«Ich habe selten ein so verrücktes Spiel erlebt»

Haris Seferovic und Xherdan Shaqiri sind die Hauptdarsteller bei der spektakulären Wende der SFV-Auswahl vom 0:2 zum 5:2 gegen Belgien. Seferovic trifft dreimal, Shaqiri leitet drei Tore ein.

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Haris Seferovic lieferte gegen Belgien ein herausragendes Spiel ab und schoss in seinem 59. Länderspiel erstmals drei Tore (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Haris Seferovic lieferte gegen Belgien ein herausragendes Spiel ab und schoss in seinem 59. Länderspiel erstmals drei Tore (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

(sda)

Der Schweizer Matchwinner in Luzern war ohne Zweifel Haris Seferovic, der in seinem 59. Länderspiel erstmals drei Treffer erzielte, seine Tore 15 bis 17 in der A-Nationalmannschaft. «Wir haben nach dem 1:2 das perfekte Spiel abgeliefert - und zwar jeder von uns», sagte der 26-jährige Stürmer von Benfica Lissabon.

Mit seinen beiden Toren kurz vor der Pause sorgte Seferovic für die Wende im Spiel, mit dem 5:2 kurz vor dem Ende für den Schlusspunkt und die definitive Entscheidung im Kampf um den Einzug in das Final Four. «Vielleicht wollten wir in der Startphase zuviel oder wir waren nicht richtig bei der Sache», sagte Seferovic. «Aber nach dem Anschlusstreffer haben wir wieder Mut gefasst, offensiver und genauer gespielt und die Tore geschossen, die es brauchte.»

Ein Jahr, nachdem er im Playoff-Rückspiel gegen Nordirland vom eigenen Publikum in Basel ausgepfiffen worden war, liess sich der in Sursee aufgewachsene U17-Weltmeister von 2009 vom Luzerner Publikum feiern. Er habe gelernt, nicht mehr auf alle, sondern nur noch auf sich und seine Angehörigen zu hören. «Die harte Arbeit zahlt sich aus. Ich bin glücklich und zufrieden», so Seferovic. Seine Geste nach den Toren habe nichts zu bedeuten. «Sie war mit einem Kollegen abgesprochen - wegen eines Games, das wir zusammen spielen.»

Trotz des spektakulären Sieges gegen die Weltnummer 1 brach laut Seferovic in der Schweizer Kabine keine Euphorie aus. «Jeder ist müde und froh, dass wir Gruppensieger sind.» Dies sei von Anfang an das Ziel gewesen und dieses hätten sie nun erreicht. «Es war das letzte Spiel des Jahres, das wir mit einer Top-Leistung abgeschlossen haben.»

Neben Seferovic ragte auch Xherdan Shaqiri aus dem Kollektiv von Vladimir Petkovic heraus. «Ich habe selten ein so verrücktes Spiel erlebt», sagte der Offensivspieler des FC Liverpool, der drei Tore vorbereitete - eines schöner als das andere. Beim 2:2 legte er mit dem Kopf überlegt für Seferovic auf, beim 4:2 bediente er mit einer perfekt auf das Tor gezogenen Flanke Nico Elvedi, ehe er den letzten Treffer mit einem genialen Absatztrick einleitete. Das beste Länderspiel, dass er je erlebt habe, sei es aber nicht gewesen, so Shaqiri. «Dafür haben wir und auch Belgien in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht.»