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Kolumne

Mein Thema: Darum hat sich Fabian Lustenberger für YB entschieden

Unser Sportredaktor Daniel Wyrsch schreibt zum Wechsel des früheren Luzern-Spielers von Hertha Berlin zu den Young Boys.
Daniel Wyrsch
Daniel Wyrsch, Sportredaktor.

Daniel Wyrsch, Sportredaktor.

Für zahlreiche FCL-Fans muss die Enttäuschung gross gewesen sein, als Anfang Woche bekannt wurde, dass Fabian Lustenberger im Sommer zu den Young Boys wechselt. Das Unverständnis über diesen Transfer wurde mir wegen der vielen Reaktionen bewusst, die ich aus Kreisen unserer Leser bekommen habe.

Noch im letzten Frühjahr hatte Lustenberger in einem Interview gesagt, dass eine Rückkehr zum FC Luzern für ihn ein Traum sein würde. Ich bin sicher, der stets topseriöse Profi von Hertha Berlin hat es so gemeint, wie er es gesagt hat. Er hätte nach zwölf Jahren beim deutschen Hauptstadtverein sehr gerne wieder im blauweissen Dress des FCL Fussball gespielt.

Vieles wäre für ein Lustenberger-Comeback in Luzern ideal vorbereitet gewesen. Der bald 31-jährige Nebiker hat längst ein Eigenheim in Schenkon, wo Frau und Kinder bereits eingezogen sind. Auch die Eltern, Geschwister und alten Freunde wird der Luzerner ab Sommer wieder in seiner Nähe haben. Warum also der berufliche Wechsel nach Bern?

Die Antwort ist rein rational. Wie jeder andere begehrte Profi hat Lustenberger geschaut, welche sportlichen Perspektiven ihm die möglichen neuen Klubs bieten. Spielt er bei YB künftig mit guten Chancen um den Meistertitel und den Cupsieg sowie um die Qualifikation für die Champions League, hätte er beim FCL höchstens auf einen Triumph im Cup hoffen können. Lustenberger hat als Ü30-Spieler noch immer grossen Hunger auf Titel, da er mit Hertha nur zwei Gewinne der Zweitliga-Meisterschaft errungen hat.

Bei der Entscheidungsfindung hat das Geld bestimmt ebenfalls eine Rolle gespielt, selbst wenn der Innerschweizer das letzte Dutzend Jahre in Berlin ein gutes Salär bekommen hat. Allerdings werden in Deutschland die Einkommen in der Grössenordnung von Bundesliga-Profis mit über 40 Prozent vom Staat besteuert.

Da Fabian Lustenberger wegen des auslaufenden Hertha-Vertrages ablösefrei zu den Young Boys wechselt, bekommt er vom neuen Arbeitgeber zum sonst schon lukrativen Dreijahresvertrag mit Option für eine weitere Saison marktüblich ein Handgeld obendrauf. Insgesamt ergibt das einen Deal über die drei Jahre, der inklusive Erfolgsprämien mehr als 2 Millionen Franken wert sein wird.

Von solchen Profiverträgen ist der FCL meilenweit entfernt. Er kommt dem bescheidenen Haushalten von Thun klar näher als jenem von YB und Basel. Ausserdem hat Lustenberger mit José Noguera den selben Berater wie YB-Trainer Gerardo Seoane. Auch er ein Luzerner und Ex-FCL-Mann.

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