Junge Hoppers nach der Pause überfordert

Mit einer Leistungssteigerung nach der Pause, der der Gegner nichts entgegenzusetzen hat, siegen die Young Boys bei GC 3:0. Guillaume Hoarau, Christian Fassnacht und Michel Aebischer treffen.

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Die Berner um Guillaume Hoarau (links) waren für die jungen Grasshoppers mit Djibril Diani eine Nummer zu gross (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Die Berner um Guillaume Hoarau (links) waren für die jungen Grasshoppers mit Djibril Diani eine Nummer zu gross (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

(sda)

Im Letzigrund spielten Mannschaften mit derzeit sehr unterschiedlichen Möglichkeiten gegeneinander. Hier die Hoppers, deren Trainer Thorsten Fink schier zahllose verletzte oder gesperrte Titulare ersetzen und die letzten Kräfte - vor allem blutjunge Kräfte - mobilisieren musste. Dort der Meister aus Bern, dessen Trainer Gerardo Seoane dank einem starken und breiten Kader aus dem Vollen schöpfen kann. Erstmals liess Seoane vor einem Europacup-Einsatz mit der Paradeformation spielen. Die beinahe unfair zu nennenden Voraussetzungen mündeten in das logische Ergebnis von drei Toren Unterschied.

Hatten die Grasshoppers das vorangegangene Heimspiel gegen Basel schon in der ersten Viertelstunde (Zwischenstand 0:3) verloren, waren sie von der Temposteigerung der Berner im ersten Teil der zweiten Halbzeit vollkommen überfordert. Auch dies hatte seine Logik, erzielten doch die Young Boys alle ihre elf Tore in den letzten vier Spielen nach der Pause. Bevor Hoarau auf Vorarbeit von Sékou Sanogo und Fassnacht auf Zuspiel von Loris Benito den entscheidenden Doppelschlag innerhalb von für Minuten landeten, hätte Hoarau beim ersten Angriff der zweiten Halbzeit auch schon treffen können oder müssen.

Für die Grasshoppers blieb es im ganzen Spiel bei zwei halbwegs guten Möglichkeiten. Julien Ngoy nach 22 und der eingewechselte Nikola Sukacev nach 89 Minuten vergaben sie. YBs Torhüter David von Ballmoos, der den Wiedereinstand nach der Gehirnerschütterung gab, war die längste Zeit beschäftigungslos. Nach dem 2:0 konnten die Hoppers nie reagieren, die Young Boys monopolisierten den Ball in der gegnerischen Platzhälfte.

Die Berner haben in nunmehr 44 Meisterschaftsspielen in Serie immer mindestens ein Tor erzielt. Die 118 Tore ergeben einen Durchschnitt von 2,68 pro Spiel. Beim 0:0 in Zürich gegen den FCZ in der 5. Runde der letzten Saison waren sie letztmals leer ausgegangen.

In der Verfassung, in der sie sich gegen YB präsentierten, werden die Grasshoppers wohl stark darauf angewiesen sein, dass die derzeit fehlenden Leistungsträger möglichst rasch fit in die Mannschaft zurückkehren.

Telegramm:

Grasshoppers - Young Boys 0:3 (0:0). - 5500 Zuschauer. - SR Tschudi. - Tore: 51. Hoarau (Sanogo) 0:1. 55. Fassnacht (Benito) 0:2. 82. Aebischer (Schick) 0:3.

Grasshoppers: Lindner; Lavanchy, Cvetkovic, Rhyner, Doumbia; Diani; Ngoy, Bajrami, Taipi (80. Pusic), Bahoui (80. Sukacev); Pinga.

Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Lauper, Von Bergen, Benito; Fassnacht (69. Aebischer), Sow, Sanogo, Sulejmani (65. Moumi Ngamaleu); Assalé (81. Schick), Hoarau.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Holzhauser (gesperrt), Jeffrén, Basic, Nathan, Sigurjonsson, Ajeti, Tarashaj, Djuricin (alle verletzt) und Kamber (krank). Young Boys ohne Wüthrich und Lotomba (beide verletzt). Verwarnungen: 39. Sanogo (Foul), 71. Assalé (Schwalbe).