Jason Joseph mit starkem Saisoneinstieg

Jason Joseph überzeugt beim Meeting in Luzern in seinem ersten Rennen in dieser Saison. In 13,47 Sekunden über 110 m Hürden bleibt er lediglich acht Hundertstel über dem eigenen Schweizer Rekord.

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Jason Joseph überzeugt beim Rennen über 110 m Hürden in Luzern.

Jason Joseph überzeugt beim Rennen über 110 m Hürden in Luzern.

KEYSTONE/URS FLUEELER
(sda)

«Für den ersten Lauf war es im Grossen und Ganzen akzeptabel», bilanzierte Joseph. «Der Start war etwas verhalten, danach fand ich gut ins Rennen.» Der 21-jährige Baselbieter, Halbfinalist der letztjährigen Weltmeisterschaften in Doha, hatte sich «brutal» auf den Wettkampf gefreut. Er konnte die Zeit trotz der Einschränkungen gut nutzen, arbeitete an der Geduld während des Laufs, der Beweglichkeit und Grundstabilität. Dass er dabei keinen Zeitdruck hatte, kam ihm entgegen. Die fehlenden Grossanlässe in diesem Jahr nimmt er locker: «Klar war ich enttäuscht, aber es ist okay.»

Selina Büchel verpasste in ihrem ersten Saisonrennen im Freien über 800 m den Sieg um eine Hundertstelsekunde - sie musste sich der Deutschen Christina Hering geschlagen geben. Es war ein von Taktik geprägter Lauf, weshalb ihre Zeit von 2:03,28 Minuten sekundär war. «Ich fühlte mich sehr gut», sagte die 28-jährige Toggenburgerin. Die zweifache Hallen-Europameisterin auf dieser Strecke versteckte sich bewusst im Feld und drehte am Ende mächtig auf.

Diese Taktik widerspricht eigentlich ihrer Mentalität, gerade wenn das Tempo langsam ist. Dann nimmt Büchel das Zepter gerne in die Hand, wofür sie in den letzten Jahren einige Male gebüsst hat. «Von daher bin ich froh, dass es mir gelungen ist, mich ruhig zu verhalten. Es macht Spass, wenn man auf den letzten 200 m noch Energie hat.» Aber klar wurme es sie etwas, dass es nicht zum Sieg gereicht habe. Nichtsdestotrotz wertete sie die starken letzten 100 m als «sehr gutes Zeichen».

Weniger gut lief es Noemi Zbären, die sich zuletzt über 100 m Hürden in guter Verfassung präsentiert hatte. Mit 13,39 Sekunden blieb die 26-jährige Emmentalerin um 33 Hundertstel über ihrer Saisonbestzeit. «Im Einlaufen fühlte ich mich sehr gut, ich kam jedoch nicht richtig ins Rennen rein», sagte Zbären, die in den letzten Jahren mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte - 2016 erlitt sie einen Kreuzbandriss. Von einem Rückschlag wollte sie aber nichts wissen. «Ich habe ja gesehen, dass ich schnell laufen kann. In diesem Jahr sind die Zeiten sowieso egal, das gibt mir die Möglichkeit zum Ausprobieren.»

Was fehlt noch, um mal wieder die 13-Sekunden-Marke zu unterbieten? «Daran denke ich nicht.» Verbessern will sie sich in erster Linie beim Start: «Wenn ich bei der ersten Hürde in einer besseren Position bin, wirkt sich das auf das ganze Rennen aus. Hinten heraus läuft es sehr gut, habe ich das Gefühl, und auch technisch ist alles gut.»

Der Zehnkämpfer Simon Ehammer, der am vergangenen Samstag in Schaffhausen im Weitsprung mit einem Satz auf 8,15 m brilliert hatte, kam diesmal nicht wie gewünscht auf Touren. Der 20-jährige Appenzeller musste sich mit 7,56 m begnügen.