Länderspiele der Schweiz in Katar abgesagt

Die beiden Testspiele der Schweizer Nationalmannschaft in Katar gegen Kroatien (26. März) und Belgien (30. März) werden wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt.

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Es ist offen, ob Vladimir Petkovic die Schweizer Nati Ende März irgendwo spielen lassen kann

Es ist offen, ob Vladimir Petkovic die Schweizer Nati Ende März irgendwo spielen lassen kann

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
(sda)

Die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft gegen den WM-Zweiten beziehungsweise gegen die Nummer 1 des FIFA-Rankings hätten im Rahmen eines Vierländerturniers stattgefunden, bei dem auch Europameister Portugal teilgenommen hätte. Die katarischen Organisatoren entschieden nun nach Rücksprache mit den Verbänden der vier europäischen Länder auf eine Absage - «wegen der weiteren internationalen Ausbreitung des Coronavirus», wie der SFV in einer Mitteilung schreibt.

In Katar war die Zahl der infizierten Personen zwischen Dienstag und Mittwoch innerhalb von 24 Stunden von knapp 30 auf über 230 gestiegen. «Jede Massnahme, die dazu dient, die Verbreitung des Virus einzudämmen, ist sinnvoll und wichtig. Wir hätten natürlich gerne gespielt, aber die Gesundheit der Menschen geht immer vor», liess sich der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic in der Mitteilung des SFV zitieren.

Schon seit einigen Tagen war klar, dass die Nationalteams der Schweiz, Kroatiens, Belgiens und Portugals keine Spieler aus der italienischen Serie A hätten nach Katar mitnehmen können, weil Einreisende mit Wohnort in Italien in Katar umgehend in Quarantäne gesteckt werden. Im Schweizer Nationalteam wäre von dieser Massnahme Remo Freuler betroffen gewesen, bei Kroatien etwa Marcelo Brozovic, Ante Rebic oder Marko Pasalic, bei Belgien Dries Mertens und Romelu Lukaku und bei Portugal neben anderen natürlich Cristiano Ronaldo.

Beim SFV sind sie nun daran, ein Ersatzprogramm für das Nationalteam-Zeitfenster vom 23. bis 31. März auf die Beine zu stellen. Möglich scheint zum jetzigen Zeitpunkt aber auch, dass es in dieser Phase überhaupt keine Länderspiele gibt. «Wir machen nun täglich eine neue Analyse, folgen den Anweisungen der Behörden und entscheiden baldmöglichst, ob und wie wir weiter vorgehen werden. Im Zentrum steht aber immer die Gesundheit», so Nationalteamdirektor Pierluigi Tami.

Die Lage hat sich für die Nationalteams in den letzten zwei Tagen zugespitzt, nachdem nicht nur Italien und die Schweiz ihre Meisterschaften unterbrochen hatten, sondern auch die deutsche Bundesliga und die spanische La Liga Spiele zumindest nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen werden.

Vor diesem Hintergrund und bei rasant steigenden Zahlen von vom Coronavirus infizierten Menschen drängen die Klubs europaweit auf eine Streichung der anstehenden Nationalteam-Termine von Ende März. Am Mittwoch sagte etwa Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke: «Mein Gefühl ist, dass ich unsere Spieler nicht zu den Nationalteams reisen lasse. Ich werde das verbieten.» Bei Wolfsburg stehen mit Kevin Mbabu, Renato Steffen und Admir Mehmedi drei Schweizer Internationale unter Vertrag.