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Mit Kopf und Herz will der FCZ den Meister bodigen

Im Cupfinal nimmt es der FC Zürich am Sonntag um 14 Uhr mit den Young Boys auf - im Stadion des Meisters, auf dessen Kunstrasen. Und doch glauben die Zürcher aus guten Gründen an ihre Chance.
"Dampfwalze" Michael Frey: Ein Berner ist der Hoffnungsträger des FCZ (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

"Dampfwalze" Michael Frey: Ein Berner ist der Hoffnungsträger des FCZ (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

Das FCZ-Museum war gut gefüllt am Freitagvormittag, ungewohnt gut gefüllt für die Tageszeit und den Anlass. Seit längerem wieder einmal zieht der FC Zürich in diesen Tagen das breite Interesse auf sich. Zwei Tage vor dem Cupfinal in Bern wollten zahlreiche Medienschaffende hören, was die FCZ-Vertreter vor dem Final gegen Meister YB zu erzählen haben. Es war kein Vergleich zu den Treffen vor den Liga-Spielen, die in den letzten Monaten meist im kleinen Kreis stattgefunden hatten. "Man merkt auch hier, dass etwas Besonderes bevorsteht", stellte Trainer Ludovic Magnin fest.

Zwei Jahre nach dem Cupsieg als Absteiger greift der FC Zürich als Aufsteiger wieder nach dem Titel. Im Team sorgt die Aussicht auf den zehnten Triumph im elften Final für Anspannung - eine positive Anspannung, wie Magnin betonte, aber eine, die ins Negative zu kippen droht. "Ich konnte spüren, wie die Anspannung mit jedem Tag zunahm", sagte Magnin. Seine Hauptaufgabe vor dem Highlight am Sonntag sei es deshalb, für die richtige Balance zu sorgen und einer Verkrampfung entgegenzuwirken.

"Mehr als die Kirsche auf der Torte"

Zu verlieren haben die Zürcher wenig. Obwohl es auch unter Ludovic Magnin an Konstanz fehlte, beendete der Aufsteiger die Saison im guten 4. Rang. Mit einem Finalsieg gegen die Young Boys würde er sich den Gang durch die Qualifikation der Europa League ersparen. Und doch sagt Magnin: "Der Cupfinal ist mehr als die Kirsche auf der Torte. Er ist die ganze Torte."

Gäbe es keine besonderen Umstände, läge die Favoritenrolle im 93. Schweizer Cupfinal klar beim Gegner. Als Meister mit 15 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten (Basel) und deren 35 auf den viertplatzierten FCZ sind die Young Boys dem Herausforderer auf dem Papier überlegen, zumal die Partie auf Kunstrasen und in YBs Heimstadion stattfindet. Doch die Ausgangslage ist aus mehreren Gründen offener, als es scheinen mag.

Taktik und individuelle Klasse, glaubt Magnin, sind am Sonntag zweitrangig. "In solchen Spielen kommt es auf anderes an: Kopf und Herz." Tatsächlich zeigen die Endspiele der jüngeren Vergangenheit, dass sich der Favorit oft nicht durchgesetzt hat. Der FC Basel verlor während seinen dominantesten Jahren zwischen 2009 und 2017 drei seiner sechs Cupfinals. Der FCZ holte sich den Cupsieg 2016 als Absteiger - wenngleich gegen Lugano, den Vorletzten in der damaligen Super-League-Saison. Sion triumphierte 2006 als Unterklassiger (gegen YB) und liess sich im Vorjahr erst nach 13 Triumphen zum ersten Mal im Final bezwingen. In diesem Bereich sehen die Zürcher die Vorteile auf ihrer Seite. "Wir haben im Cup gezeigt, wie viel Charakter in dieser Mannschaft steckt", betonte Verteidiger Alain Nef.

Berner Meisterkater?

Kommt hinzu, dass die Spannung bei den Young Boys nach dem ersten Meistertitel seit 32 Jahren (vorübergehend?) abgefallen ist. Magnin kennt die Gefahr aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart, mit dem er 2007 die Meisterschaft gewann und dann den Cupfinal gegen Nürnberg verlor: "Wir feierten den Meistertitel damals zu sehr." Im Fall der Young Boys, bei denen sich die Abgänge von Kasim Nuhu, Roger Assalé und dem am Sonntag gesperrten Kevin Mbabu abzeichnen, glaubt er allerdings nicht an einen Nachteil: "Ihre Feier ist zu lange her, viel länger als damals bei uns in Stuttgart." Die Chance, dem Klub im letzten Spiel unter Trainer Adi Hütter das erste Double seit 60 Jahren zu bescheren, dürfte die Berner ausreichend motivieren.

Zürichs Hoffnungsträger im Angriff ist ausgerechnet ein verstossener Young Boy. In Abwesenheit des gesperrten Raphael Dwamena trägt Michael Frey die Last des Toreschiessens fast alleine. Der Sturmtank, den die "Berner Zeitung" in ihrer Donnerstagausgabe liebevoll als "Dampfwalze" bezeichnete, war in den letzten fünf Spielen sechsmal für den FCZ erfolgreich. In den Tagen vor seinem bisher grössten Spiel zog es Frey vor zu schweigen - etwas, das der 23-Jährige sonst selten tut. War es die Ruhe vor dem Sturm?

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