Keine bösen Worte nach der Lektion in Turin

Es war ein Klassenunterschied zwischen Juventus Turin und den Young Boys. Darin waren sich die Berner nach dem 0:3 einig.

Drucken
Teilen
Gerardo Seoane erlebte mit YB in Turin einen lehrreichen, aber keinen schönen Abend (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Gerardo Seoane erlebte mit YB in Turin einen lehrreichen, aber keinen schönen Abend (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

Die Young Boys sind noch nicht richtig angekommen in der Champions League. Auf das 0:3 gegen Manchester United folgte ein 0:3 bei Juventus Turin. Ein Mittel, um gegen Mannschaften diese Kaliber mitzuhalten, heben sie bislang nicht gefunden. «Wir werden daraus lernen», versicherte Sékou Sanogo Sie müssten sich an das Niveau gewöhnen, bemerkte Leonardo Bertone.

Die Berner verwiesen nach dem Match in Turin auf die Stärke des Gegners. «Wir sind gegen einen Titelaspiranten angetreten. Man hat einen Qualitätsunterschied gesehen», analysierte Trainer Gerardo Seoane. Dass Juventus allerdings überhaupt nicht aus der Reserve gelockt wurde, dass die Italiener den Eindruck hinterliessen, dass sie noch den einen oder anderen Gang in der Hinterhand hatten, spricht nicht für die Leistung von YB.

Es fehlte dem Schweizer Meister das gewisse Etwas, eine Spur Entschlossenheit und Mut, die es ohne Frage braucht, um auf diesem Niveau zu bestehen. Die Young Boys waren ins Spiel gegangen mit dem Vorhaben, so lange wie möglich 0:0 zu spielen. Der frühe Gegentreffer warf diese Taktik über den Haufen. Danach schienen die Champions-League-Debütanten in erster Linie auf Schadensbegrenzung hinzuarbeiten. Bertone sagte nicht von ungefähr: «Das 0:3 ist okay. Ich bin froh, dass wir nicht mehr Tore kassiert haben.»

Mit der Erfahrung soll nun in Zukunft alles besser werden. Zwei, drei Dinge müsse man ändern, befand Sanogo, der sich wie alle Berner zu Recht davor hütete, nach einer Niederlage bei Juventus Turin den spielerischen Notstand auszurufen. Seoane meinte, es sei nicht der richtige Zeitpunkt für Kritik. Bis auf Weiteres muss YB akzeptieren, dass es den Niveauunterschied zu solchen Mannschaften nicht kompensieren kann, vor allem dann nicht, wenn sich auch noch individuelle Fehler einschleichen, wie jener von Camara beim 0:1.

Am Samstag kehrt YB zurück zum Alltag, zur Super League, in der er mit neun Siegen in neun Spielen den Ton angibt. Gegen Luzern muss der Leader wieder auf der Höhe sein. Auch deshalb fielen auch positive Worte in Turin. Seoane lobte die Einstellung seiner Spieler, die sich nicht aufgegeben hätten. Und Sanogo blickte schon positiv voraus: «Aus den Spielen gegen die Grossen lernt man. Wir werden daran wachsen.»