Knappe Resultate im Oberhaus: Zufall oder Trend?

Noch sind erst 3 von 36 Runden der Super League 2020/21 gespielt. In den ersten 15 Partien häufen sich jedoch knappe Ergebnisse in ungewohnter Menge.

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Tunahan Cicek (links) gegen YBs Vincent Sierro: Die Vaduzer stellten sich den besten drei Mannschaften der letzten Saison bravourös in den Weg
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Jean-Pierre Nsame feiert den Treffer zum 1:0-Sieg der Berner Young Boys über Vaduz.

Tunahan Cicek (links) gegen YBs Vincent Sierro: Die Vaduzer stellten sich den besten drei Mannschaften der letzten Saison bravourös in den Weg

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

14 Spiele gingen unentschieden oder mit einem Tor Differenz aus. Die Ausnahme war Lausannes 4:0-Heimsieg gegen den FC Zürich.

Ob dieser Beginn ein Vorbote auf ein ausgeglichenes Geschehen in der ganzen Saison ist, wird sich weisen. Es könnte sich auch nur als statistische Zufälligkeit herausstellen. Die jetzige Quote von 93,3 Prozent an knappen Resultaten in den ersten drei Runden ist jedenfalls ein Rekord in den 18 Super-League-Saisons. Nur 2014/15 wurde dieser Wert fast erreicht. Damals gingen 13 der ersten 15 Spiele (86,6 Prozent) knapp aus.

Die Quote über alle bisherigen Saisons liegt bei 63,7 Prozent - was also bedeutet, dass normalerweise etwa zwei Drittel der Spiele stark umstritten sind. Die kleinste Anzahl knapper Resultate - je sechs (40 Prozent) - registrierte man in den Saisons 2005/06 und 2018/19.

Es gibt sportliche Indizien dafür, dass sich die Häufung knapper Ergebnisse durch die ganze Saison ziehen könnte. Ein solches Indiz liefert der überraschende Aufsteiger Vaduz, von vielen als erster Abstiegskandidat gehandelt. Die Liechtensteiner spielten in den ersten drei Runden - es war ein denkbar schwieriges Startprogramm - als Aussenseiter gegen die ersten drei der letzten Saison. Von keinem der drei liessen sie sich abschütteln. Einem 2:2 in Basel folgten 0:1-Niederlagen gegen St. Gallen und in Bern gegen Meister YB.