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Roger Federer: «Ich bin stolz, mit 37 noch so konkurrenzfähig zu sein»

Mit der Halbfinal-Niederlage an den ATP Finals gegen Alexander Zverev endet Roger Federers Tennisjahr. Danach zieht er Bilanz - zum Spiel und zur ganzen Saison.
Ende einer «historischen Saison»: Roger Federer (Bild: KEYSTONE/EPA/NEIL HALL)

Ende einer «historischen Saison»: Roger Federer (Bild: KEYSTONE/EPA/NEIL HALL)

(sda)

Roger Federer, hat Sie der Punkt im Tiebreak, der wiederholt werden musste, beeinflusst?

Roger Federer: «Natürlich. Der Punkt wurde wiederholt, und ich erhielt ein Ass.»

Aber war der Entscheid richtig?

«Ich habe es nicht gesehen, der Schiedsrichter auch nicht. Aber der Balljunge erklärte, was passiert war, dass er den Ball während des Ballwechsels fallen gelassen hatte. Da war es nur normal, den Punkt zu wiederholen. Vielleicht hätte dieser Punkt die Differenz machen können. Wer weiss, aber das ist jetzt alles hypothetisch.»

Wie beurteilen Sie ihre Leistung gegen Zverev?

«Ich denke, ich habe den Ball mehrheitlich nicht dahin bekommen, wo ich wollte. Ich habe das Gefühl, ich könnte besser spielen. Vielleicht hatte das ja auch mit seinem Spiel zu tun. Vielleicht konnte ich ihn auch nicht genug in Bedrängnis bringen.»

Die Saison ist nun für Sie zu Ende. Wie würden Sie sie bewerten?

«Sampras sagte einmal: Jedes Jahr mit einem Grand-Slam-Titel ist ein gutes Jahr. Ich startete in Australien super und kann es kaum erwarten, wieder dorthin zu gehen. Im Moment bin ich enttäuscht, aber mit etwas Distanz kann ich sagen: Ich bin sehr happy mit dieser Saison. Es war eine historische Saison, nachdem ich nochmals die Nummer 1 wurde. Das war ein riesiger Moment in meiner Karriere, denn die Nummer 1 war ein Traum, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich ihm nochmals nahe kommen würde. Ich bin sehr stolz, mit 37 Jahren noch so konkurrenzfähig zu sein. Die zweite Hälfte hätte vielleicht besser sein können. Ich hatte aber meine Chancen und verlor ein paar knappe Matches, die einiges hätten ändern können. Ich bin auch enttäuscht, denn ich habe hohe Ziele. Gesamthaft bin ich aber zufrieden.»

Haben Sie mehr solche Chancen verpasst als in anderen Jahren?

«Ich denke nicht. Einmal habe ich drei Spiele in einem Jahr nach Matchball verloren, glaube ich. Ich bin keiner, der verpassten Chancen nachtrauert. Und dass ich Möglichkeiten hatte, die Saison noch besser werden zu lassen, gibt mir Zuversicht.»

Waren Sie in der zweiten Saisonhälfte zum Teil zu passiv?

«Ich will nicht immer wieder auf die Hand zu sprechen kommen. Das soll keine Entschuldigung sein. Aber ich hatte diese Probleme mit, und deshalb hatte ich sicher manchmal Mühe mit dem Rhythmus. Gegen die Besten kann dich das schon in entscheidenden Momenten durcheinander bringen. Ich spürte die Hand lange, sogar hier in London immer noch ein wenig. Auch wenn es immer besser geworden ist und ich immer mehr wieder auf meine Vorhand zählen konnte. Ich hoffe, dass die Beschwerden nach den Ferien endlich ganz weg sind. Positiv ist sicher, dass ich durchspielen konnte und keine grösseren Probleme hatte.»

Woran wollen Sie in der Vorbereitung auf die neue Saison besonders arbeiten?

«Ich möchte an meinem Tennis arbeiten, noch öfter den Weg ans Netz suchen und auch die Vorhand wieder richtig durchpeitschen. Dazu kommt der Konditionsbereich. Ich muss anders arbeiten als vor 5 oder 15 Jahren, um wieder mein Potenzial auszuschöpfen oder sogar neues zu finden. Sicher wird auch der Entscheid, ob ich wieder auf Sand spielen werde, eine Rolle spielen.»

Wie sieht das Programm bis Ende Jahr aus?

«Bis Anfang Dezember sind wir in den Ferien. Dann mache ich die Vorbereitung in Dubai und reise nach Perth, wo ich am 30. Dezember mit dem Hopman Cup starte.»

Sind die Pausen, die Sie immer wieder machen, neben dem Körper auch für den Kopf wichtig?

«Es ist sehr wichtig, dass ich mein Leben durchleuchte. Aus der Sicht meiner Frau, der Familie, meiner Mannschaft, dem Physio oder dem Konditionstrainer. Wie viel Zeit wende ich wofür auf? Ich würde am liebsten nur Zeit meiner Familie und dem Tennis spielen widmen. Aber der Physio, der Coach, der Konditionstrainer und viele andere wollen auch etwas von mir. Ich habe kein Problem damit zu trainieren, egal ob Tennis oder Kondition. Aber es muss jedes Puzzleteilchen stimmen. Manchmal ist es auch besser, mehr zu spielen. In Schanghai hatte ich extrem Muskelkater. Vielleicht habe ich davor zu wenig gespielt. In Basel war es schon besser, und hier in London ging es mir körperlich am besten. Das heisst, ich muss auch genug spielen, um im Rhythmus zu sein. Und ich muss im Training ans absolute Limit gehen, um für die Matches bereit zu sein. Oder darüber hinaus. Denn der Stress des Matchsituationen fällt da ja weg.

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