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Lenny Rubin: «Solid, aber nicht überragend»

Der Schweizer Nationaltrainer Michael Suter blickt vermehrt nach Deutschland. Im Sog des Weltklasse-Regisseurs Andy Schmid haben sich weitere Schweizer zum Schritt in die Bundesliga entschieden.
Lenny Rubin wagte im Sommer den Schritt in die Bundesliga (Bild: KEYSTONE/EPA NTB SCANPIX/CARINA JOHANSEN)

Lenny Rubin wagte im Sommer den Schritt in die Bundesliga (Bild: KEYSTONE/EPA NTB SCANPIX/CARINA JOHANSEN)

(sda)

Mehr Schweizer Handballer als auch schon haben die NLA-Komfortzone verlassen und stellen sich ab sofort täglich der internationalen Konkurrenz. Die Fraktion der SHV-Vertreter in der Bundesliga umfasst mittlerweile fünf Akteure: Nach Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen), Alen Milosevic (SC DHfK Leipzig) und Samuel Röthlisberger (TVB Stuttgart) sind nun auch Lenny Rubin (22) bei der HSG Wetzlar und Lukas von Deschwanden (29) in Stuttgart in eine neue Sportwelt eingetaucht.

Rubin hatten die deutschen Medien nach dessen Unterschrift bei der Handballspielgemeinschaft regelrecht zugejubelt: «Eines der grössten Handball-Talente Europas wechselt zu den Mittelhessen!» Der Sohn der früheren Dormagen-Grösse Martin Rubin kommt mit den hohen Erwartungen bisher problemlos zurecht. Bis zu einer Fussverletzung in der letzten Woche hat der 2,04 Meter grosse Shooter den Tritt gut gefunden.

«Solid, aber nicht überragend.» So taxiert der jüngste Stammspieler Wetzlars seinen Einstieg in eine der weltbesten Meisterschaften. Im Schnitt kam der linke Aufbauer auf vier Treffer, verlor aber vier von fünf Spielen. Die positiven Eindrücke überwiegen: «Ich erhalte extrem viel Spielzeit und spüre das Vertrauen des Trainerstabs. So kann ich weitere Fortschritte machen.»

Schmids Einschätzung

«Er ist auf dem richtigen Pflaster, um sich zu entwickeln», beurteilt Andy Schmid Rubins Ausgangslage gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Eine wohlwollende Einschätzung von quasi höchster Instanz. Der fünffache MVP hat sich in der deutschen Handball-Szene einen Sonderstatus erspielt. Das Wort des Captains des zweifachen Meisters Rhein-Neckar hat Gewicht.

Wichtig sei für alle Neulinge, das eigene Portfolio permanent zu erweitern, sagt Schmid und erinnert sich dabei an seinen eigenen Einstand: «Zu Beginn geniesst man etwas mehr Freiheiten, dann wird man plötzlich Teil der gegnerischen Videobesprechung. Mit einem 0815-Programm kam ich nicht mehr durch, ich musste mir neue Dinge aneignen, immer einen Schritt schneller sein.»

Im Gegensatz zum Chef-Regisseur Schmid, der seit 2010 in Mannheim spielt und wohl demnächst seinen Vertrag ein letztes Mal bis 2022 verlängern wird, steht neben Rubin auch Lukas von Deschwanden noch weit unten in der Hierarchie. Der Stuttgarter Spielmacher musste sich teilweise schon mit kritischen Kommentaren beschäftigen. Nach neunjährigem Engagement in Thun lernt er den ungemütlichen Existenzkampf im unteren deutschen Tableau kennen.

Für seine fünf Trophäen interessiert sich in Bad Cannstatt niemand. Dem Out im Cup-Vorprogramm gegen die zweitklassigen Rimpar Wölfe folgten weitere Schwankungen. Noch hat der mehrfache NLA-Topskorer nicht den gewünschten Einfluss; aber auf seine Qualität werden die Süddeutschen in den kommenden Monaten zweifellos setzen.

Suters Hoffnung

Nationalcoach Michael Suter verfolgt die Entwicklung der beiden Bundesliga-Debütanten minutiös. Keine relevante Video-Sequenz entgeht ihm, Von Deschwandens schwieriger Auftakt beunruhigt ihn keineswegs: «Lukas kommt auf verschiedenen Positionen zum Zug. Zu Beginn stand er sehr häufig auf dem Platz, dann verringerten sich seine Einsätze. Er muss nun versuchen, sich in jenen Minuten gut zu präsentieren, die ihm angeboten werden.» Rubins Schwung überzeugt ihn: «Er ist gut gestartet und hat gezeigt, dass er in Wetzlar eine dominante Rolle übernehmen kann.»

Der frühere Topflügel Suter und inzwischen langjährige Trainer kennt die Dimension der Herausforderung: «Der Druck ist höher, die Presse, die Zuschauer, alle fordern viel. Die Spieler stehen permanent im Rampenlicht.» Die Stadien sind gut gefüllt, die Klubs im Mittelfeld der Rangliste mobilisieren pro Spieltag 4000 bis 5000 Fans. «Die Intensität ist hoch, in Deutschland beginnt das Playoff schon am ersten Spieltag», so Suter.

Dem Schweizer Selektionär kommt zupass, dass neben seinem Keeper Nikola Portner (Montpellier) ein Quintett in einem europäischen Top-Championat tätig ist. Vom Transfer ins Ausland erhofft sich Suter einiges: «Sie haben einen höheren Rhythmus, das gibt Stabilität. Und Figuren wie Alen Milosevic, der in Leipzig als Mensch und Sportler zur unverzichtbaren Grösse gereift ist, werden uns guttun.» Auf frische Inputs und eine höhere individuelle Belastbarkeit ist das Nationalteam vier Wochen vor dem Start zur EM-Ausscheidung nach 13 verpassten Turnierteilnahmen in Folge in der Tat dringend angewiesen.

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