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Hütter, Spycher und andere stehen für YBs Erfolg

Der erste Meistertitel seit 1986 ist für YB ein Triumph auf allen Ebenen - in der Klubführung, in der sportlichen Führung und auf dem Kunstrasen. Sonst beherrscht nur Basel die Liga so klar.
Die YB-Spieler sind die Helden von Bern (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Die YB-Spieler sind die Helden von Bern (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

Der erste Meistertitel seit 1986 ist für YB ein Triumph auf allen Ebenen - in der Klubführung, in der sportlichen Führung und auf dem Kunstrasen. Sonst beherrscht nur Basel die Liga so klar.

Mitte September, in der 7. Runde, übernahmen die Young Boys endgültig die Tabellenspitze. Ende Februar, in der 23. Runde, liessen sie ihren Vorsprung erstmals auf eine zweistellige Punktzahl anwachsen. Danach ist der zweitplatzierte FC Basel nie mehr näher als auf elf Punkte herangekommen.

Den Baslern ist es für einmal so ergangen, wie es in den letzten acht Jahren der Konkurrenz, nicht selten den Young Boys, ergangen war: Schon wenn noch Schnee auf den Terrains liegt, sieht man vom angehenden Meister nur noch die Absätze. Die Young Boys kopieren die Leistungen des FCB mit einer starken Mannschaft und einer erfolgreichen sportlichen Führung. Das Duo Adi Hütter/Christoph Spycher in Bern braucht den Vergleich mit dem Basler Pendant Urs Fischer/Georg Heitz aus den letzten zwei Saisons nicht zu fürchten.

Hat YB den FCB kopiert wie Japan Europa? In Wirklichkeit haben die Berner nichts kopiert. Sie haben im Rahmen ihrer guten finanziellen Möglichkeiten alles selber entwickelt. Und dabei auch das Glück gehabt, Leute zu finden, die die wichtigsten Positionen ausfüllen. Hütter kam im September 2015. Er ist mittlerweile der dienstälteste Trainer der Liga. Wichtiger jedoch: Hütter ist in Bern anerkannt, unbestritten und frei von Nörgeleien und sowieso von negativer Kritik. In den letzten 40 Jahren erreichte kein anderer YB-Trainer einen solchen Status. Am nächsten kamen ihm Meistertrainer Alexander Mandziara ab 1984 sowie die titellosen Martin Trümpler ab 1990, Marco Schällibaum ab 1999 und Vladimir Petkovic ab 2008.

Ungefähr ein Jahr nach Hütter wurde Sportchef Christoph Spycher angestellt - nach der lauten Trennung von Fredy Bickel. Spycher goutierte die Entlassung des nach gemeinsamen Tätigkeiten mit ihm befreundeten Bickel nicht. Das Job-Angebot schlug Spycher zuerst aus. Erst auf die zweite bittende Anfrage und nach längerer Bedenkzeit sagte er zu. Beim Stellenantritt sagte Spycher: "Wir müssen zuerst wegkommen von dem Zickzack-Kurs der letzten Jahre."

Es waren keine leeren Worte des Urberners. Heute stehen Hütter und Spycher für eine kontinuierliche sportliche Führung. Sie arbeiten in Ruhe und mit Erfolg. Der Verwaltungsrat lässt sie arbeiten. YB hat keinen Präsidenten, der in der Fussballschweiz bekannt ist wie ein bunter Hund. Keinen Heusler, keinen Burgener, keinen Canepa, keinen Hüppi. Der Name des Namenlosen in Bern ist Hanspeter Kienberger, Aargauer. Bekannter war der Name des Mäzens: Andy Rihs. Er durfte den Abschluss des YB-Frühlings nicht mehr erleben.

Bei aller seriöser und guter Arbeit haben die Young Boys auch das Glück, dass sie noch kein Durchlauferhitzer sind wie die Basler, die mit ihren andauernden Erfolgen so viel Aufmerksamkeit bekamen, dass sie Jahr für Jahr Leistungsträger ins Ausland verloren. Aus Bern wurden in jüngerer Zeit nur wenige valable Spieler abgeworben. Für Goalie Yvon Mvogo, Verteidiger Florent Hadergjonaj und den Chef-Vorbereiter Yoric Ravet im Mittelfeld hielten Hütter/Spycher alsbald Realersatz bereit.

Für einen Schweizer Spitzenklub, wie es YB jetzt ist, haben Abgänge immer zwei Seiten. Die Substanz im Kader wird geschwächt, die Kasse wird gefüllt. In diesem Sommer könnten die Fähigkeiten von Sportchef Spycher und Chefscout Stéphane Chapuisat ernsthaft geprüft werden. Denn YB hat nicht nur zwei oder drei Spieler im Kader, auf die die Scouts von Klubs grosser Ligen schon jetzt ein Auge werfen. Dann wird es für YB (und den Verwaltungsrat) gelten, die Transfereinnahmen geschickt zu reinvestieren.

Man sollte nicht aufzuzählen wollen, welche Spieler zum ersten Meistertitel seit anno Tobak und zum zwölften der Klubgeschichte am meisten beigetragen haben. Die Liste wäre lang, und die Vergleiche unter den Spielern vermutlich nicht fair. War etwa Guillaume Hoarau der wichtigste Mann in der Offensive? Vielleicht. Tatsache ist aber auch, dass auch Roger Assalé, Jean-Pierre Nsame, Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht neun und mehr Tore in der Super League erzielten, noch bevor die Titelentscheidung gefallen war. Für die Gegner und deren Trainer war YB nicht auszurechnen. Auch der Denker und Lenker und Kämpfer Sékou Sanogo schaltete sich mehr als einmal in erfolgreiche Angriffe ein. Dem Captain Steve von Bergen misslang der eine oder andere Match, dennoch war er in der jungen Defensive der unbestrittene Chef.

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