Ski alpin

Marc Gisin tritt vom Spitzensport zurück

Marc Gisin tritt per sofort zurück. Der Obwaldner Speedspezialist muss erkennen, dass sein Körper den Anforderungen des Spitzensports nicht mehr gewachsen ist.

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Marc Gisin gibt im Januar 2016 in Wengen Interviews

Marc Gisin gibt im Januar 2016 in Wengen Interviews

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
(sda)

Marc Gisin stürzte im Dezember 2018 unmittelbar vor den Kamelbuckeln in Gröden schwer. Dabei zog er sich ein Schädel-Hirn-Trauma sowie mehrere Knochenbrüche und eine Lungenquetschung zu. Im letzten Winter nahm der 32-Jährige, der Bruder der Olympiasiegerinnen Dominique und Michelle Gisin, mehrfach Anlauf für seine Rückkehr. Er stand für die Abfahrten in Lake Louise, Beaver Creek, Gröden und Wengen im Swiss-Ski-Aufgebot, liess es aber stets bei Trainingsfahrten bewenden.

Für Renneinsätze sah Gisin, der den Unfall im mentalen Bereich nicht restlos verarbeitet hatte, die Zeit damals noch nicht gekommen. Im Frühjahr und Sommer trainierte er wieder mit dem Team und der Absicht, dass «bis zum Saisonstart bei mir alles wieder funktionieren muss wie vor meinem Unfall», so Gisin vor einigen Wochen. Ansonsten müsse er sich die Sinnfrage stellen. Diese hat der Engelberger, dessen Körper sich von den schweren Verletzungen nicht mehr ganz erholte, mit seinem sofortigen Rücktritt nun beantwortet.

Marc Gisin sah sich in seiner Karriere immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. 2012 beim Heimweltcup in Crans-Montana erlitt er einen Kreuzbandriss im Knie. Am 23. Januar 2015 stürzte er beim Super-G in Kitzbühel an der Hausbergkante spektakulär. Beim Aufprall erlitt der Obwaldner ein Schädel-Hirn-Trauma. Zwar kam er in der Folgesaison in den Weltcup zurück und wurde Abfahrts-Fünfter in Kitzbühel, doch mehr als eineinhalb Jahre nach seinem Sturz kämpfte Gisin wieder mit gesundheitlichen Problemen.

Wegen Erschöpfungs-Symptomen konnte er nachts kaum schlafen, weshalb er Anfang Dezember 2016 die Saison abbrach. Im Winter 2017/18 meldete sich Gisin mit guten Resultaten und einem weiteren 5. Rang auf der Streif zurück. Im Abfahrts-Schlussklassement nahm er mit 71 Punkten den 23. Rang ein, womit er in dieser Wertung viertbester Schweizer war. Im Februar 2018 nahm er an den Winterspielen in Pyeongchang teil, wo er Abfahrt-21. wurde. Zu einer WM-Teilnahme reichte es ihm hingegen nie.