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Peter Zeidler und seine jungen Wilden mischen die Liga auf

Der FC St. Gallen ist in der Super League das Team der Stunde. Der älteste Fussballverein des europäischen Festlandes mischt mit der jüngsten Mannschaft die Liga auf.
(sda)

Die jungen Wilden von Trainer Peter Zeidler rangieren auf Platz 3. Sie sind seit acht Spielen ungeschlagen, haben sieben Siege und ein 0:0 gegen Basel errungen, haben 22 Punkte gescheffelt und stellen das erfolgreichste Auswärtsteam der Liga.

«Irgendwann wollen wir fliegen und nach oben durchbrechen.» Präsident Matthias Hüppi, der die derzeitige Fussball-Euphorie in der Ostschweiz vorlebt, hat diesen Ausspruch in seiner Begeisterung vor Monaten formuliert. Seine Utopie könnte einst Realität werden. Wenn die Ostschweizer am Sonntag im Spitzenspiel gegen die Young Boys in Bern siegen und Basel in Lugano nicht gewinnt, wären die Grün-Weissen Leader und irgendwie erinnern die mutigen und spektakulären Auftritte an die letzte Meistersaison vor 20 Jahren unter Trainer Marcel Koller.

«So banal dies tönen mag, wir schauen Spiel für Spiel. Wir haben uns zwar entwickelt, haben aber noch Steigerungspotenzial», sagt Trainer Peter Zeidler, der Baumeister der jungen wilden Truppe, deren 14 am meisten eingesetzten Spieler ein Durchschnittsalter von 23,5 Jahren aufweisen. Seit dem Cup-Out vor zwei Monaten in Winterthur (0:2), das St. Gallen hart traf, sind die Grün-Weissen im Hoch. Die Gegner werden dominiert. Mit frechem, mutigem Offensivspiel, gekonntem Pressing und gesteigerter Kreativität und Effizienz vermag der FCSG zu begeistern.

Zusammenhalt und Lust

«Wir ziehen alle am gleichen Strick, kämpfen und laufen füreinander», begründet Jordi Quinillà den Höhenflug. «Die Integration zahlreicher junger Spieler funktioniert. Wir sind eng zusammengerückt, harmonieren und vermögen die Ideen unseres Trainers umzusetzen. Wenn alles funktioniert, können wir in der Schweiz jede Mannschaft bezwingen.»

Das klingt nicht bescheiden, spricht aber für das gestiegene Selbstvertrauen und die Automatismen, die als Konsequenz steter Arbeit deutlich verbessert worden sind. Der FC St. Gallen powert und rockt, spielt Vollgas-Fussball, hat in der Balleroberung wesentliche Fortschritte erzielt und ist achtsamer und konsequenter in der Abwehr geworden, wenn der Gegner kontert.

«Meine Spieler haben Lust, zusammen Fussball zu spielen und etwas gemeinsam zu erreichen», fasst Zeidler seine Eindrücke zusammen. «Wir treten als Einheit auf und können unser eigenes Spiel durchsetzen. Taktisch und systematisch sind wir weitergekommen und haben einen weiteren Schritt vorwärts gemacht.» Es gelte die positive Energie umzusetzen. «Die derzeitige Euphorie beflügelt. Der eingeschlagene Weg, den wir im ganzen Verein gemeinsam gehen, stimmt. Wir heben aber nicht ab und bleiben bodenständig. Noch haben wir nichts erreicht.»

Dem Meister auf Augenhöhe begegnen

St.Gallen fährt erhobenen Hauptes nach Bern zum Meister. Die Stimmung ist entspannt und freudig. Es brennt Leidenschaft und inneres Feuer. Der derzeitige Flow basiert auf vorzüglicher Kondition und jugendlicher Frische. «YB ist aber YB», warnt Zeidler. «Die Berner haben zwar einige Verletzte, sind aber weiter gut besetzt, taktisch variabel und haben eine gute Mentalität. YB ist gut, wir vielleicht auch. Wir freuen uns jedenfalls auf das Kräftemessen und würden uns gerne auf Augenhöhe begegnen.»

Erfolge werden auch bei der Konkurrenz beachtet - national und international. Und bei St. Gallen hat es einige, vielleicht noch nicht ganz geschliffene Juwelen. Captain Silvan Hefti etwa, Spielmacher Jordi Quintillà, der Denker und Lenker im Mittelfeld, oder auch der erstaunliche Boris Babic. Die Verträge der beiden letztgenannten laufen im Juni 2020 aus. St. Gallens Anhänger können aber aufatmen. Beide Akteure werden, wenn nicht enorme Angebote ins Haus flattern, bleiben. Der FCSG besitzt für beide Spieler eine Option für eine Vertragsverlängerung. Und es kann kein Zweifel bestehen, dass die Ostschweizer diese ziehen werden, denn, so die Klubtroika Zeidler, Hüppi und Sportchef Alain Sutter unisono: «Wir sind noch lange nicht am Ziel.»

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