James erneut unantastbar - Scherrer knapp neben dem Podest

Der Heimweltcup in Laax bringt dem Schweizer Halfpipe-Team wenig Glück. Jan Scherrer landet beim Sieg des australischen Weltmeisters Scotty James als Vierter knapp neben dem Podium.

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Trotz stylischer Sprünge: Jan Scherrer bleibt am Laax Open erneut nur der 4. Platz

Trotz stylischer Sprünge: Jan Scherrer bleibt am Laax Open erneut nur der 4. Platz

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
(sda)

David Hablützel hatte eben erst den Nachtfinal der Männer am Laax Open eröffnet, da schlug der 23-Jährige auch schon wieder die Hände vor dem Gesicht zusammen. Seine Geste, nachdem er beim letzten Sprung seines ersten Runs gestürzt war, wurde zum Fanal für das Schweizer Team am Samstagabend. Die Nuancen sollten es nicht gut meinen mit dem Heimteam. Besonders mit Jan Scherrer. Mit dem Podest in Laax scheint es für den Toggenburger wie verhext zu sein. Zum vierten Mal stand der 25-Jährige am Heimweltcup am Start, es resultierte daraus der dritte 4. Platz.

Schmerzen dürfte Scherrer nicht nur das Was, sondern vor allem das Wie. Als er seinen zweiten Run beendet hatte, stand einzig Taylor Gold noch zwischen ihm und seinem ersten Podiumsplatz am Heimweltcup. Der Amerikaner nutzte schliesslich die grosse Lücke, die zwischen Scherrer (78,00) und den Halfpipe-Ausnahmekönnern James (95,75) und dem Japaner Yuto Totsuka (92,25) klaffte. «Unsere Leistungen waren heute nicht fertig», sagte Halfpipe-Cheftrainer Pepe Regazzi nach der späten Enttäuschung. Dass sein Team auch nach dem dritten Halfpipe-Weltcup auf einen Podestplatz wartet, schreibt er Details zu.

Podladtchikovs Genesung hat Priorität

Neben Hablützel, der den Final im 11. Rang abschloss, kamen auch Pat Burgener und Olympiasieger Iouri Podladtchikov nicht ohne Stürze durch den Samstag. Burgener legte sich wie Teamkollege Hablützel beim letzten Sprung des ersten Final-Runs unschön mit dem Gesicht aufs Eis nieder; mit Pflaster an der Nase arbeitete sich der Romand im zweiten Durchgang immerhin noch in den 8. Rang vor. Podladtchikov stürzte bei seinem Comeback nach fast einjähriger Verletzungspause weniger medienwirksam, die Folgen seines Trainingssturzes waren aber nicht weniger fatal.

«Es war mehr ein Kampf, als ich mir das gewünscht habe», sagte der 31-Jährige gegenüber dem Schweizer Fernsehen. Selbst den Abbruch des Wettkampfs schloss der Zürcher zuerst nicht aus. Dass er den Wettkampf trotz der Prämisse, nur nicht wieder eine Verletzung zu riskieren, auf dem 5. Platz abschloss, ist Podladtchikov hoch anzurechnen. Er, der sich auf dem Board oft nur schwer in Zaun halten konnte, blieb an seinem Heimweltcup ganz bei sich selber.

Diesen Kurs werden Podladtchikov und Trainer Regazzi in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen. Anstatt mit dem Team schon am Sonntagmorgen die Reise an die nächste Weltcup-Station in Kalifornien anzutreten, reist der 4-fache Weltcupsieger nach New York, wo er derzeit ein Kunststudium absolviert. Ob und wann er die Weltcup-Saison fortsetzen wird, hängt von der kompletten Genesung der Achillessehnen-Verletzung ab.