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Petkovic: «Mit einem Remis sind wir nicht zufrieden»

Vladimir Petkovic bleibt vor dem zweiten WM-Spiel gegen Serbien seiner Linie treu: «Mit einem Remis sind wir nicht zufrieden.» Doch die Schweizer könnten gegen die Serben mit einem Punkt leben.
Will nach dem Serbien-Match auf den Rechenschieber verzichten: Nationalcoach Vladimir Petkovic (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Will nach dem Serbien-Match auf den Rechenschieber verzichten: Nationalcoach Vladimir Petkovic (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

Schon vor dem zweiten Spiel ist die Zeit des Rechnens angebrochen. Was ist der Punkt gegen Brasilien wert? Wäre ein weiteres Unentschieden gegen Serbien gut oder eher zu wenig? Noch gibt es zu viele Unbekannte in einer Gleichung, welche der Schweiz die Qualifikation für die Achtelfinals bringt, wenn sie denn aufgeht.

Spielt das Team von Vladimir Petkovic auch gegen Serbien unentschieden, könnte es mit einem Sieg mit zwei Toren Differenz zum Abschluss gegen Costa Rica am kommenden Mittwoch die Qualifikation für die K.o.-Phase aus eigener Kraft schaffen. Mit grösster Wahrscheinlichkeit würde dann aber auch ein knapper Erfolg gegen Costa Rica reichen - je nach Ausgang der Partie Serbien - Brasilien.

Sollte die Schweiz gegen Serbien jedoch gewinnen, reicht gegen Costa Rica ein Unentschieden fürs Weiterkommen. Und wenn die Schweizer gegen Serbien verlieren? Dann sind sie nach menschlichem Ermessen ausgeschieden. Denn das würde bedeuten: Sie müssten darauf hoffen, dass Brasilien in den Partien gegen Costa Rica und Serbien höchstens drei Punkte holt und am Ende das schlechtere Torverhältnis hat.

Doch die Schweizer wollen nicht rechnen. Sie streben gegen Serbien den Sieg an, weil sie gemäss Petkovic «auf dem Platz die Favoritenrolle beweisen» wollen. Der Start gegen Brasilien ist gelungen, nun erwartet der Coach gegen Serbien eine weitere Steigerung. «Das erste Spiel ist immer das schwierigste, weil man nicht weiss, wo man steht. Wir haben gut begonnen und wollen jetzt diesen Weg weitergehen.» Für Torhüter Yann Sommer ist das 1:1 gegen den fünffachen Weltmeister «eine gute Basis», die dem Team Selbstvertrauen geben.

Die Statistik ist allerdings für das Duell mit den Serben nicht auf Seiten der Schweiz. Bei den acht WM- oder EM-Endrunden der Neuzeit seit 1994 gab es im zweiten Spiel nur einen Sieg (4:1 gegen Rumänien, 1994). Von den übrigen sieben Partien gingen fünf verloren. Für Petkovic zählt jedoch allenfalls die jüngste Vergangenheit. «An der EM in Frankreich war das zweite Spiel nicht so schlecht.» Vor zwei Jahren holte die Schweiz gegen Rumänien im zweiten Gruppenspiel ein 1:1, ein wegweisender Punkt für die Qualifikation für die Achtelfinals.

Wie damals in Paris gegen Rumänien erwartet die Schweiz auch in Kaliningrad ein robuster Gegner. «Es wird ein physisches Spiel. Wir müssen mehr rennen als der Gegner und an unserer Philosophie festhalten: Wir wollen das Tempo immer hoch halten», so Petkovic. Ob er dabei auf Valon Behrami zählen kann, der gegen Brasilien mit Adduktorenproblemen ausgewechselt worden war, liess er offen. Das dürfte taktisches Geplänkel gewesen sein. Es ist davon auszugehen, dass Behrami bereit ist.

Es ist auch anzunehmen, dass Haris Seferovic erneut spielt, auch wenn er zuletzt einen unbefriedigenden Auftritt an den nächsten reihte. Petkovic wird das Team nach dem erfolgreichen Auftakt nicht auseinanderreissen. Denn auch für ihn war das Unentschieden gegen Brasilien eben doch etwas mehr als bloss eine Punkteteilung oder «ein halbes Resultat», wie er zu sagen pflegt. Morgen gegen Serbien wäre es genau gleich.

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