England

Kaum Fans in den Stadien und geschlossene Pubs am Boxing Day

Am 26. Dezember wird in der Premier League traditionsgemäss Fussball gespielt. Auch der Boxing Day 2020 steht allerdings unter dem Einfluss der Coronavirus-Pandemie.

Drucken
Teilen
Xherdan Shaqiri und Jürgen Klopp haben mit dem FC Liverpool über die Feiertage ein weniger dichtes Programm als in den letzten Jahren

Xherdan Shaqiri und Jürgen Klopp haben mit dem FC Liverpool über die Feiertage ein weniger dichtes Programm als in den letzten Jahren

KEYSTONE/EPA POOL/PETER POWELL / POOL
(sda/afp/dpa)

Der Boxing Day hat bei Liverpools-Trainer Jürgen Klopp bislang keine grosse Freude ausgelöst. Zu viele Spiele, zu wenig Erholung, monierte der Deutsche stets. In diesem Jahr hat der englische Meister und aktuelle Tabellenführer aber Glück. «Wir haben jetzt mehr Zeit, uns zu erholen, als je zuvor in der Saison», sagte Klopp.

Am 27. Dezember empfängt Liverpool West Bromwich Albion, drei Tage später folgt die Partie in Newcastle, ehe erst am 4. Januar gegen Southampton gespielt wird. Für andere Teams ist das Programm stressiger: Manchester City, das auf die positiv auf Corona getesteten Gabriel Jesus und Kyle Walker verzichten muss, Chelsea oder Everton stehen nach ihren Partien am Boxing Day bereits 48 Stunden später wieder im Einsatz. Eine Winterpause wie im vergangenen Jahr wird es in der Premier League wegen der später gestarteten Saison nicht geben. Der Spielplan ist bis zum Saisonende am 23. Mai eng getaktet.

Zuschauer werden auch am 26. Dezember in den meisten Stadien keine sitzen, die Infektionszahlen sind auch in England wieder angestiegen, zudem befinden sich Teile Londons aufgrund neu entdeckter Virus-Mutationen in einem Lockdown. Leidtragende sind auch die Pubs, die sich sonst am zweiten Weihnachtsfeiertag über zahlreiche Kundschaft erfreuen konnten. Als kleinen Ausgleich für die Fans hat die Liga es der BBC erlaubt, die Partie Aston Villa gegen Crystal Palace am 26. Dezember im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen - so etwas gab es am Boxing Day noch nie.

Rückkehr von Xhaka und Shaqiri?

Die Top-Partien sind die Partien zwischen dem Tabellenzweiten Leicester City und dem Tabellendritten Manchester United sowie das Londoner Derby zwischen Arsenal und Chelsea. Granit Xhaka hat nach seiner Roten Karte drei Spielsperren verbüsst und steht den «Gunners» wieder zur Verfügung.

Auch Xherdan Shaqiri, der zuletzt verletzt fehlte, ist wieder zurück, trainierte er doch im Lauf der Woche wieder mit der Mannschaft von Liverpool mit. Fraglich ist der Einsatz von Fabian Schär, der zuletzt wegen einer Corona-Ansteckung bei Newcastle fehlte. In englischen Medien wird der Innenverteidiger mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht.

Wunsch nach einer Sperre

Der Begriff Boxing Day entstand im 19. Jahrhundert zu Zeiten von Königin Victoria. Damals war es üblich, dass die reichere Bevölkerung Weihnachtspakete schnürte, um sie ärmeren Menschen und Angestellten zu geben. Bedienstete hatten am 26. Dezember frei und bekamen an diesem Tag von ihren Herren ihr Weihnachtspakete, die sie dann mit nach Hause zu ihren Familien nahmen.

Der frühere Mittelfeldspieler Kevin Nolan (West Ham und Newcastle) schaffte das Kunststück, fünfmal nacheinander in den Spielen zwischen Weihnachten und Neujahr wegen einer Sperre zusehen zu müssen. Der ehemalige Schiedsrichter Howard Webb berichtete, dass einige Akteure durchaus das Gespräch suchten. «'Eine Gelbe Karte könnte mir helfen'», sagte Webb über einen Wunsch der Profis. Sie wollten an Weihnachten doch lieber bei ihren Familien sein.