Constantins Überraschungscoup: Murat Yakin ist neuer Trainer des FC Sion

Der neue Trainer des FC Sion heisst Murat Yakin. Der 44-jährige Basler folgt auf Maurizio Jacobacci, der bei den Wallisern am Freitagabend beurlaubt wurde.

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Neues Glück im Wallis: Murat Yakin wird Trainer des FC Sion (Bild: Walter Bieri / Keystone (Zürich, 7. April 2018))

Neues Glück im Wallis: Murat Yakin wird Trainer des FC Sion (Bild: Walter Bieri / Keystone (Zürich, 7. April 2018))

(sda)

Dass Jacobacci auf der Trainerbank des FC Sion keine Zukunft mehr haben würde, war klar. Der Name, den Präsident Christian Constantin am Montag aus dem Hut zauberte, überrascht. Mit Yakin und Constantin treffen im Wallis nun zwei ausgesprochene Charakterköpfe aufeinander.

Constantin reagiert mit dem Trainerwechsel auf den mässigen Saisonstart der Walliser. In der Meisterschaft belegen die Sittener nach zuletzt drei Niederlagen in Folge nur den 8. Platz. Im Cup am Sonntag - bereits ohne Jacobacci - gewannen sie in Lausanne knapp 1:0.

«Ich hatte einfach Lust, wieder auf dem Platz zu stehen»

«Ich habe keine Angst»

Murat Yakin einigte sich mit dem FC Sion auf einen Vertrag bis Ende Saison. Er brauche keine langfristige Absicherung, "ich hatte einfach Lust, wieder auf dem Platz zu stehen", sagt der Wahl-Zürcher nach seiner Zusage zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vor dem impulsiven Umfeld fürchtet er sich selbstredend nicht: "Hier wird der Fussball gelebt, das gefällt mir. Ich habe keine Angst, ich weiss, was ich kann."

Das Timing sei gut, wieder ins Business einzusteigen. Auf den mutmasslich heissesten Trainerstuhl der Schweiz setzt sich Yakin ohne Bedenken: "Für mich ist der Job eine Herausforderung. Hier weiss man von Anfang an, um was es geht. Es geht in erster Linie darum zu gewinnen."

«Wir sind nicht im Ballett»

Auf die Zusammenarbeit mit dem nicht selten unberechenbaren Sittener Patron Constantin freut sich der frühere Nationalspieler. Der Klubchef stehe mit seiner Familie zu 100 Prozent hinter dem Verein. Vor der kompromisslosen Art von "CC" scheut sich Yakin nicht: "Man darf keine Berührungsängste haben - wir sind nicht im Ballett."

Zuletzt war der ehemalige Innenverteidiger, der 49 Länderspiele für die Schweiz absolviert hatte, Mitte April bei GC nach nur achtmonatigem Engagement entlassen worden. Am 11. Spieltag kommt es im Oktober im Tourbillon zu einem zeitnahen Wiedersehen mit den weiterhin kriselnden Hoppers.

Seine grössten Erfolge als Trainer feierte Yakin mit dem FC Basel. 2013 und 2014 wurde er Schweizer Meister, 2013 erreichte er auch die Halbfinals der Europa League. Ins Trainermetier eingestiegen war er bei Concordia Basel, weitere Stationen waren neben GC Thun, Luzern, Spartak Moskau und Schaffhausen.

Für Jacobacci endete ein vorübergehend erfolgreiches Intermezzo unfreundlich. Der 55-jährige Italo-Schweizer war erst im letzten Februar als Nachfolger des Spaniers Gabri von der U21 zum Fanionteam aufgestiegen. Danach führte er den FC Sion vom letzten Platz unter die Top 6.

Während Wochen rangen Constantin und Jacobacci teilweise öffentlich um eine Vertragsverlängerung, ehe sie sich auf einen Einjahresvertrag einigten. Nun ist Yakin der vierte Sion-Taktgeber innerhalb von elf Monaten.

Die Trainer beim FC Sion unter Christian Constantin:

Erste Präsidentschaft:
Trainer Nationalität Dauer
Jean-Paul Brigger SUI Juli 1992 - Januar 1993
Claude Andrey SUI Januar 1993 - Juli 1993
Umberto Barberis SUI Juli 1993 - Oktober 1994
Jean-Claude Richard SUI Oktober 1994 - Juli 1995
Michel Decastel SUI Juli 1995 - August 1996
Jean-Claude Richard SUI interimistisch August 1996
Alberto Bigon ITA August 1996 - September 1997
Zweite Präsidentschaft
Trainer Nationalität Dauer
Charly Rössli SUI März 2003 - Juli 2003
Didier Tholot FRA Juli 2003 - Mai 2004
Guy David FRA November 2003 - Mai 2004/mit Tholot
Admir Smajic BOS Mai 2004 - August 2004
Christian Zermatten SUI interimistisch August 2004
Gilbert Gress FRA August 2004 - Juli 2005
Gianni Dellacasa ITA Juli 2005 - Oktober 2005
Christophe Moulin SUI Oktober 2005 - Mai 2006
Nestor Clausen ARG Mai 2006 - Oktober 2006
Christophe Moulin SUI interimistisch Oktober 2006
Marco Schällibaum SUI Oktober 2006 - November 2006
Pierre-Albert Chapuisat SUI November 2006 - Februar 2007
Alberto Bigon ITA Februar 2007 - Dezember 2007
Charly Rössli und Maurizio Jacobacci SUI/ITA Dezember 2007 - März 2008
Alberto Bigon ITA März 2008 - Mai 2008
Uli Stielike GER Mai 2008 - Oktober 2008
Christian Constantin SUI Oktober 2008 - Dezember 2008
Umberto Barberis und Christian Zermatten SUI Dezember 2008 - April 2009
Christian Constantin SUI interimistisch April 2009
Didier Tholot FRA April 2009 - Mai 2010
Bernard Challandes SUI Mai 2010 - Februar 2011
Laurent Roussey FRA Februar 2011 - April 2012
Sébastien Fontbonne und Rolland Courbis FRA April 2012 - Mai 2012
Vladimir Petkovic BOS Mai 2012
Sébastien Fournier SUI Juni 2012 - September 2012
Michel Decastel SUI September 2012 - Oktober 2012
Pierre-André Schürmann SUI Oktober 2012 - Dezember 2012
Victor Muñoz ESP Dezember 2012 - Februar 2013
Gennaro Gattuso und Arno Rossini ITA/SUI Februar 2013 - Mai 2013
Michel Decastel SUI Mai 2013 - Oktober 2013
Laurent Roussey FRA Oktober 2012 - Februar 2014
Raimondo Ponte SUI Februar 2014 - Mai 2014
Jochen Dries und Frédéric Chassot GER/SUI Juni 2014 - September 2014
Jochen Dries und Admir Smajic GER/BOS September 2014 - Dezember 2014
Didier Tholot FRA Januar 2015 - August 2016
Christian Constantin SUI interimistisch August 2016
Peter Zeidler GER August 2016 - April 2017
Sébastien Fournier SUI April 2017 - Juni 2017
Paolo Tramezzani ITA Juni 2017 - Oktober 2017
Gabri ESP Oktober 2017 - Februar 2018
Maurizio Jacobacci ITA Februar 2018 - September 2018
Murat Yakin SUI September 2018 - Mai 2019
Christian Zermatten und Sébastien Bichard SUI / FR

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