Hüsler im Halbfinal von Kitzbühel knapp gescheitert

Der Schweizer Tennisprofi Marc-Andrea Hüsler verpasst beim Sandplatz-Turnier in Kitzbühel seinen ersten Finaleinzug nur knapp. Im Halbfinal unterliegt der Qualifikant Miomir Kecmanovic 2:6, 7:5, 3:6.

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Wieder starke Leistung, aber diesmal ohne Happy-End: Marc-Andrea Hüsler

Wieder starke Leistung, aber diesmal ohne Happy-End: Marc-Andrea Hüsler

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

Hüsler konnte in seinem ersten ATP-Halbfinal bis fast ganz am Schluss auf den sensationellen Finaleinzug hoffen. In seinem sechsten Spiel in dieser Woche büsste die (noch) Nummer 303 der Welt für eine Schwächephase Mitte des dritten Satzes. Der 24-jährige Zürcher ging gegen den drei Jahre jüngeren Serben Kecmanovic (ATP 47) im entscheidenden Durchgang mit einem Break 2:1 in Führung, verlor dann aber vier Games in Folge.

Eine gewisse Müdigkeit spielte bei Hüsler wohl zu Beginn, als er den Einstieg in das Spiel völlig verhaute, und am Ende eine Rolle. Dazwischen zeigte der Linkshänder mit der offensiven Spielanlage aber einen weiteren unbekümmerten Auftritt. Zudem erleichterte der frühere Junioren-Weltmeister ihm die Aufgabe mit 16 Doppelfehlern ein wenig. Der Lohn für den Schweizer Davis-Cup-Spieler: Er wird sich im ATP-Ranking um rund 85 Plätze verbessern und verdiente sich ein Preisgeld von gut 13'000 Euro.

Dabei war der Antritt in Kitzbühel eher dem Zufall geschuldet. Hüsler hatte es vom Ranking her nicht in die Qualifikation des Challenger-Turniers im tschechischen Prostejov geschafft, fand aber im Tiroler Nobel-Ferienort Unterschlupf, als es mehrere Absagen gab. Er packte die unverhoffte Chance resolut und feierte in Qualifikation und Hauptfeld fünf Siege - unter anderem gegen die Weltnummer 12 Fabio Fognini. Zuvor hatte der Zürcher einzig 2018 in Gstaad eine Runde bei einem ATP-Turnier überstanden und noch nie einen Top-100-Spieler geschlagen. Die Höhenlage kommt seinem Spiel offensichtlich entgegen.

Das gilt erst recht für Yannick Hanfmann (ATP 118). Der deutsche Gstaad-Finalist von 2017 erreichte ebenfalls als Qualifikant seinen zweiten Final. Einen ATP-Turniersieg haben bislang weder Hanfmann noch Kecmanovic. Der letzte Schweizer Finalist, der nicht Roger Federer oder Stan Wawrinka heisst, war übrigens der Berner Michel Kratochvil vor 19 Jahren in Tokio (Niederlage gegen Lleyton Hewitt).