Lüthis Schadensbegrenzung mit Platz 10

Die Schweizer Motorrad-Fahrer erleben einen WM-Auftakt zum Vergessen: Tom Lüthi kann beim Moto2-GP von Katar mit einem 10. Platz wenigstens etwas Schadensbegrenzung betreiben.

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Kampf um Plätze im Mittelfeld statt an der Spitze: Tom Lüthi belegte beim Moto2-Auftakt in Katar nur den 10. Platz
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Emotionaler Premierensieg: der Japaner Tetsuta Nagashima
Kein Schweizer Wochenende: Der Auftakt gelang Tom Lüthi, Jesko Raffin und Jason Dupasquier (v.l.) nicht nach Wunsch
Zeigte ein solides GP-Debüt: Jason Dupasquier in der Moto3
Konnte den Gegnern bereits nach der 1. Runde nur noch hinterher fahren: Jesko Raffin auf der NTS

Kampf um Plätze im Mittelfeld statt an der Spitze: Tom Lüthi belegte beim Moto2-Auftakt in Katar nur den 10. Platz

KEYSTONE/EPA/NOUSHAD THEKKAYIL
(sda)

Von Startplatz 18 aus hätte Tom Lüthi eine grosse Aufholjagd gebraucht, um wie immer seit 2014 - mit Ausnahme der Saison in der MotoGP - auf dem Losail Circuit aufs Podest zu fahren. Der Start ins Rennen war dann gut, der Schluss auch. Der 33-jährige Emmentaler konnte die Pace aber nicht über das ganze Rennen durchziehen. «Ich habe den Speed nicht ganz gehabt», erklärte Lüthi im Fernsehen SRF. «Am Ende hat auch der Vorderreifen leicht abgebaut.» Wichtiger sei aber: «Wir müssen aus diesem Wochenende lernen und verstehen, was das Problem war.»

Lüthis Motorrad funktionierte im Rennen deutlich besser als in den letzten Trainings und im Qualifying, nachdem die Mechaniker es über Nacht komplett auseinander gebaut hatten. Er verbesserte sich gleich beim Start um sechs Positionen, danach ging es aber lange nicht mehr weiter nach vorne. Erst am Ende schaffte der Emmentaler wenigstens noch den Sprung in die Top Ten. Wegen der Absage der Königsklasse durften die Moto2-Fahrer zur Primetime unter Flutlicht starten. Trainiert und getestet worden war aber zuvor fast immer während des Tages und bei deutlich höheren Temperaturen. Die zwei Stürze Lüthis im Abendtraining am Freitag kosteten weitere wertvolle Zeit, das Motorrad abzustimmen.

Ein Rennen zum Vergessen erlebte der zweite Schweizer Jesko Raffin. Der 23-jährige Zürcher musste bereits in der Runde zwei Konkurrenten ausweichen und wurde ans Ende des Feldes zurückgespült. Mehr als der 23. Platz mit über einer halben Minute Rückstand lag danach nicht mehr drin. Dass das Motorrad gut läuft, zeigte aber Teamkollege Bo Bendsneyder mit dem 11. Rang.

Den Sieg holte sich der überraschende Japaner Tetsuta Nagashima, der in seinem bereits 70. Moto2-GP erstmals überhaupt aufs Podest fuhr. Er widmete den Sieg seinem Landsmann Shoya Tomizawa. Dieser hatte vor zehn Jahren in Katar das erste Rennen der neu eingeführten Moto2-Klasse gewonnen - und war fünf Monate später in Misano tödlich verunglückt. Der Kalex-Fahrer war nur von Startplatz 14 losgefahren, wurde aber gegen Ende des Rennens immer schneller.

25. Platz von Dupasquier bei seinem GP-Debüt

Der Rookie Jason Dupasquier dürfte in Losail noch der glücklichste Schweizer gewesen sein. Der 18-jährige Freiburger war auf seiner KTM von Position 29 zum Moto3-Rennen gestartet und absolvierte sein Debüt im GP-Zirkus ohne grössere Probleme. Er sammelte viel Erfahrung und klassierte sich als 25. vier Plätze und 15 Sekunden vor seinem Teamkollegen Dirk Geiger. «Mein Ziel war es, nicht zu stürzen, Spass zu haben und mit den anderen Fahrern zu fighten», sagte er.

Der Spanier Albert Arenas feierte auf KTM seinen vierten GP-Sieg. Der 23-Jährige setzte sich hauchdünn vor dem zwei Jahre älteren Schotten John McPhee auf Honda durch.

Die Motorrad-WM sollte nach der Verschiebung des GP von Thailand am 5. April in Austin, Texas, fortgeführt werden - dann auch mit der MotoGP. Aktuell ist jedoch der Kalender wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus mit vielen Unsicherheiten behaftet.