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«Ich habe gelernt, nicht auf andere zu hören»

Mit Christian Fassnacht präsentiert sich beim Zusammenzug der Nationalmannschaft ein neues Gesicht. Für die YB-Offensivkraft ist es der vorläufige Höhepunkt eines erstaunlichen Aufstiegs.
Christian Fassnacht rückte erstmals in ein Nati-Camp ein (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

Christian Fassnacht rückte erstmals in ein Nati-Camp ein (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

(sda)

2013 spielte der heute 24-jährige Christian Fassnacht noch beim FC Thalwil in der interregionalen 2. Liga, nachdem ihm einst im Nachwuchs des FC Zürich der Weg in den Profifussball nicht zugetraut worden war. In dem Alter, in dem andere schon diverse Einsätze in Nachwuchs-Auswahlen des SFV bestritten und ihre ersten Profiverträge unterschrieben hatten, schien für den im Regionalfussball engagierten Fassnacht der Zug nach oben abgefahren zu sein.

Doch Fassnacht liess sich nicht beirren und hielt an seinem Traum, einmal in der Super League zu spielen, fest. Der Weg war steinig, gewartet hatte auf den Zürcher niemand. «Ich habe gelernt, nicht auf andere zu hören und mein eigenes Ding zu machen», sagte Fassnacht. Er liess sich nicht entmutigen, weder von Kollegen und Freunden, noch von sportlichen Rückschlägen oder Trainern, die nicht auf ihn setzten. «Egal, was passiert, man ist selbst dafür verantwortlich, wohin der Weg führt.»

Mit Verzögerung nahm Fassnachts Karriere doch noch Fahrt auf. Nach seinem Engagement bei Tuggen folgte 2015 der Wechsel zum FC Winterthur in die Challenge League, 2016 schaffte er den Sprung in die Super League zum FC Thun, ehe nach nur einer Saison die Young Boys riefen. Mit den Bernern startete der Flügelstürmer so richtig durch und holte mit ihnen den ersten Meistertitel nach 32 Jahren. Dann folgte die Qualifikation für die Champions League und die Begegnungen gegen Manchester United und Juventus Turin.

Nächster Schritt Bundesliga?

Als vorläufigen Höhepunkt erhielt er nun das erste Aufgebot für eine Schweizer Auswahl überhaupt. «Ich bin als Fan der Nationalmannschaft aufgewachsen», sagte Fassnacht. «Dass ich nun selbst hier bin, ist ein Traum.» Sich in neue Teams zu integrieren, ist er sich aus den vergangenen Jahren gewohnt. «Ich habe dafür gewisse Mechanismen entwickelt», sagte Fassnacht. Zu Beginn werde er ruhig sein und zuhören, «und im Training und Spiel versuche ich Leistung zu zeigen und zu beweisen, dass ich dahin gehöre».

In den Überlegungen von Vladimir Petkovic hatte Fassnacht bereits vor der WM in Russland eine Rolle gespielt. «Letzte Saison hat er es mit YB sehr gut gemacht, jetzt hat er diese Leistungen bestätigt, darum hat er sich das Aufgebot verdient.» Aus Sicht des Nationaltrainers ist Fassnacht ein interessanter Spieler, polyvalent und auf verschiedenen Positionen einsetzbar. «Er geht oft in die Box - dorthin, wo es wehtut.»

Das Ende von Fassnachts ungewöhnlichem Aufstieg ist nicht in Sicht. Ein Transfer in die deutsche Bundesliga stand schon im Sommer zur Debatte, mit regelmässigen Nominationen für das Nationalteam würde das Interesse an ihm und sein Marktwert weiter steigen. «Ich muss ein paar Mal leer schlucken, wenn ich jeweils realisiere, was in den letzten Jahren abgegangen ist», so Fassnacht. «Vieles, das ich erreicht habe, haben mir die wenigstens zugetraut - ich selbst vielleicht auch nicht.»

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