nach einem Doping-Geständnis gegenüber der ARD wird der 45-jährige Deutsche von Swiss Cycling per sofort freigestellt.
Danilo Hondo hat Doping zugegeben (Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Danilo Hondo hat Doping zugegeben (Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

(sda)

Dies teilte der Verband an einer Medienkonferenz in Zürich mit. Hondo gab in einem Interview mit der ARD zu, 2011 während seiner Zeit als aktiver Fahrer Kunde des Erfurter Arztes Marc S. gewesen zu sein. Der Arzt gilt als Drahtzieher eines Doping-Netzwerks, das während der nordischen Ski-Weltmeisterschaften diesen Winter in Seefeld aufgeflogen war.

Hondo war 2005 wegen Dopings bereits einmal für zwei Jahre gesperrt worden. Der Deutsche hatte die willentliche Einnahme verbotener Mittel in diesem Fall stets bestritten. Nachdem er zuvor erfolgreich die Schweizer U23-Fahrer betreut hatte, stieg Hondo nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zum Nationaltrainer auf. Ein Nachfolger von Hondo als Nationaltrainer ist noch nicht bekannt.

Hondo, der die Schweiz bereits verlassen hat, informierte seine Vorgesetzten im Radverband am Sonntag früh über das Blutdoping. «Für uns war sofort klar, dass keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit da ist», sagte Thomas Peter, der Leistungssportchef von Swiss Cycling.

Wie die ARD um den bekannten Anti-Doping-Spezialisten Hajo Seppelt berichten, habe Hondo zunächst alles abgestritten und sich dann zu einem Geständnis durchgerungen. Hondo liess sich wie folgt zitieren: «Mir war gleich klar, dass es keine Zukunft im Radsport mehr für mich geben würde - zumal ich offiziell auch noch Wiederholungstäter bin.»

Hondo trat 2014 vom aktiven Sport zurück. Trotz der Doping-Vergangenheit und trotz einer Nulltoleranz-Politik engagierte Swiss Cycling den Deutschen nur ein Jahr später. «Wir sind immer offen mit dem Thema umgegangen und haben das mit Danilo auch intensive besprochen», so Peter.

In Kenntnis gesetzt hat Hondo die Schweizer Verantwortlichen aber nicht. Konsterniert musste Thomas Peter zur Kenntnis nehmen, dass die Anstrengungen von Swiss Cycling zumindest in diesem Fall nicht geholfen haben.

Bei der «Operation Aderlass» waren während der nordischen Ski-Weltmeisterschaften Ende Februar in Seefeld fünf Langläufer festgenommen worden. Diese hatten teilweise gestanden, Blutdoping betrieben zu haben. Als Drahtzieher des Netzwerkes gilt der zum selben Zeitpunkt in Erfurt verhaftete Arzt Mark S.

In der Folge zog der Fall immer weitere Kreise. Im April war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Innsbruck den Servicemann von Dario Cologna vernommen hat. Die österreichischen Behörden bestätigten indes, dass die Befragung in keinem Zusammenhang mit dem Engagement bei Swiss-Ski stehe. Insgesamt stehen 21 Athleten aus fünf Sportarten im Fokus der Untersuchungen.

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