Michelle Gisin starke Vierte - erster Sieg von Marta Bassino

Michelle Gisin verpasst als Vierte in Killington ihren ersten Podestplatz in einem Weltcup-Riesenslalom um zwei Hundertstel. Die Italienerin Marta Bassino gewinnt vor Landsfrau Federica Brignone.

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Wendy Holdener wird in Killington im US-Bundesstaat Vermont Achte
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Verpasste ihren ersten Podestplatz im Riesenslalom nur um zwei Hundertstel: die Engelbergerin Michelle Gisin
Nur knapp in den Top 20 in Killington: Lara Gut-Behrami
Sicherte sich in Killington ihren ersten Weltcupsieg: die Italienerin Marta Bassino
Zwar in den Punkten, aber nicht zufrieden: Andrea Ellenberger, die in Killington 25. wurde

Wendy Holdener wird in Killington im US-Bundesstaat Vermont Achte

KEYSTONE/AP/CHARLES KRUPA
(sda)

Das Hauptaugenmerk will Michelle Gisin in diesem Winter auf die Abfahrts-Wertung legen. Ihre Leistungen in den letzten zwei Saisons haben Lust auf mehr gemacht. Zumindest ein Platz unter den ersten drei soll es im Frühling im Disziplinen-Klassement sein. «Die Kugel ist mein grosses Ziel», hatte die Obwaldnerin Anfang Oktober ganz unbescheiden gesagt.

Den Optimismus begründete Michelle Gisin auch mit der sehr guten Vorbereitung und der nach Plan verlaufenen Heilung ihres rechten Knies. Ein zuvor schon schwelender Knorpelschaden und dazu eine Kreuzbandzerrung, erlitten ohne Sturz Ende Januar im Super-G in Garmisch-Partenkirchen, hatten eine Operation nötig gemacht. Der Eingriff bedeutete das vorzeitige Saisonende und verunmöglichte die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Are in Schweden.

Der zweite Schritt vorwärts

Im Slalom, sagte Michelle Gisin auch, wolle sie an die letzte Saison mit den konstanten Ergebnissen im einstelligen Bereich anknüpfen. Und im Riesenslalom lautete ihre Vorgabe, einen Schritt vorwärts zu machen. Diesen letzten Plan setzte sie bei erster Gelegenheit um. Beim Prolog in Sölden steigerte sie den persönlichen Bestwert auf Platz 9. Fünf Wochen später an der Ostküste der Vereinigten Staaten setzte sie nun ihren Sturm Richtung Spitze mit einer beeindruckenden Vorstellung fort. Ein Wimpernschlag fehlte nicht nur zu Platz 3. Fünf Hundertstel schneller, und Michelle Gisin wäre Zweite geworden.

Zweitbeste Schweizerin war Wendy Holdener. Die Schwyzerin wurde Achte und vermochte sich im Vergleich zum Riesenslalom in Sölden ebenfalls zu steigern. Auf dem Rettenbach-Gletscher hatte es ihr nur zu Platz 15 gereicht. Lara Gut-Behrami und Andrea Ellenberger komplettierten das Schweizer Quartett im Finale der besten 30. Die Tessinerin, die in Sölden mit Rang 8 Aufwärtstendenz gezeigt hatte, fand sich im Klassement auf Platz 19 wieder. Andrea Ellenberger musste sich mit Rang 25 bescheiden.

Premiere für Marta Bassino

Marta Bassino gehört seit drei Saisons zu den besten Riesenslalom-Fahrerinnen. Viermal war die Junioren-Weltmeisterin von 2014 im Weltcup in ihrer stärksten Disziplin schon Dritte geworden, zum Sieg hatte es bisher noch nicht gereicht. Bei ihrer Premiere hatte die Athletin aus dem Piemont schon nach dem ersten Lauf vorne gelegen. Auch ihre Landsfrau Federica Brignone, die nach halbem Pensum Siebente war und im Vorjahr auf dieser Piste gewonnen hatte, vermochte den im ersten Durchgang eingehandelten Rückstand trotz Bestzeit nicht mehr wettzumachen.

Mikaela Shiffrin, die einst mit ihrer Familie in der Region gelebt hatte und in der Burke Mountain Academy zur Schule gegangen war, wurde Dritte. Die Amerikanerin hat in Killington wohl alle drei bisherigen Weltcup-Slaloms für sich entschieden, mit dem ersten Sieg im Riesenslalom in ihrer früheren Heimat muss sie sich aber weiter gedulden.

Alice Robinson, die Überraschungssiegerin des Prologs vor fünf Wochen in Sölden, schied aus. Die Neuseeländerin hatte vorerst befürchtet, wegen einer Knieprellung auf den Start in Killington verzichten zu müssen. Weil die Heilung besser als erwartet fortgeschritten war, entschied sich die am Sonntag 18 Jahre alt werdende Robinson doch zum Start in Killington.