Der EV Zug reisst den Sieg spät an sich

Der EV Zug gewinnt in Lausanne verdient 3:0 und nähert sich langsam den Spitzenplätzen. Das erste und vorentscheidende Tor erzielte Santeri Alatalo erst zehn Minuten vor Schluss.

Hören
Drucken
Teilen
EVZ-Verteidiger Santeri Alatalo bezwingt Lausanne-Goalie Tobias Stephan zum 1:0.

EVZ-Verteidiger Santeri Alatalo bezwingt Lausanne-Goalie Tobias Stephan zum 1:0.

Bild: Pascal Müller/Freshfocus (Lausanne, 17. Dezember 2019)

Und plötzlich sah alles ganz einfach aus: Sowohl Santeri Alatalo wie auch Oscar Lindberg konnten bei ihren Treffern von der blauen Linie aus mit viel Tempo ihre Gegner umkurven und jeweils fast unbedrängt einschiessen. Der EV Zug hatte schon vorher – bis auf die Tore – vieles richtig gemacht. Im Startdrittel beispielsweise erarbeitete sich das Team von Trainer Dan Tangnes nicht weniger als 14:4 Chancen. Darunter waren zwei Pfostenschüsse zu beklagen, einer von Verteidiger Dominik Schlumpf und der andere von Rückkehrer Erik Thorell. Letzterer trat erstmals seit seinem Fahrrad-Unfall wieder an, gleich wie Sven Senteler, der ebenfalls von einer Verletzung zurückkam.

Erstmals dabei war zudem Tobias Geisser, der seine Saison in der AHL mit den Hershey Bears angefangen hatte. Nun wurde der Verteidiger von den Washington Capitals an den EVZ ausgeliehen, in Lausanne lieferte der 20-Jährige bereits seinen 58. Match für Zug. «Wir brauchten etwas Geduld. Ich freute mich enorm, wie das Team drangeblieben ist. Das zeigt den Charakter. Wir siegten sehr verdient», erklärte Tobias Geisser.

Nun treffen auch Zugs Stürmer wieder

In der Abwehr zeigten die Zentralschweizer im Waadtland eine tadellose Leistung. Bis zur zweiten Pause lautete das Schussverhältnis 21:13 für Zug. Die Hintermannschaft des noch amtierenden Cup-Siegers gestand dem Team aus der Olympiastadt nicht viele Gelegenheiten zu – und mehrfach zeigte Leonardo Genoni reflexschnelle Eingriffe.

Vorne aber machten die Zuger vorerst zu wenig aus ihren Gelegenheiten. Der Auftritt erinnerte phasenweise an das Duell im Champions-League-Viertelfinale, als Zug gegen Mountfield insbesondere im Startabschnitt druckvoll anrannte, aber die Scheibe nicht ins Netz arbeiten konnte. Das letzte Tor gelang Zug am 8. Dezember nach 50:59 in Ambri, das Spiel ging damals in der Verlängerung mit 2:3 verloren.

Ganze 120:17 Minuten war der EVZ somit turnierübergreifend ohne Treffer unterwegs, bis zum Tor von EVZ-Verteidiger Santeri Alatalo in der 50. Minute. Der 2:2-Ausgleich in Ambri durch Captain Raphael Diaz fiel durch einen Verteidiger. Mit Lindberg und Lino Martschini kehrten nun aber auch die Stürmer zum Skoren zurück. «Wir spielten hinten sehr solide», bilanziert Santeri Alatalo.

«Es läuft uns immer besser, wir haben weniger Aussetzer als eingangs Saison. Die Formkurve geht in die richtige Richtung.»

In der laufenden Saison ist der EV Zug inklusive der Champions League und dem Cup (wo das Team noch immer auf den ersten Heimauftritt überhaupt wartet!) weit gereist. Nach der Rückkehr aus Lausanne trägt das Team zum Jahresende nur noch drei Nah-Auftritte aus: Am Freitag gastiert Davos in der Bossard-Arena, samstags erfolgt das Auswärtsspiel in Rapperswil und am kommenden Montag gastiert der wieder erstarkte SC Bern in Zug.

Lausanne - Zug 0:3 (0:0, 0:0, 0:3)

7777 Zuschauer. - SR Wiegand/Dipietro, Fuchs/Altmann. - Tore: 50. Alatalo 0:1. 54. Lindberg (Alatalo/Ausschluss Bertschy) 0:2. 58. Martschini 0:3 (ins leere Tor). - Strafen: 2mal 2 plus 10 (Bertschy) Minuten gegen Lausanne, 2mal 2 plus 10 (Lindberg) Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Hofmann.

Lausanne: Stephan; Lindbohm, Frick; Grossmann, Genazzi; Heldner, Junland; Nodari, Oejdemark; Almond, Jooris, Kenins; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Moy, Emmerton, Herren; Traber, Froidevaux, Leone.

Zug: Genoni; Thiry, Alatalo; Diaz, Morant; Schlumpf, Geisser; Zryd; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Thorell; Simion, Senteler, Zehnder; Langenegger, Albrecht, Leuenberger.

Bemerkungen: Lausanne ohne Antonietti, Zug ohne Bachofner, Stadler, Schnyder, Zgraggen, Bougro (alle verletzt) und Hollenstein (U20-Nati). Pfostenschuss Schlumpf (17.). Lausanne von 57:42 bis 57:56 ohne Torhüter.